Rosch ha-Schana - das jüdische Neujahrsfest

von Gisela Görgens aus Linz am Rhein | am 21.10.2009 | 683 mal gelesen | 10 Kommentare | 1 Bildkommentar | 2 Bilder
 
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Auf dem gedeckten Tisch dürfen Honig und Äpfel nicht fehlen. An diesem Tag werden fast alle Speisen in Honig getaucht. Dadurch wünscht man, dass das kommende Jahr für alle Juden "Süß" wird.

Am ersten und zweiten Tag des Monats Tischri (September/Oktober) ist das jüdische Neujahrsfest, welches auch der Tag der Schöpfung genannt wird.

Im Gegensatz zu den anderen jüdischen Festen sind die Feiertage Rosch ha-Schana und Jom Kippur nicht auf ein historisches Ereignis zurückzuführen. Es sind rein religiöse Feste, bei denen Gott gefeiert wird. An diesen Tagen steht Moral, Erforschung des Gewissens, Spiritualität und Heiligkeit im Vordergrund. Jeder geht in sich und prüft sein Gewissen. Alle beten um Vergebung ihrer Sünden. Jedoch treten die Juden voller Zuversicht ins neue Jahr, denn sie wissen, dass rechtzeitig Buße getan, man auf GoGottttes Barmherzigkeit bauen kann. Die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft hat jeder. Kehrt sich der Gläubige rechtzeitig von seinen Sünden ab, wird ihm der Herr seine Schuld vergeben.

In der Bibel ist das Neujahrsfest nur ein eintägiges Fest, jedoch feiern orthodoxe und konservative Juden überall zwei Tage lang. Mit diesem Tag beginnt die zehntägige Zeit der Selbstbesinnung und Reue über vergangene Taten, die im Jom Kippur, dem Versöhnungstag, den Höhepunkt erreicht.

Das jüdische Neujahrsfest beginnt mit dem Kol-Nidre-Gebet am Anfang des Abendgottesdienstes in der Synagoge der einem Festgottesdienst gleicht. Nach der Vorstellung der Juden wurde an diesem Tag die Welt erschaffen. Sie beten besonders ergeben zu Gott, was vor allem durch den Anfangsvers des Hauptgebetes, "Heilig, heilig, heilig ist der Schöpfer aller Kreatur ...", deutlich wird. Am ersten Abend wünscht man sich ein gutes Jahr.

An diesen Tagen herrscht in der Synagoge die Farbe weiß vor. Die Macht und die Größe dieses Tages soll dadurch zum Ausdruck kommen. Der Vorhang der Lade ist weiß und mit goldenen Buchstaben bestickt. Ebenso weiß sind die Decken auf dem Torapult, sowie der Kittel des Vorbeters.

Nach dem Gottesdienst gehen die Gemeindemitglieder nach Hause und feiern im familiären Kreis ein Festmahl, bei denen bestimmte Sitten und Bräuche eingehalten werden. Auf dem gedeckten Tisch dürfen Honig und Äpfel nicht fehlen. An diesem Tag werden fast alle Speisen in Honig getaucht. Dadurch wünscht man, dass das kommende Jahr für alle Juden "Süß" wird. An diesem Abend wird das zu einem Kreis geformte Brot, die Challa, in Honig getaucht. Die Challa symbolisiert den Rhythmus des Jahreskreislaufes. Danach werden Apfelstücke in den Honig getaucht. Eine der beliebtesten Nachspeisen am Neujahrsfest ist Honigkuchen. Oft wird auch eine Speise aus Möhren zubereitet. Sie versinnbildlicht den Wunsch, dass die Vorzüge und Verdienste der Juden, deren Mängel überwiegen sollen.

Der Morgengottesdienst an Rosch ha-Schana kann bis zu fünf Stunden dauern. Zu diesem Feiertag hat jedes noch so alltägliche Gebet einen besonderen und ernsten Rhythmus und flehenden Klang. Im Gottesdienst wird wird der Schofar geblasen., was einen Glanzpunkt dieser Zeremonie darstellt. Der Schofar ist ein ausgehöhltes Widderhorn, dessen Spitze zu einem einfachen Mundstück geformt wurde.

Bis zum Versöhnungstag Jom Kippur befindet sich jetzt der Jude in einer Phase der Reue und des Nachdenkens über seine Sünden.

Esther Coltof aus jerusalem schreibt: "So endlich wieder zuhause... Ich werd hier mal ein klein bischen ueber unseren Rosh Hashana berichten. (Bin auch sehr neugierig wie die anderen juedischen Mitglieder es gefeiert haben ;-) )

Rosh Hashana und den gleich darauf folgenden Shabbat haben wir in Romema, ein Chassidisches Viertel in Jerusalem gefeiert. Von mittwochabend bis motzei Shabbat (Samstagabend) gab es kein elektritzitaet, dh kein Fernseher, Computer,Telefon, Musik oder Auto. Wir duerften bis Freitagabend zwar kochen (von ein schon brennendes Feuer) aber nur bis Freitag. Es gab jeden Abend und mittag eine Mahlzeit wobei wir jedesmal die Segensprueche ueber bestimmte sachen sagen mussten. Es gab den Apfel mit Honig, Granaetapfeln, Datteln und auch ein Fisch oder Schafskopf (was zuerst gekocht wird). Wir nehmen normal jedes Jahr einen Fischkopf um darueber den Segenspruch zu sagen, aber dieses Jahr kam meine Schwaegerin mit ein Schafskopf an. Wir hatten einen ganz langen Tisch mit 10 Personen aber irgendwie lag jede Mahlzeit dieser Schafskopf genau vor mir und nahm mir den appentit :-) .

Die Maenner sind jeden morgen und nachmittag in die Synagoge gegangen. Selber hab ich nicht so oft das Haus verlassen weil wir immer die Mahlzeiten und den Tisch vorbereitet haben, und auch weil ich mich zwischen al dieses Chasidim mit ihre Streimel nicht wirklich wohl gefuehlt hab.
Obwohl wir zwar nicht weniger juedisch sind als sie, sind diese Leuten fuer mich die wahren Juden. Die Juden die sich genauso an die Thora halten wie wir alle eigentlich tun sollten. Es war sehr schoen um sie aus dem Fenster zu beobachten wie die kleinen Kinder hinter die Eltern herlaufen und die groessten sich um die kleinen Geschwister kuemmern. Es gab dort keine Autos und alle konnten frei auf der Strasse laufen.Die 13-jaehrigen (nach der Bar-Mitzwa) sahen mit ihre grosse Huette aus wie kleine Maenner.

Den Shofar konnte ich aus dem Fenster hoeren denn gegenueber unser Haus gab es eine Jeschiwa und eine Synagoge. Auf der hinterseite des Hauses gibt es mehrere Synagogen".

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Birgit Leidinger aus Wetter am 21.10.2009 um 13:21 Uhr  
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