Rezensionen von Büchern Leipziger Autoren, dieses Mal: Tino Hemmann - "Hugo: Der unwerte Schatz"

Erschienen: 2005 im Engelsdorfer Verlag
ISBN: 978-3938288412
ASIN: 3938288418
Seiten: 437

Erhältlich als Buch mit Festeinband, Taschenbuch, E-Book und Hörbuch

Ort der Handlung: Deutschland

Zeit der Handlung: Zeit des Nationalsozialismus

Genre: Historischer Roman

Die Hauptfigur: Hugo, ein "kleiner Junge von nebenan"

Zur Handlung des Buchs:

"Hugo" erzählt eine spezielle (fiktive) Geschichte über die Kinder-Euthanasie im nationalsozialistischen Deutschland. Im Mittelpunkt steht ein höchst begabter Junge namens Hugo, der in seinem Elternhaus pausenlos gequält wird und eine zweite Persönlichkeit entwickelt, woraufhin er unter kinderpsychiatrische Beobachtung gestellt wird. Das Ganze geschieht ausgerechnet nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die zeitgleich ihr Programm für Kinder-Euthanasie ins Leben rufen, was für unzählige Kinder den Tod bedeutet. Hemmann erzählt von einem Jungen, der in seinem (kurzen) Leben dramatisch viele Leiden durchleben muss, der weggesperrt wird, wiederholt fliehen muss. Und er erzählt von einem Professor, der den kleinen Hugo so schnell wie möglich tot sehen will, damit er sein Gehirn untersuchen kann.

Meine persönliche Meinung:

Das schreckliche Thema der Euthanasie ist (hoffentlich) jedem Deutschen ein Begriff, doch Hemmann verdeutlicht den Schrecken der damaligen Zeit auf eine ganz besondere Weise. Denn während die Schreckensbilder von damals zumeist anhand von Opferzahlen & Co. verdeutlicht werden, macht er es anhand eines Einzelschicksals. Dass die Figur des "Hugo" dabei frei erfunden ist, ist vollkommen zweitrangig, denn es verfehlt seine Wirkung nicht. Im Gegenteil, auf eine beklemmendere, drastischere und damit deutlichere Weise hätte Hemmann das Übel nicht darstellen können. So gelingt es ihm, einem Thema, das schon in unzähligen Büchern verarbeitet wurde, ein greifbares Gesicht zu geben. Das ist mehr als gewagt, da es den Leser immer wieder schlucken lässt. Ein hervorragend geschriebenes Buch, sachlich und nüchtern, mit der notwendigen Seriosität und würdevoll geschrieben. Eigentlich eins, das jedermann mal gelesen haben sollte, weißgott nicht nur Leipziger.
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