Katzensprache - Warum schnurren Katzen und wie machen sie das? 9.4.2016

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Warum schnurren Katzen und wie machen sie das? Foto: Jana Behm
Kaum sind Sie zur Tür hereingekommen, kommt Ihnen auch schon der geliebte Stubentiger mit aufgestelltem Schwanz entgegen und das Schnurren geht los. Aber warum schnurren Katzen eigentlich? Bringen Sie damit ihre Freude zum Ausdruck oder hat es etwas ganz anderes zu bedeuten? Wir erklären die Katzensprache und wie dieTiere das Geräusch eigentlich erzeugen.
Schnurren Katzen nur, wenn sie glücklich sind?
Nicht nur die beliebten Haustiere tun es, sondern auch Wildkatzen wie Geparden, Luchs oder Ozelot – aber was hat es mit dem Schnurren auf sich? Im Prinzip sind sich Forscher einig, doch einige Annahmen bleiben umstritten.

Bekanntlich schnurren Katzen, wenn sie glücklich und zufrieden sind, etwa nach einer Mahlzeit oder wenn sie gestreichelt werden. Aber auch in anderen Situationen erzeugen sie das Geräusch, zum Beispiel wenn sie Angst haben, gestresst sind oder unter Schmerzen leiden. Die Katzenforscherin Dr. Mircea Pfleiderer glaubt, dass Katzen sich in negativen Situationen womöglich selbst beruhigen wollen oder anderen signalisieren möchten: "Ich tu dir nichts, tu du mir auch nichts."
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Bewiesen ist diese These laut dem Wissensmagazin "Was ist was?" zwar nicht, doch in einem sind sich die Forscher einig: Schnurrt die Katze, dann ist sie friedlich gestimmt. Bei einer aggressiven Grundstimmung scheinen Katzen nämlich gar nicht zu schnurren, sondern nur, wenn sie zufrieden oder eingeschüchtert sind, aber auch wenn sie besänftigend wirken möchten.
Wie kommt das Schnurren der Katzen zustande?
Haben Katzen etwa ein spezielles Organ dafür? Auch diese Frage gibt Forschern Rätsel auf. Zwar gibt es Erklärungsansätze, doch wie genau das stetige sonore Gurren entsteht, ist bisher nicht eindeutig klar.
Katzenexperten gehen davon aus, dass das Schnurren mit der Kehlkopfanatomie und regelmäßigen Nervenimpulsen zusammenhängt. Dabei sollen die über den Kehlkopf gespannten Stimmbänder beim Ein- und Ausatmen im Luftstrom Töne erzeugen, so die Zeitschrift "Spektrum".
Laut einer anderen These sollen neuronale Impulse die Stimmlippen im Kehlkopf der Katzen in Schwingung versetzen. Dies sorgt dafür, dass sich die Stimmritze zwischen den beiden Lippen öffnet und schließt. Diese Vibration soll dann für das Schnurren verantwortlich sein.
Katzen müssen das Schnurren erst erlernen
Das sanfte Schnurren scheint wie ein angeborener Reflex, denn schon kleine Kätzchen machen die Laute, wenn sie Muttermilch trinken. Laut den Katzenforschern müssen Kätzchen das Schnurren jedoch erst einmal einige Tage lang üben. Der Nachwuchs signalisiert der Katzenmutter damit, dass alles in Ordnung ist. Umgekehrt schnurrt die Mutter zum Zeichen, dass keine Gefahr droht.
Die Frequenz des Schnurrens ist übrigens nicht abhängig von der Größe des Tieres, sondern von der Rasse. Eine typische Schnurr-Frequenz liegt zwischen 16 bis 28 Hertz. Hauskatzen liegen dabei meist bei um die 26 Hertz.
Darum schnurrt die Katze: Mögliche Gründe
Aber warum schnurren Katzen denn nun eigentlich? Neben der Annahme, dass sie Menschen und Artgenossen eine friedliche Stimmung signalisieren wollen, gibt es noch andere Theorien.
Es gibt Vermutungen, dass das Schnurren sogar einen Selbstheilungsprozess der Knochen in Gang setzen kann. Forscher erklären dies so: Das Schnurren erzeugt andauernde mechanische Reize im Skelett. In Folge wird der Stoffwechsel der Knochen angekurbelt, woraufhin neue Knochenbildungszellen entstehen und das Gewebe repariert wird. Der Grund dafür ist vermutlich, dass Katzen die meiste Zeit des Tages liegen und daher ihre Knochen anderweitig trainieren müssen.
Schlussendlich ist die Ursache für das Schnurren also eine Kombination aus mehreren Faktoren. Hauptsächlich dient es zu Kommunikationszwecken, aber dass das Schnurren nebenbei Knochen und Muskeln stärkt, wird damit nicht ausgeschlossen.
Quelle_http://www.t-online.de/ratgeber/freizeit/haustiere...
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