Sommerzeit: Uhren umstellen - vor oder doch zurück? 27.3.2016

Sommerzeit: Uhren umstellen - vor oder doch zurück? Foto: Jana Behm
Sommerzeit: Uhren umstellen - vor oder doch zurück?
Vor 100 Jahren führte der Staat die Sommerzeit ein. Seither ist die Zeitumstellung (Sonntag, 27. März 2016) umstritten. Infos über die Geschichte der Sommerzeit und Merksätze zur Frage "Vor oder zurück?" finden Sie hier.

Die Zeit läuft: In der Nacht zum Sonntag (27. März) wurden wieder zum Beginn der diesjährigen Sommerzeit die Uhren um eine Stunde von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt, die Winterzeit endet - und das zum 100. Mal. Bereits im Jahr 1916 begann die staatlich verordnete Zeitumstellung, Deutschlandwar damals weltweiter Vorreiter.
Zeitumstellung am 27.03.2016: Uhren zur Sommerzeit vorgestellt
Umstritten war das Drehen an der Uhr zum Beginn des Sommers schon damals - und ist es auch heute. "Es ist Routine, ein eingespieltes Verfahren", sagt eine Sprecherin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Sie ist für das jährliche Zeitumstellen in Deutschland verantwortlich. Technisch läuft beim Uhrenumstellen seit Jahren alles rund.
Dennoch gibt es Debatten. "Es ist ein Thema, das jeden betrifft, zu dem jeder eine Meinung hat und das von Beginn an äußerst kontrovers und emotional diskutiert wird", sagt Johannes Graf vom Deutschen Uhrenmuseum. So wurde die Sommerzeit bereits 1919 in der frühen Weimaret Republik wieder eingestellt. 1940, im Zweiten Weltkrieg, wiederholte sich das Ganze.
Sommerzeit seit Einführung im Jahr 1916 umstritten
1947 gab es sogar eine doppelte Sommerzeit, die Uhren wurden zwei Mal und somit insgesamt zwei Stunden vorgestellt. Das Tageslicht sollte ausgenutzt und so Energie gespart werden. Nach sieben Wochen war damit aber Schluss. Und zwei Jahre später war dann komplett Aus mit dem Uhrenverstellen. Der Protest der Bevölkerung war zu groß.
Drei Jahrzehnte später, in Zeiten der Ölkrise, belebte 1976 Frankreich die Idee wieder, die Sowjetunion folgte 1979, die beiden deutschen Staaten dann 1980. Seither gilt das Verschieben der Zeit in Deutschland - und seit diesem Jahr stellen fast alle europäischen Staaten die Uhren zur Sommerzeit um, seit 1981 auch die Schweiz.
Zeitumstellung - seit langem umstritten
Pro und Kontra
- Tageslicht zur Arbeit besser nutzen: Das galt vor allem nach dem Krieg. 1947 wurden die Uhren gar zwei Stunden vorgestellt, um mehr Tageslicht beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu haben.
Vor oder zurück? Merksätze zur Zeitumstellung 2016
Seit genau 20 Jahren ist sie europaweit einheitlich geregelt. Die Europäische Union dreht seit 1996 für alle verbindlich am Zeiger: Zum Sommer geht es eine Stunde vor, zum Winter wieder eine Stunde zurück. Dennoch stellen sich viele jedes Jahr aufs Neue, in welche Richtung der Zeiger nun gestellt werden muss. Merksätze und Elselsbrücken sollen helfen:
- "Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer" - im Frühjahr plus und im Winter minus.
- "Früher aufstehen im Frühjahr", denn die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich um eine Stunde.
- "Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln." Im Frühjahr kommen sie VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen.
- "Spring forward, fall back." Im Frühling (spring) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst (fall) eine Stunde zurück.
- Die 2-3-2-Regel: Am Anfang des Jahres wird die Uhr von 2 auf 3 vorgestellt, zum Winter von 3 auf 2.

Zustimmung schwindet: Mehrheit für Abschaffung der Sommerzeit
Ursprünglich ging es bei der Zeitumstellung um bessere Energienutzung: Abends ist es dadurch eine Stunde länger hell. Geklappt hat das aber Experteneinschätzungen zufolge nicht. Im Sommer machen die Menschen zwar abends seltener das Licht an. Dafür wird im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt, denn die Sonne geht während der Sommerzeit später auf.
Auch deshalb sinkt die Zustimmung zur Zeitumstellung stetig. Das zeigt zumindest eine neue repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Drei Viertel der Bevölkerung - 74 Prozent - halten die Zeitumstellung demnach für überflüssig. Vor drei Jahren - also 2013 - sagten dies nur 69 Prozent. Frauen sind demzufolge mit 80 Prozent eher gegen die Sommerzeit als Männer mit 68 Prozent.
Quelle: http://www.news.de/panorama/855634620/zeitumstellu...
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.03.2016 | 14:12  
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 27.03.2016 | 19:09  
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Jana Behm aus Lößnitz | 27.03.2016 | 22:36  
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