Janus Die zwei Gesichter des R.H.

Mein neuer Roman

ISBN 978-3-7418-5693-8; 978-3-7418-5611-2
als Buch oder EBook ISBN 978-3-7418-5627-3 bei Amazon u.a.

Das Buch hat 430 Seiten.

Der Klappentext:

Ein Nationalsozialist wird vom Saulus zum Paulus


R.H. ist eine reale Person in einer fiktiven Handlung, die sich um geschichtliche Ereignisse der Nazizeit rankt.
Der Bogen der Erzählung spannt sich vom Erzgebirge über Polen, Norwegen, Frankreich, Norddeutschland und zurück ins sächsische Gebirge.
Episoden zwischen der Norddeutschen L., dem Erzgebirgler R.H. sowie Anton aus Rübenau und der Böhmischen Jana sind berührend.
R.H. wurde geboren im Erzgebirge, anfang des 20. Jahrhunderts, und ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.
Damit will er sich nicht abfinden und besucht nach der 2-klassigen Dorfschule eine Realschule in Marienberg.
Als zunächst unpolitischer Jugendlicher kommt er mit dem Nationalsozialismus in Berührung, erst ablehnend, später als glühender Anhänger. R.H. besucht Ausbildungsstätten der SA und Reichsführerschulen und steigt in der Hirarchie der SA und SS weit auf.
Er wird KZ-Aufseher im General- Gouvernement und Offizier der SiPo.
Nicht aus Angst vor den vorrückenden Sowjettruppen, sondern aus später Erkenntnis, dass der NS-Wahn Leid und Unglück über viele Millionen gebracht hat, kehrt er sich jetzt von seinen Idolen Hitler, Göbbels und Göring ab und hilft Flüchtlingen und KZ-Inhaftierten, rachedürstigen Russen und seinen ehemaligen Kameraden zu entkommen. Seine Geschichte wird umrahmt von der fiktiven Familie Grynszpan aus Rübenau, die aufgrund ihres jüdisch klingenden Namens verhaftet und in die KZ Flossenbürg und Buchenwald eingeliefert wird. Auf wundersame, aber nachvollziehbare Weise werden die Familienmitglieder noch während der Nazizeit wieder befreit.............

Printbook-und eBook-inhaltsverzeichnis

Seite
2 Arzgebirgsch
4 Rübenau an der tschechischen Grenze
7 Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit
8 Zwischen den Kriegen
26 Die Grynszpanfamilie
27 Politische Welt
32 Die Liebe des R.H.
44 Antons Liebe in Kalek
56 Das Glück
80 Der Parteiauftritt
89 Weihnacht im Erzgebirge
111 Die Strategie der Partei
120 Das Fahrrad
138 Wahlkämpfe
145 Antons Familie
159 Die Okkupation Böhmens
178 Reise mit der Wilhelm Gustlow
187 Überfall auf Polen
190 Dèda Plicka
195 KZ Flossenbürg
204 R.H. im Generalgouvernement
214 Die Suche nach Arthur
219 R.H. als SS-Schärge
258 Gestellungsbefehl für Anton
263 Die Westfront
276 Auf der Flucht
277 R.H. als Fluchthelfer
293 Anton als Kriegsgefangener
294 Wieder auf der Wilhelm Gustlow
307 Der kleine Will
313 In der Heimat

Leseproben:

aus: Janus, Die zwei Gesichter des R.H.



Rübenau


Rübenau ist ein kleines Dorf nahe der Grenze zu Böhmen in Tschechien und wurde 1580 gegründet. Der Gebirgskamm war noch mit dichtem Urwald bedeckt, als bereits 1571 mit dem Bau von Flößerteichen begonnen wurde. Flößer und Köhler waren die ersten Bewohner dieses Ortes. Wegen des Waldreichtums entstanden in den nächsten Jahrzehnten Glashütten und Schmieden, weshalb der Ort auch »Dorf der Schmiede« genannt wurde. In und um Rübenau betrieb man auch in geringem Maße Bergbau, der aber nicht besonders ertragreich war.
In den Jahrhunderten, in denen es dann durch die Silber- und Kohleschürfungen im Erzgebirge der Bevölkerung relativ gut ging, hatte dieser Gebirgszug erhebliche Zuwanderer zu verzeichnen. Die Menschen kamen aus den verschiedensten Glaubens- und Himmelsrichtungen nach hier. Viele neue Orte und kleinere Städte, meist in der Nähe der Erz- oder Kohlezechen, entstanden.
 Unter den Zuwanderern befanden sich Protestanten, die aus dem Böhmischen vertrieben wurden, weil der Katholizismus unter Ferdinand II. um 1620 stark an Bedeutung gewann. Es gab eine Rekatholisierung, doch durch die Vertreibungen sind in Böhmen viele Dörfer entvölkert worden und ........................

Die Liebe des R.H.


Als Angestellter verdiente er nun ja erstes richtiges Geld. Es ist Reichsmark, die Währung, für die man sich wieder etwas Reelles kaufen kann.
Der Junge hatte zwar in seiner Schul- und Lehrzeit ab und an kleine Liebschaften gehabt, aber über mehr kam das nicht hinaus. Jetzt erschien es ihm anders. R.H. lernte L. bei einem Kinobesuch in Chemnitz kennen.
Er konnte es sich seit seinem Lehrabschluss und der Festanstellung im Bergwerksmuseum leisten, auch weiter entfernte Städte mit dem Zug zu erreichen. Von Freiberg nach Chemnitz benötigte der Dampfzug zur damaligen Zeit eine Stunde, zwei Stunden hin - und zurück, das war an einem Tag gut zu schaffen, da blieb genügend Zeit, sich diese Großstadt anzusehen. Es ist das erste Mal, dass er eine Stadt dieser Größe besuchen kann. Er fiebert Chemnitz entgegen.
R.H. fühlt sich nicht mehr als Hinterwälder, –nach Rübenau wohnte er zur Realschulzeit in Marienberg, dann in Freiberg- es war ein Abschnittsweises Kennenlernen der Welt. Mit jeder Station wurde sein Horizont erweitert, weltoffener.............

Weihnacht im Erzgebirge


War es Zufall, dass sie auch über den Weihnachtsmarkt liefen, der jetzt am Morgen allerdings noch geschlossen ist?
Dabei bemerkten sie die Verkaufsbude der Familie Grynszpan. Der Name war groß angeschrieben, er war gar nicht zu übersehen, doch Mitglieder dieser Handwerksfamilie bemerkten sie keine. Wer könnte hier wohl hinter dem Verkaufstresen stehen und weihnachtliche Sachen verkaufen?
R.H. hatte seit mehreren Jahren niemanden dieser ehemaligen Nachbarn mehr gesehen, jetzt würde er sie gerne mal wieder begrüßen. Doch man wird sich ja bestimmt an den Weihnachtstagen in Rübenau sehen.
So lange warten, bis jemand hier auftauchen würde, konnten die Reisenden nicht, sonst würden sie noch ihren Zug nach Marienberg verpassen. Der wird doch fahren und keinesfalls etwa im Schnee stecken bleiben? Es hatte nämlich wieder ganz ordentlich was von oben gegeben, es ist eine wunderbare, weiße Adventszeit geworden..........................

Überfall auf Polen


Nazideutschland provozierte, stellte die Abwehrhaltung der Polen als Aggression dar und bezeichnete den lange geplanten Überfall dann mit den Hitlerworten: »Ab heute wird zurückgeschossen« als Antwort auf angebliche Provokationen der Polen dar. Der Feldzug begann am 01.September 1939, gleichzeitig war es der Beginn des 2. Weltkrieges, denn Großbritannien und Frankreich traten wegen bestehender Bündnisverträge mit Polen in den durch Hitler nicht erklärten Krieg ein. Offenbar hat die Nazi-Clique nicht damit gerechnet, dass für die Länder des Westens der Bündnisfall eintreten und angewendet wird. Das war die erste Falscheinschätzung des Adolf Hitler und seiner Generäle.
Die deutschen Truppen überrannten polnisches Gebiet, es kam lediglich zu zwei großen Kesselschlachten, und zeitgleich griff auch Russland von Osten her Polzka an. Das Riesenreich Russland wollte ebenfalls Geländegewinne ..........

Děda Plicka


Der kleine Bruno fragte nach seinem Vater, nach seinen Großeltern, und seine Mutter wusste nicht, wie sie ihm das erklären sollte. Sein Großvater Plicka versucht stetig, sich mit seinem Enkel zu beschäftigen, und zeitweise lenkte ihn das auch ab, aber immer wieder kommt die Erinnerung an seinen geliebten Vater in seine Gedanken.
Opa ist ein um das Wohl seines Enkels besorgter Zeitgenosse. Er hat Freude an Bruno, weil der so wissbegierig ist. Er weiß nicht nur von Sagen über Rübezahl und anderen Berggeistern zu berichten, sondern erzählt auch von seinem Leben als Bergmann in den Stollen des Krušné hory: „Ich bin mit Leidenschaft Bergmann gewesen. Es hat mich immer interessiert, auch wenn es gefährlich ist, was unter der Erdoberfläche für Schätze verborgen liegen. Daraus entstanden eben auch die vielen Sagen, die es hier gibt, und die immer wieder gerne erzählt werden. Vom Rübezahl habe ich dir ja schon öfters erzählt. Sagen sind Berichte über Begebenheiten, die nicht eindeutig erklärt werden können.“
„děda, (Opa) und dann denken sich die Menschen etwas dazu?“
„Richtig, und schmücken das auch noch aus mit Worten, damit die Geschichte länger wird und auch noch interessanter zu erzählen ist, zum Beispiel für kleine Jungen wie dich.Ich wollte dir heute aber keine neue Sage erzählen, sondern von meinem Leben unter Tage berichten.“
„děda, war das beschwerlich?“ ........................

KZ-Lager Flossenbürg


Familie Grynszpan wurde also aufgrund der Verhängung einer sogenannten Schutzhaft in Flossenbürg eingeliefert und sofort nach ihrer Ankunft getrennt. Judith und Emma kamen ins Frauenlager, Bruno und Joseph in unterschiedliche Baracken des Männerlagers. Arthur als von Geburt an körperlich Behinderter landete in einem Außenlager von Flossenbürg, in dem geistig und körperlich Behinderte zusammen inhaftiert sind.
Eine ehrbare Familie, die sich nie etwas zuschulden kommen lassen hat, wurde nur aufgrund von Verdächtigungen und Vermutungen mit vielleicht wirklich Kriminellen zusammengewürfelt, ohne Hoffnung auf eine gerichtliche Überprüfung. Auch die Gerichtsbarkeit war »gleichgeschaltet« worden.......

.........Für die Bewohner einer KZ-Baracke ganz ungewöhnlich, ist statt des gewöhnlichen Weckappells eines Morgens die Barackenaufsicht erschienen. Alle sind aufgeregt und besorgt; ist einer von ihnen heute Nacht getürmt? Das könnte schwerwiegende Konsequenzen für alle bedeuten. Exemplarisch wird wahllos der Eine oder Andere herausgeholt.
»Häftling 897, vortreten« brüllte ein Kapo, der selber ein Häftling, aber privilegiert war, durch den Raum.
Häftling 897 ist Bruno Grynszpan.
»Häftling 897 ist angetreten«, musste Bruno antworten. Wenn er das nicht vorschriftsmäßig machen würde, hätte er Schläge zu erwarten.
»897, Baracke verlassen«, brüllte der Kapo jetzt. Bruno musste vor dem Kapo, der aus Sicherheitsgründen einen zweiten Mann dabei hat, im Laufschritt die Baracke verlassen.
Was hat das für Bruno zu bedeuten, fragte sich jeder. Meistens endete so etwas mit einer Liquidierung...........
................Wird ihm Ähnliches auch bevorstehen? Aber Bruno ist doch nicht bei der Fronarbeit zusammengebrochen.
»Häftlingsnummer, Name?« wurde Bruno von einem SS-Totenkopfmann in der Verwaltungsbaracke angebrüllt. Die Anweisungen oder Aufforderungen in den KZ erfolgten immer durch Anbrüllen, worauf die Häftlinge in leisem, unterwürfigem Ton zu antworten haben.
»Häftlingsnummer 897, Bruno Grynszpan aus Rübenau, Deutschland, Herr Oberleutnant« antwortete er nach Vorschrift.
Wie muss jemandem zumute sein, dessen Ehre so zertrampelt wird, der keinen Namen mehr hat, nur noch eine Zahl ist. Er ist sich keinerlei Schuld und Vergehens bewusst. Hoffentlich widerfährt das seinem Gegenüber irgendwann ebenso, ging es Bruno durch den Kopf.
Stehend musste er abwarten, bis der Oberleutnant umständlich ein Schreiben entfaltet und dann in aller Ruhe mehrfach durchgelesen hat.
Daraufhin ist der SS-Mann unruhig geworden.

R.H. als SS-Schärge


Hitler mit seiner Führungsclique Göring, Himmler, Göbbels, Streicher und Rosenberg war in seinen Vorstellungen keineswegs immer einer Meinung mit dem Generalstab der Wehrmacht. Hitler meinte mit seiner Überfallstrategie auch das riesige russische Reich überrollen zu können, die Generäle schlugen eine abgewogene Eroberung vor. Letztendlich setzte Hitler aber immer seinen Willen durch, unverständlich, weil er als böhmischer Gefreiter nie die Offizierslaufbahnen der deutschen Wehrmacht durchlaufen hat.
 Unverständlich auch, dass er ohne spezielles militärisches Wissen Oberbefehlshaber der Wehrmacht wurde und so seine Fantasien auslebte. Ein Diktator meint, er kann sich über alle Gesetze hinwegsetzen. Doch letztlich sind auch solchen Despoten Grenzen gesetzt. Wir erleben es gerade mit Assad in Syrien, der bestimmte Volksgruppen seines eigenen Volkes umbringt. Doch er wird scheitern. Entweder er geht in ein Asyl, wahrscheinlich nach Russland, oder er bekommt noch seine gerechte Strafe im eigenen Land.-------------
In den besetzten Ostgebieten soll das Land weitgehend von »minderwertigem« Leben befreit und von Juden ganz gesäubert werden. .....................
................War es nun Abenteuerlust oder gelebter Sadismus? Oder einfach Befehlstreue? R.H. ist mit seiner SS-Totenkopfbrigade im Fronthinterland auf der Suche nach versprengten Soldaten der russischen Armee, um zu verhindern, dass sie sich zu Partisanen zusammenfinden. Auch verdächtige Zivilisten werden aufgespürt. Das ist für die Häscher auch nicht ungefährlich, denn mit überfallartigen Angriffen müssen die Deutschen stets rechnen.
Bisher noch nicht verhaftete Jüdische Russen werden ebenfalls gesucht.
Es ist ein schmutziges Geschäft, was da im Namen der nationalsozialistischen Ideologie betrieben wird. Die SS und die Gestapo verbreiten Angst und Schrecken. Mit ihren gepanzerten Fahrzeugen fahren sie kreuz und quer durch das weite Land, kommen bis in kleinste, abgelegenste Dörfer..................

R.H. als Fluchthelfer


Der Deserteur bot den Leuten an, zu helfen, denn damit half er sich auch selber. Doch davon sagte er nichts, sprach auch nicht von seiner Vergangenheit als SS-Aufseher im KZ Auschwitz. Für sich hat er diese Episode, die ihn jetzt psychisch außerordentlich stark belastet, abgeschlossen. Ist sie für Andere auch überwunden? Mit Sicherheit nicht.
Langsam kommt der Treck voran. Man fühlte sich sicherer, wenn durch Wälder gefahren wurde. Unter alten, weit ausladenden Bäumen fand die lang auseinander gezogen ziehende Wagenkarawane gewissen Schutz vor Angriffen der russischen Tiefflieger. Sie hatten ihre Wagen mit weißen Bettlaken überzogen, dadurch waren sie weniger auffällig, denn das grüne Blätterdach des Sommers fehlte. Überall lag tiefer Schnee. Es wurde auch überlegt, nur nachts auf Achse zu sein. Das bot zwar etwas mehr Sicherheit vor Beschuss, hatte aber den Nachteil, dass der Wegeverlauf schwerer zu erkennen war. Einen Kundschafter vorausschicken, wie man zunächst auch vorhatte, wäre keine gute Lösung.
Gemeinsam ist man stärker. Das merkten die Flüchtlinge auch, wenn wieder einmal jemand aus dem Treck mit seinem Leiterwagen verunglückte, eine Achse brach oder ein Zugpferd stürzte. Und jetzt war R.H. dabei, nicht als Obersturmbannführer, sondern als einfacher Landarbeiter. Er hat sich vorgenommen, diesem Treck zu helfen, soweit das in seiner Macht ..................

Der kleine Will


Auf dem Marinetender sind die schiffbrüchigen Flüchtlinge sowie die wenigen geretteten, kriegsverletzten Soldaten bestmöglich versorgt worden. Besonders das Kleinkind, ein etwa 4-jähriger Junge, wurde als Wunder angesehen. Zuerst hat das Kind die Flucht auf einem Treck überlebt, dann das Glück, mit seinen unbekannten Eltern?? das Schiff zu erreichen, jetzt allein treibend, festgebunden auf einem Rettungsring, im salzigen Meer entdeckt zu werden. Auch wenn der Junge wahrscheinlich seine Eltern oder seine Mutter verloren hat: Der Junge ist ein Glückskind, ein Goldjunge.
Stundenlang noch wurde die Ostsee nach dem Versinken der Wilhelm Gustlow nach Schiffbrüchigen abgesucht, doch als keine Hoffnung mehr bestand, weitere Überlebende zu finden, drehten die Suchschiffe ab..................

In der Heimat

 
Der Erste, der es nach Hause, nach Rübenau, schaffen könnte, wäre Arthur. Er hat den kürzesten Weg, von Weimar über Chemnitz nach Rübenau sind es überschaubare 170 Kilometer. Aber die Zugverbindungen sind hier genauso unregelmäßig und lückenhaft wie überall. Doch er will es versuchen. Vielleicht mal mit dem Zug, dann wieder per Anhalter. Aber wann fährt hier schon ein Auto. Laufen wird ihm sehr schwerfallen, mit seinem verkrüppelten Bein. Aus dem Grunde ist Arthur ja in ein KZ eingesperrt worden. Unwertes Leben, wie es bei der NSDAP hieß.
Doch das ist Gott sei Dank Vergangenheit. Er kommt voran, abschnittsweise zwar und langsam, aber sein Ziel rückt näher. Das zerstörte Chemnitz ist schon erreicht.
Jetzt hat er zwei Möglichkeiten, über Marienberg nach Rübenau zu kommen: Entweder auf der Landstraße, in der Hoffnung auf Mitnahme in einem Auto, oder mit der Bahn über Flöha bis Zöblitz und von da mit einem Fahrzeug, vielleicht auch Pferdewagen. Was wäre die bessere Alternative?
Arthur entscheidet sich für die Bahn. Da kennt er sich aus, in Flöha hat er zuletzt noch Erzgebirgische Schnitzkunst verkauft, bevor er mit der Familie eingekerkert wurde. Und das nur auf den Verdacht hin, mit seinem jüdisch klingenden Namen Grynszpan auch Jude zu sein. Seine körperliche Behinderung wurde ihm erst später zum Verhängnis..............
.............Der ehemals durchlässige Grenzübergang ist bewacht, ein Durchkommen nicht möglich. Mit Deutschen will man nach den erlebten Exzessen nichts mehr zu tun haben. Doch die Tschechen sind in ihren ersten Rachegelüsten nach dem Krieg auch nicht menschlicher. Tausende deutschstämmige werden vertrieben, enteignet und nicht wenige ermordet. Wie immer nach Kriegshandlungen müssen Frauen durch Vergewaltigungen leiden. Das war bei Dschingis-Khan schon so. Ebenso in Rübenau, wo nach dem Zusammenbruch russische Streitkräfte stationiert werden.
Eine Verständigung von hüben nach drüben ist nicht möglich, aber Jana geht voller Sehnsucht und Erwartung oft bis zum Grenzzaun und blickt hinüber. Und als Anton wieder zu Hause angekommen ist, macht er das Gleiche; dabei geschieht ein weiteres Wunder:
Jana steht auf der einen Seite des Zaunes, Anton auf der Anderen. Sie können sich durch die Maschen berühren, auch küssen, aber nicht umarmen nach der langen Trennung. Aber sie wissen, dass sie gesund sind und leben–und irgendwann wird sich das Tor wieder öffnen–doch wann?
 
Nicht erst, wenn sie gestorben sind...........................bitte.
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