Premiere von „Das schwarze Amulett“ auf der Ehrenburg und Brunch mit Jazz

Brodenbach: Ehrenburg | Mörderischer Hochzeitsschmaus in Adelskreisen

Rund 70 ahnungslose Opfer und auch vorfreudige Serientäter hatten sich im Publikum der Dinnerkrimi-Premiere „Das schwarze Amulett“ am Freitag auf der Ehrenburg an der Mosel versammelt. Im rustikal eingedeckten Rittersaal wärmte man sich zur Begrüßung mit heißem Met auf oder stimmte sich mit Wein und Bier auf das drohende Unheil des Fünf-Akters ein. Pünktlich um 19 Uhr nahm die komische, zuweilen auch unheimliche Geschichte ihren turbulenten Lauf.

Schon im ersten Akt begegnete das Publikum den wichtigsten Figuren: Godelind, der herrischen, aber herzlichen Tante der Burgherrin, Agnes von Ehrenberg, die sich nur widerwillig in ihr eheliches Schicksal mit einem Kölner Kaufmann fügt – und natürlich Helmbrecht von Nippes selbst, der das Publikum durch seine schnoddrig melodische Mundart schier aus dem Häuschen brachte. Keine zehn Minuten vergingen im Stück bis zur ersten Lachsalve. Als er zum Beispiel feststellt, dass der halbe Hof über ihn lacht, präsentiert Helmbrecht - meisterlich ins Spiel gesetzt von Karl Großer - seine praktische und rheinisch-dreiste Ader: „Isch weiß, wat ihr alle von mir denkt. Aber et is mir ejal!“, posaunt er, „Und wisst ihr warum? Weil isch dat hier habe!“ Damit zeigt er das schwarze Amulett herum, dass in einer ledernen Hülle auf seiner schmächtigen Brust baumelt und der Grund allen Wünschens, Sehnens und auch Mordens an dem Abend ist. Das hölzerne Kleinod verleihe übernatürliche Kräfte und bringe Glück – so die Kunde. Dieser Überzeugung ist denn auch Freile Ramon Diez de Burgos, Gesandter der spanischen Krone. Er kreuzt auf und fesselt, wer ihn hört und sieht. Mit dieser Figur tat der Autor des Stücks dem Publikum einen großen Gefallen: Galante Umgangsformen mischen sich bei ihm mit dem glühenden Wahnsinn und der Skrupellosigkeit eines machtbesessenen religiösen Fanatikers. Bei allem Raum für Wortwitz und Situationskomik war es der Inszenierung gelungen, auch für ein wenig Schauder zu sorgen. Als die an die alten Götter glaubende Magd und Vertraute von Agnes „nach den Regeln der Inquisition“ verhört werden soll, lief so manchem ein Schauer den Rücken hinunter. Dies verwundert nicht angesichts des überbordend packenden Spiels von Gabi Mohr in dieser Rolle. Wenn sie irre kichernd den Saal auf und ab humpelte, angstgeweiteten Auges die schwarzen Höllenhunde anrief oder dem Kölner verschwörerisch eine Lehre zu erteilen plante, konnte sich kaum einer entziehen. Auch dem Wohlgeschmack des Vier-Gang-Menüs entzog sich niemand: Man schmauste sich durch Wildessenz, Feldsalat mit Feigen, Entenbrust an Spinat und - zur krönenden Auflösung des Falles - Mandelmousse in Beerensud.

Ebenso opulent wie köstlich dampfte auch das Büfett am folgenden Sonntag. Das „Ehrenburger Frühgelage“ fand seine Saisoneröffnung mit dem gediegenen Live-Lounge-Jazz des „Nu-Jazz“-Trios. Die früh Speisenden genossen den kulturellen Segen zu Rührei mit Speck und Frikadellen, Salaten und Süßem bis lange in den Nachmittag hinein. Der Brunch wird bis zum 18.12. an jedem Sonntag von 11 bis 15 Uhr angeboten, das „Nu-Jazz“-Trio ist wieder zum Auftakt 2012 am 15. Januar zu Gast beim Frühgelage. Karten und Geschenkgutscheine für Brunch und Dinnerkrimi sind unter der Telefonnummer 02605 3077 oder über www.ehrenburg.de erhältlich, alle Termine von und weitere Informationen zum „Schwarzen Amulett“ findet man unter www.mittelalterkrimi.de.

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