"Leistungen bepreisen" - -Kostenlose Konten vor dem Aus 15.03.2016

Niedrige Zinsen und teure Regulierung machen Deutschlands Sparkassen zu schaffen. (Quelle: dpa)
Trotz der andauernden Minizinsen haben die Sparkassen im vergangenen Jahr einen Gewinn von zwei Milliarden Euro gemacht. Für die Kunden dürfte sich dennoch etwas ändern, denn die Sparkassen wollen die Kosten drücken und an der Gebührenschraube drehen.
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"Die Zeit von weiten Angeboten kostenloser Kontoführung ist aus meiner Sicht vorbei", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, in Frankfurt bei der Bilanzpressekonferenz. "Wir werden Leistungen bepreisen müssen - und zwar verursachergerecht."
Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der "falschen Zinspolitik" der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Ertragsquellen erschließen. Die EZB hatte den Leitzins im Euroraum am vergangenen Donnerstag auf Null gesenkt.
Strafzinsen, die die EZB für geparkte Gelder von Banken verlangt, wird die Branche nach Fahrenschons Einschätzung zunehmend an gewerbliche Kunden mit hohen Einlagen weiterreichen. Dem könnten sich auch die Sparkassen nicht entziehen. "Entscheidend ist, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um diesen verheerenden Effekt der Niedrigzinspolitik nicht beim privaten Sparer ankommen zu lassen." Er betonte zudem: "Der DSGV-Präsident setzt keine Preise fest." Das obliege den jeweiligen Instituten.
Weniger Zinsen, mehr Provisionen
Im vergangenen Jahr konnten die 413 (Vorjahr: 416) Sparkassen sinkende Zinsüberschüsse durch höhere Provisionsüberschüsse ausgleichen - besonders dank guter Geschäfte mit Wertpapieren. Der Vorsteuergewinn lag letztlich mit 4,6 Milliarden Euro um 200 Millionen Euro unter dem Wert von 2014. Unter dem Strich stand erneut ein Überschuss von rund zwei Milliarden Euro.
"Es ist aber angesichts der Zinspolitik der EZB klar, dass sich diese guten Ergebnisse in den nächsten Jahren nicht wiederholen werden", sagte Fahrenschon. Selbstbewusstsein schöpft die Gruppe daraus, dass sie in den vergangenen fünf Jahren 19,4 Milliarden Euro in ihre Vorsorgereserve packte - davon 4,2 Milliarden Euro allein 2015.
Kunden sparen trotz Minizinsen weiter
Zuwächse verbuchten die öffentlich-rechtlichen Institute im vergangenen Jahr bei Krediten und bei Kundeneinlagen gleichermaßen. Ende Dezember 2015 lag der Kreditbestand der Sparkassen bei 745,1 (720,7) Milliarden Euro. Angesichts der niedrigen Zinsen sind Finanzierungen für Häuser und Wohnungen sehr gefragt. Obwohl die Institute Sparen kaum noch belohnen, trugen Kunden weitere 24,8 Milliarden Euro zu den Sparkassen. Die Einlagen stiegen auf 861,5 (836,7) Milliarden Euro.

Kosten senken wollen die Institute beim Personal. Im vergangenen Jahr wurden 6427 freigewordene Stellen nicht wieder besetzt. Die Mitarbeiterzahl der Sparkassen sank auf 233.719. Hier wird sich der Trend nach unten nach DSGV-Einschätzung fortsetzen. Das Filialnetz wurde weiter ausgedünnt: von knapp 14.900 auf 14.451 - inklusive Selbstbedienungspunkten. Der DSGV rechnet mit einem weiteren Rückgang, weil viele Menschen Bankgeschäfte online erledigen
Quelle: http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_7...
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