Teekesselchenspiel: Bank oder Bank, Spende oder ?
Kinder spielen gern. Und sehr beliebt ist das Spiel “Teekesselchen”, das aber auch Erwachsene spielen können - und es wohl auch tun.
Die Spielregel ist relativ einfach: man sucht sich ein Wort, für das es zwei Bedeutungen gibt. Zum Beispiel das Wort Mutter.
Zum einen kann es ein Elternteil sein, hier das weibliche, und zum anderen ein Teil eines Befestigungssystems.
Oder nehmen wir das Wort Schloss.
Die erste Bedeutung lautet: Herberge eines Königspaares, und mit der zweiten kann man eine Tür verschließen.
Noch ein Beispiel gefällig?
Arm. Einfach dieses kleine Wörtchen.
Zum einen ein Körperteil, zum anderen ein nicht anzustrebender Zustand.
Und damit sind wir dann schon beim Thema, denn hier hinein passt dann auch das Wort “Spende”.
Jawohl, auch das hat zwei Bedeutungen, wie wir sehen werden: Erstens, jemandem, der in Not ist, etwas Gutes tun. Aber zweitens, für einige viel wichtiger: sich selbst etwas gönnen - zumindest etwas einfordern. Und das ist der tiefere Sinn einer Spende. Jedenfalls einer Parteispende. Und sie ist ja auch nicht verwerflich, verboten schon gar nicht. Oh nein!
Und es machen viele mit.
Wie vermutet, die FDP. Und die wiederum hatte Mitspieler wie die Allfinanz Deutsche Vermögensberatung, ebenso die Deutsche Bank. Der größte deutsche Versicherer, die Allianz, war beteiligt. Aber auch die in Württemberg ansässige Firma Würth - das ist die mit den Muttern, auch sie hat das Spiel gespielt. Das ist aber schon eine Zeit her. Vielleicht tun sie es nicht mehr, weil sie aus dem Ländle sind. Da heißt es schon mal: Mir gäbe nix! Und dann hat natürlich die Substantia sich an den Spieltisch gesetzt. Substantia? Genau, das sind die mit den Mövenpick-Hotels.
Das gleich darauf die Mehrwertsteuer für die Hotels gesenkt wurde, ist aber reiner Zufall, wie die FDP laut und vernehmbar versichert. Also besteht doch wohl kein Grund, ihr nicht zu glauben, oder?
Denn auch die CDU hat sich Mitspieler gesucht und auch gefunden. Die Firma Schoeller, eine Ltd. Holding, überwies im Dezember 2008 eine nicht unbedeutende Summe. Wenn das kein guter Mitspieler ist. Dass zur Schoeller Holding die Hotelkette Columbia gehört, die Vier- beziehungsweise Fünf-Sterne-Luxus bietet, nun ja, dafür kann niemand etwas. Und es ist rein zufällig, dass diese vier deutschen Hotels in Bad Griesbach, in Rüsselsheim, in Travemünde und in Wilhelmshaven nun von der Senkung der Mehrwertsteuer profitieren - Zufall, nichts als Zufall. Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt.
Und Kaufmann Schoeller, der auf Zypern lebt, weist dann auch allen Verdacht weit von sich. Er sei Schiffsreeder und an der Senkung der Mehrwertsteuer nicht sonderlich interessiert. Wohl gemerkt, nicht sonderlich!
“Die CDU trifft ihre politischen Entscheidungen völlig unabhängig von Spenden", meinte er auf die Nachfrage eines großen deutschen Nachrichtenmagazins.
Dann wollen wir das auch mal so glauben.
Außerdem, Daimler Benz spielt ja schließlich auch mit!
Und alles spielt sich im hohen Millionenbereich ab.
Ach ja, dieses gerade genannte Magazin kann man für unser Teekesselchenspiel auch heranziehen: ein Magazin die eine Bedeutung, ein Himmelskörper die andere.
Also, wie gesagt, alle machen mit. Außer einer Partei, die geht ziemlich leer aus. Die Linke. Die muss sich wirklich mit Peanuts begnügen. Knapp über hunderttausend Euro kamen zusammen - in den letzten neun Jahren. Das ist kein gutes Spiel!
Teekesselchen. Vielleicht sollte man es mit anderen Begriffen versuchen. Wie wäre es mit Bank? Oder Blase? Strauß wäre auch nicht schlecht. Aber schließen wir diesen Akt.
Mehr? Dann "www.eulenspiegeleien.de"


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