Die Vielfalt ist gesichert?

Kirchensterben ist ein Begleitbild.... Die Zeichen der Zeit... Kreuzeskirche ist Kulturgut!"
Mannheim: ZdK | Vielfalt statt Einheit, doch eine Vielfalt, die nicht willkommen ist, zeichnete den diesjährigen Katholikentag in Mannheim aus...

Mannheim war Gastgeber für den Katholikentag. Kirchentage sollen in die Gesellschaft hineinwirken, sie sind die moderne Missionierung und Selbstvergewisserung der Religionsgemeinschaften und gleichfalls Signale von Geltungsansprüchen. So auch dieser vom Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) veranstaltete Katholikentag. Wer sich jedoch in Kirchenkreisen ein einheitliches Erscheinungsbild erträumt hat, er wird sehr enttäuscht sein. Grußbotschaften die verletzen und Mahnwachen gegen Glaubensbrüder, Einigkeit im Glauben sieht anders aus. In Mannheim war Vielfalt und Dissonanz offenbar. Einen für alle gültigen Verhaltenskodex als Grundrechtskatalog forderte der österreichische Pfarrer Helmut Schüller und traf damit ein weit verbreitetes Gefühl in der Gemeinschaft der Heiligen. Die Oberhirten als Bischöfe fanden wenig Anerkennung bei den Teilnehmern des Katholikentages, denn die Forderung nach Gehorsam wird von den Gläubigen immer häufiger kritisch gesehen. Der Wille des himmlischen Schirmherrn wird vom Glaubensvolk anders empfunden als bei den aus vermeintlicher Sicherheit urteilenden Bischöfen. Veränderungen sind nicht gewollt und in den 1200 Veranstaltungen sollte auch dies heiter signalisiert werden. Was faktisch nicht vorhanden ist, es ist die Einigkeit im Glauben. Reformer sind dagegen die Ursache für Kraftproben, auch gegen den Wunsch des gastgebenden Erzbischof Robert Zollitsch, der Mitsprache in Glaubenssachen ausschließt, immerhin sei ein Kirchentag ja kein Parlament. So bleiben die bekannten Probleme der Menschen außen vor, wie die Nichtanerkennung der Geschiedenen und die Frauen mit dem Wunsch nach Gleichberechtigung vor dem Herrn. Kardinal Joachim Meisner kann gar eine "katholische Mitte" nicht mehr ausmachen. Dafür werden aber die Ränder ausgemacht. Bischof Gerhard Ludwig bezeichnet Reformgruppen in der Kirche als "parasitäre Existenzformen", ein wenig von Nächstenliebe zeugende Einstellung. Gottes Ebenbild als "Parasit", hier ist die Sprache von Feindseligkeit geprägt. Seit die Missbrauchsfälle im Kirchenraum die Kirche stigmatisieren, fühlt sich die polarisierende Härte des Klerus gegenüber den drängenden Fragen der Anbefohlenen immer kälter an. Darüber kann auch keine noch so heiter vorgeführte Oberflächlichkeit täuschen.

Quelle
www.die Erle
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