Interview mit Thriller-Autorin Ute Bareiss

Ute Bareiss

Von außen betrachtet wirkt das Leben von Autorin Ute Bareiss spannend wie ein Thriller, denn sie befindet sich seit 2002 auf einer Weltumseglung. Kein Wunder also, dass sie Thriller schreibt, etwa ihren aktuellen Roman »Im Fahrwasser der Macht«. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach die Autorin über ihr Buch, über die Reise rund um den Globus und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Bareiss, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Buch genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Im Fahrwasser der Macht« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sardinien/Korsika: Alex ist Meeresbiologe und liebt das Leben, das Tauchen, sein Motorrad und die Frauen. Als er bei einem nächtlichen Tauchausflug den Journalisten Sergio von einem explodierten Boot rettet, fällt ihm Recherchematerial zum Mord am italienischen Präsidentschaftskandidaten in die Hände. Sergio wird entführt. Plötzlich verliert Alex nicht nur alles, was ihm lieb ist, sondern er gerät selbst in Lebensgefahr. Denn Sergios Feinde sind mächtig und räumen ohne Skrupel alles aus dem Weg. Auf der Flucht holt Alex seine eigene Vergangenheit ein. Nur in Sergios Freundin Sam und dem Computerspezialisten Walther findet er Unterstützung. Zusammen machen sie sich auf den Weg, um Sergio zu finden - und die Drahtzieher zu entlarven.
Eine temporeicher Thriller um Macht und Intrigen, Loyalität und Freundschaft, vor einer filmisch schönen Kulisse.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Die Leser von Clive Cusslers »Dirk Pitt«-Reihe, Ermittler der NUMA, finden sicher auch Gefallen an dieser Reihe um den Meeresbiologen Alex. Auch die Reihe von Jonathan Kellerman um »Alex Delaware« geht in die Richtung. Ermittler, die etwas abseits der üblichen Kommissare stehen und ein anderes Umfeld mit sich bringen.
Selbst lese ich ebenso gern temporeiche, spannungsgeladene Thriller, wie die oben beschriebenen Reihen, Robert Ludlum, James Patterson o.ä. »Creepers« von David Morrell war nachhaltig spannend, ebenso die Ökothriller von Lukas Erler, wie »Ölspur«, oder Psychothriller von Arno Strobel, Sebastian Fitzek.
Sehr gerne mag ich schöne Sprache. Zu meinen Favoriten gehören »Das Lavendelzimmer« von Nina George, »Der Schatten des Windes« von Carlos Ruiz Zafón oder »Der Drachenläufer« von Khaleid Hosseini.
Ebenso gern lese ich spannende Reiseliteratur, wie »Abgefahren. Um die Welt in 16 Jahren« von Claudia Metz und Klaus Schubert. Auch in Sachbüchern, wie »Die Denker des Dschungels« von Gerd Schuster und Willie Smits, »Ein Platz für wilde Tiere« von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und Dagmar Andres-Brümmer, schmökere ich immer wieder gern.

– Auf Ihrer offiziellen Webseite erzählen Sie ausführlich von Ihrem Leben, das sich gänzlich von einem »normalen« Schriftstellerdasein unterscheidet: Sie befinden sich seit 2002 auf einer Weltumseglung, die noch bis 2016 andauern wird. Wie kam es dazu?

Reisen lag mir schon von Geburt an im Blut - wir sind mit meinen Eltern schon viel gereist. Auch nach der Schule ging ich mit Isomatte und Rucksack Südeuropa erforschen. Als ich meinen heutigen Mann beim Gleitschirmfliegen kennenlernte, und er Segler war, lag es nahe, selbst zu Segeln ... die Welt rief. Und so sparten wir auf unseren Katamaran und machten uns auf die Reise - langsam, denn es gibt viel unterwegs zu entdecken. Auch nach Beendigung der »ersten Runde« ist noch kein Ende in Sicht. Finanziert haben wir uns das unter anderem, indem wir Gäste mit auf die Reise nehmen.

– Steht die Aufregung eines solchen Abenteuers nicht in einem ganz extremen Gegensatz zur ruhigen Arbeit des Bücherschreibens?

Ich denke eher, die Abenteuer inspirieren zum Bücherschreiben. Es gibt so viel zu erzählen, was Platz zwischen zwei Buchdeckeln finden kann. Für mich ist Bücherschreiben auch nicht wirklich eine ruhige Arbeit dadurch, dass man ja im Kopf ständig Abenteuer erlebt und die Anspannung der Protagonisten in Gefahrensituationen beim Schreiben auf einen übergeht.
Dennoch ist es auf jeden Fall ein schöner Ausgleich und auch das Gehirn wird beim Schreiben natürlich noch mal ganz anders beansprucht. Abtauchen in fremde Welten, ob real oder virtuell ergänzt sich sehr gut.

– In welchem Ausmaß lieferte Ihre große Reise Vorlagen und Inspirationen für Ihren Roman? Haben Sie Schauplätze, Charaktere oder gar ganze Handlungsstränge nur dank Erlebnissen oder Begegnungen entwickeln können, die während Ihrer Weltumseglung zustandekamen?

Der erste Thriller »Im Fahrwasser der Macht« spielt in Sardinien/Korsika, wo auch die Anfänge unserer Weltumsegelung lagen. Auf jeden Fall spielt die Umgebung in all meinen Romanen eine große Rolle - ich mag selbst Romane, bei denen man so richtig in die Umgebung »eintauchen« kann. Wenn man gewisse Zeit vor Ort verbringt, erlebt man die Umgebung viel bewusster.
Die Fortsetzung dieser Reihe spielt in Asien - auch hier wäre eine Authenzität nicht so gegeben, ohne die Gegend selbst erlebt zu haben. Für den in Borneo spielenden Ökothriller war der Aufenthalt in Indonesien ausschlaggebend für die Idee.

6. Kurze Zeit vor »Im Fahrwasser der Macht« erschien ein von Ihnen geschriebener Jugendkrimi namens »Eine verhängnisvolle Erfindung«, der Teil einer von verschiedenen Autoren geschriebenen Reihe namens »Ein MORDs-Team« ist. Worum handelt es sich dabei, und wie kam es dazu, dass Sie einen Beitrag zu der Reihe leisteten?

Die vier Jugendlichen Mason, Olivia, Randy und Olivia, das M.O.R.D.s-Team, stoßen auf einen alten Mordfall, der 30 Jahre zurückliegt. Als sie entdecken, dass auch ihre Familien darin verwickelt sind, machen sie sich auf die Suche nach den Schuldigen.
Es ist eine 12-teilige Serie, die zwar jede einen eigenen abgeschlossenen »Fall« enthält, währenddessen sich aber Puzzlestück für Puzzlestück dieser alte Mordfall zusammenfügt und schließlich löst.
Die All-Age-Serie erscheint bei der Greenlight Press. Ich wurde von dem Verleger Andreas Suchanek gefragt, ob ich Lust hätte, daran mitzuschreiben. Aus Zeitgründen hat es mir leider nur zu Band 3 »Eine verhängnisvolle Erfindung« gereicht, aber dies hat mir viel Spaß gemacht. In diesem Teil wird der Rechner von Computerfreak Randy, der sensible Daten enthält, gehackt. Bei der Suche nach den Schuldigen geraten die Vier schnell selbst in akute Gefahr.

– Was können wir von der Autorin Ute Bareiss in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich arbeite an dem Nachfolger der Serie um den Meeresbiologen Alex, den es dieses Mal nach Thailand verschlagen hat. Auch das wird wieder ein tempo- und actionreicher Thriller werden. Der darauffolgende Teil ist ebenso schon in Planung.
Bei einem in Borneo spielender Ökothriller, an dem ich auch bereits über die Hälfte geschrieben habe, haben die Bedrohungen ein anderes Kaliber, aber Spannung ist natürlich auch hier Voraussetzung.
Aber auch der maritime Bereich bleibt nicht ganz auf der Strecke. Zur Beendigung der Weltumsegelung sind zwei Projekte in Planung und es erschien auch bereits am 21. Juni eine maritime Anthologie »Aus Liebe zum Meer«, an der ich mit neun weiteren Autoren geschrieben habe. Die Einnahmen werden komplett an die Seenotretter, die »Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger« gespendet. Zudem ist ein weiteres Charity-Projekt zur Flüchtlingshilfe in Arbeit.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.