Paris, Sommer 1975

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Der mächtige Triumphbogen
 
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Der sagenhafte Eiffelturm
Paris (Frankreich): Paris, Frankreich |

Im Sommer 1975 war ich 16 und mit Kumpel Jürgen B. per Inter-Rail in Europa unterwegs. Hier meine damaligen Tagebucheinträge zu Paris.

5. Juli 1975

Von Matthäus Felder: „Schon vormittags kamen wir am Gare de l'Est an und zwar mit einem „Rapide“. Langes Umherirren nach der Jugendherberge, die wir mit viel Glück schließlich fanden – per Métro zum ‪Gare d’Austerlitz‬, per SNCF zum Bahnhof von Choisy, einem Vorort, 12 km außerhalb. Langer Fußmarsch zur modernen „auberge de la jeunesse“. Inklusive Abendbrot und Frühstück kostete die Nacht FF 30,–. Da wir noch recht gut bei Kasse waren und die Anstrengung, eine andere Bleibe zu suchen, zu groß gewesen wäre, buchten wir gleich mal zwei Nächte. Somit blieb Zeit, nochmal ins Stadtzentrum zu fahren. Die breite ‪Avenue des Champs-Élysées‬, der mächtige Triumphbogen Napoleons und der „‪Jardin des Tuileries‬“ beeindruckten uns sehr, obwohl alles leicht in Regen gehüllt war. Zurück im Jugendhotel waren unsere Betten sogar schon überzogen. Auf dem Weg dorthin wurden wir von Straßenkindern um Getränke angebettelt.

6. Juli 1975

Nach dem Frühstück fuhren wir direkt mit der Bahn zum Pont Saint-Michel nahe der Kathedrale Notre-Dame de Paris, die wir auch wegen des Sonntags besuchten. Danach ging’s vorbei am Hôtel de Ville (Rathaus) und an der alten Schlossuhr an der Sainte-Chapelle zum Musée du Louvre, wo wir uns bis 11 Uhr umschauten – natürlich auch nach Leonardos Mona Lisa! Zu Fuß marschierten wir weiter über Place de la Concorde zum Eiffelturm, den wir aber nur von unten bestaunten. Jetzt benutzten wir wieder die Métro (Bir-Hakeim bis Marcadet-Poissonniers), um den Montmartre-Hügel zu besuchen. Steile Treppen führten uns hinauf zur Basilique du Sacré-Cœur, dem Höhepunkt des Horizonts von Paris, vor etwa 100 Jahren erbaut im römisch-byzantinischen Stil. Der innere Gebäudeschmuck ist sehr reichhaltig. Wir bewunderten das Kuppelmosaik mit seiner 475 Quadratmeterfläche von Luc-Olivier Merson geschaffen und wir genossen den Ausblick von der Terrasse auf die ungeheure Stadt. Per Métro gelangten wir dann zum Seine-Ufer, wo man im Flohmarkt bei den „Bouquinistes“ in uralten Druckerzeugnissen schmökern kann. Vom Bahnhof Choisy aus konnten wir am Abend gleich noch drei liebenswürdigen Finninnen den Weg zur Herberge zeigen. Auch wir wären froh gewesen, hätte uns am Vortag jemand den Weg gewiesen. Beim Abendessen langten wir gehörig zu, da wir aufs Mittagessen verzichtet hatten.

7. Juli 1975

Als wir genug von Paris hatten ((Anmerkung 2014: Wie kann man je genug von Paris bekommen??)), mussten wir noch ein letztes mal mit unserem Gepäck vom Quai d'Orsay (Bahnhof) bis zum Gare des Invalides wandern, um uns in Versailles umzuschauen. Das berühmte Schloss dort war lange Zeit grandiose Residenz der Könige Frankreichs. Der Spiegelsaal war anno 1871 Schauplatz der deutschen Kaiserproklamation mit Wilhelm I. und Reichskanzler Bismarck. Wir durchschritten das Ehrentor und den Hof der Minister. Hier steht ein stolzes Reiterstandbild des Sonnenkönigs Ludwig. Allerdings gefiel mir die Westfassade von den schönen Gärten aus betrachtet viel mehr als die Hof-Front. Vom Postamt der Stadt mit noch sehr viel königlichem Flair versuchten wir eine Telefonverbindung Versailles–Deutschland herzustellen, was jedoch scheiterte.

Dies glückte dann erst nach langer Wartezeit in Le Mans. Unsere Europareise führte uns noch an viele interessante Plätze in Südfrankreich, Italien, Österreich, Schweiz und Großbritannien. Alles Schöne hat auch mal ein Ende. Anfang August kehrten wir wieder in die Heimat zurück.“
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Gabriele Walter aus Ichenhausen | 24.07.2014 | 13:59  
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