Im Fokus. Die Bildberichterstatterin Erika Groth-Schmachtenberger und ihr Werk - Neue Sonderausstellung im Rieser Bauernmuseum Maihingen

Ein heute völlig undenkbares Bild: Autowäsche in der Wörnitz am Fuß der Harburg, 1958 (Foto: Rieser Bauernmuseum Maihingen, Aufnahme: Erika Groth-Schmachtenberger)
 
Die junge Fotografin Erika Groth-Schmachtenberger, 1930er Jahre (Foto: Archiv Freilichtmuseum Glentleiten, Aufnahme: Erika Groth-Schmachtenberger)

Maihingen: Rieser Bauernmuseum | Ihre Bilder sind legendär, fast jeder kennt sie, ohne es zu wissen: Bilder, die das Ries, fränkische und alpenländische Regionen durch den Sucher der Fotografin Erika Groth-Schmachenberger (1906-1992) betrachten. Die neue Sonderausstellung "Im Fokus. Die Bildberichterstatterin Erika Groth-Schmachtenberger und ihr Werk" im Rieser Bauernmuseum Maihingen (Landkreis Donau-Ries) des Bezirks Schwaben von Samstag, 17. April, bis Sonntag, 17. Oktober, porträtiert Leben und Wirken dieser schillernden Persönlichkeit.

Fünfzig Jahre lang arbeitete Erika Groth-Schmachtenberger freiberuflich für verschiedene Bildverlage und Hörfunkzeitschriften. Ihre Fotografien, die in ihrer Qualität und Bildsprache beeindrucken, waren und sind bis heute als Illustrationen in Zeitschriften und Büchern sehr beliebt. Mit den Aufnahmen prägte sie wie keine andere das Bild dörflichen Lebens in Bayern vor der Mechanisierung. Idyllische Dorfszenen, verschlafene Winkel, Brauch- und Festtagsaufnahmen waren ihr Markenzeichen. Den technischen Fortschritt blendete Groth-Schmachtenberger dabei bisweilen aus. Immer wieder machte sie auf ihren Reportagereisen auch im Ries halt. Zu ihren bevorzugten Zielen gehörten touristische Sehenswürdigkeiten wie die Stadt Harburg, die schmucken Städte Nördlingen, Oettingen oder Wemding. Besondere Ereignisse wie das Wemdinger Trachtenfest von 1951 oder den Nördlinger Viehmarkt hielt sie ebenfalls mit ihrer Kamera fest. "Darunter finden sich auch interessante Momentaufnahmen, die heute völlig undenkbar wären, zum Beispiel eine Autowäsche in der Wörnitz am Fuße der Harburg", sagt Museumsleiterin Dr. Ruth Kilian.

Das Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern und der Bezirk Unterfranken erarbeiteten gemeinsam die attraktiv gestaltete Ausstellung, das Rieser Bauernmuseum Maihingen erweitert sie mit Rieser Aufnahmen aus seiner Sammlung. Ein Begleitbuch mit Aufsätzen renommierter Wissenschaftler beleuchtet verschiedene Aspekte des Werks von Groth-Schmachtenberger.

Das Museum bietet rund um die Ausstellung ein abwechslungsreiches Begleitprogramm an. Junge Fotografinnen und Fotografen können zum Beispiel selbst mit einer Lochkamera fotografieren und den Entwicklungsprozess mitverfolgen. Sonntägliche Familienführungen, Führungen für Schulklassen sowie ein Vortrag von Margareta Sauer am Mittwoch, 28. April, zu Erika Groth-Schmachtenberger und ihren Fotografien gehören ebenso zum Programm. Die Vorliebe der Bildberichterstatterin für ländliches Leben und Arbeiten nimmt das Museum zudem zum Anlass für einen Fotowettbewerb zum Thema "Bäuerliche Arbeit im Ries heute".

Das Rieser Bauernmuseum Maihingen ist geöffnet samstags und sonntags, dienstags bis donnerstags von 13 Uhr bis 17 Uhr, vom 15. Juni bis 15. September auch freitags und von 10 Uhr bis 17 Uhr. An Feiertagen ist generell geöffnet. Weitere Informationen zu Ausstellung und Begleitprogramm gibt es beim Rieser Bauernmuseum Maihingen unter Telefon (0 90 87) 92 07 17 - 0, per E-Mail rbm@bezirk-schwaben.de oder im Internet unter www.rieser-bauernmuseum.de

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 07.05.2010
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