Interview mit der Buchbloggerin von »Tianas Bücherfeder«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum dreiundfünfzigsten Mal gingen die Redakteure der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://tianas-buecherfeder.blogspot.co.at/ darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Tianas Bücherfeder«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter »Tianas Bücherfeder« steckt eine fast 20 jährige, buchverrückte Österreicherin, die nichts lieber tut, als in eine andere Welt abzutauchen. Ich komme frisch von der Schule, habe Matura (also Abi) und beginne bald meinen ersten richtigen Job (Ferienjobs einmal weggelassen).

Ich habe lange gewartet, da mir die Schule einfach wichtiger war, aber am 13. Juni 2015 – einen Tag nach meiner mündlichen Matura – war es dann soweit:
Mein Blog erblickte das Licht der Welt bzw. wurde von »Privat« auf »Öffentlich« umgestellt ;P.

Ich wollte schon seit langem einen eigenen Blog. Mich mit anderen, die ebenso bücherverrückt sind, wie ich es bin, austauschen. Doch während meiner Schulausbildung war es einfach zeitlich nicht möglich, ich las zwar viel, aber dazu noch einen Blog führen wäre undenkbar gewesen.
Doch jetzt ist die Schule um, die Zeugnisse verteilt und mein Blog eröffnet :). Ich hoffe, dass ich noch lange das Sagen kann: »Ich habe einen Blog!«
Hui ^^ Das fühlt sich wirklich gut an ;D.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Gute Frage...ich schätze, dass von 4 bis 15 Bücher in einem Monat alles dabei sein kann. Es kommt eben immer darauf an, ob ich Zeit habe oder der Stress mich wieder in seinen Krallen hat. Wenn ich eine Leseflaute habe, dann schaffe ich nicht mehr als 4 Bücher mit durchschnittlich 350 Seiten. Es ist verschieden, was ich schaffe, das schaffe ich, aber stressen werde ich mich diesbezüglich nie, denn Lesen ist mein Hobby und ein Hobby soll bekanntlich Spaß machen!

Ich bin unmöglich, aber ja, ich lese Bücher parallel. Viele meiner Freunde oder meine Familie verstehen es nicht, dass ich da nicht durcheinanderkomme, aber ich bin ein Mensch, der sich nicht entscheiden kann und dann höre ich eben auf meinem Bauch und mein Bauch schreit: »Das Buch, das und das auch!«
Außerdem ist es gar nicht so schwer, parallel zu lesen, die Bücher dürfen nur nicht das gleiche Genre haben, dann fällt das trennen leichter.
Zwei Bücher lese ich aber mindestens parallel, denn mein Tolino ist wie meine Geldtasche: Ohne ihn gehe ich nie aus dem Haus.
Zuhause lese ich dann am liebsten Printbücher, da ein Buch ab 500 Seiten nicht mehr leicht zum Tragen ist.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Beschreibe gutes Buch mit einem Wort: Authentisch.
Ich muss es glauben können, egal wie fantastisch die Elemente auch sein mögen.
Für mich ist ein Buch erst dann gut, wenn die Charaktere eine Seele bekommen, also keine leeren Hüllen mehr sind. Nur echt wirkende Personen haben die Macht, dass sie den Leser in den Bann ziehen, dass der Leser bei einer Trennung Tränen vergießt oder mitzittert, wenn eine schwere Entscheidung anfällt.
Ich tauche gerne voll und ganz in die Geschichte ein. Mit Kopfkino und dem Ganzen, aber das ist nur möglich, wenn die Handlungen spannend und abwechslungsreich sind, aber dennoch plausibel. Der Lesefluss dementsprechend locker und flüssig und nicht nur aus Hauptsätzen bestehend.
Und zu guter Letzt, dürfen die Dialoge nicht steif sein, sondern so wirken, als ob sie direkt aus dem wahren Leben mitgeschnitten worden waren. Vor allem da ich eine Österreicherin bin, mit dem Dialekt und der Mundart, ist der letzte Punkt sehr wichtig für mich. Eine gewisse Lockerheit sollte da automatisch mitfließen und da haben wird das Wort authentisch wieder.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Ich lese alles quer durchs Beet. Vom kitschigen Liebesroman bis hin zum blutrünstigen Thriller ist bei mir alles dabei. Das Leben bzw. die Buchwelt ist viel zu vielseitig, um sich nur auf ein Genre zu spezialisieren. Ratgeber/Sachbücher haben für mich genauso ihren Reiz, wie Fantasieromane.
Einzig Historische Romane versuche ich gekonnt aus dem Weg zu gehen.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese sowohl als auch. Ich habe natürlich Lieblingsverlage, aber genauso sieht es bei den Autoren aus, denn viele Autoren veröffentlichen ein oder zwei Werke – trotz Verlag – in Eigenregie und dann lese ich deren Bücher trotzdem. Ich finde es toll, dass sich so viele den Mut fassen und selbst publizieren. Ich habe schon so viele großartige Bücher von Indieautoren gelesen, die ich gar nicht missen möchte. Ich bin froh, dass es so ist, wie es ist!

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Ich mache gerne bei Leserunden oder Buchverlosungen mit, aber selbst einen Verlag anschreiben? Ich hatte noch nie das Bedürfnis dies zu tun. Ich bekomme laufend Rezensionsexemplare und die Bücher, die ich sonst noch interessant finde, kaufe ich mir einfach. Ich werde gerne angeschrieben, da ich so schon einige Schätzchen kennenlernen durfte, die ich sonst wohl nie auf dem Radar gehabt hätte, aber selbst habe ich noch nie einen Verlag angeschrieben. Vielleicht liegt es daran, dass mein Blog noch so jung ist, aber da liegt – noch – meine Hemmschwelle.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Eine Reihe, die mir da sofort einfällt ist die »Finley Meadows«-Reihe von Charlotte Cole. Ein großes Plus dieser Reihe ist, dass es sehr gefühlvoll geschrieben ist. Man leidet mit den Charakteren mit und freut sich, wenn sie glücklich sind. Außerdem ist es toll, dass sie nicht perfekt sind, also Fehler machen und daraus lernen.

Ich habe in den letzten Monate so viele tolle Bücher gelesen. Vor allem vom Verlag Impress waren da einige Schätzchen dabei, die ich sofort verschlungen habe. Besonders positiv ist mir die »Darian & Victoria«-Trilogie von Stefanie Hasse in Erinnerung geblieben, denn diese Reihe ist eine einfache Wundertüte: Es kam alles anders, als gedacht und schlussendlich wusste man gar nicht mehr, was man noch erwarten kann. Einfach toll!

Im Sommer waren die Bücher »Gewitterherzen« von Felicitas Brandt und »Sommerflüstern« von Tanja Voosen ein einzigartiger Glücksgriff, denn sie waren beide spannend, sommerlich und brachten mein Herz dazu schneller zu schlagen!

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Grundsätzlich breche ich keine Bücher ab, da ich immer hoffe, dass sie gegen Ende hin doch noch besser werden.

Ein Buch, das so vielversprechend klang, enttäuschte mich leider vollständig, denn die Handlung war für mich nicht glaubwürdig und die Charaktere bis zum Ende hin undurchsichtig und nicht verständlich. Die Schreibweise konnte mich auch nicht fesseln, da nur sehr selten wörtliche Reden vorkamen und diese ganzen indirekten Reden den Lesefluss sehr verlangsamten.
Ich finde es immer noch sehr schade, dass ich »Schicksal - Eine Minute kann alles verändern« so negativ bewerten musste, aber meinen Geschmack traf dieses Buch einfach nicht.
Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden!

Ein Buch, dass in Schweden als Bestseller« gilt, hätte es fast geschafft, dass ich es abbreche, aber schlussendlich habe ich es doch beendet. »Leona 1 - Die Würfel sind gefallen« konnte mich nicht überzeugen, da die Hauptprotagonistin sehr anstrengend war und die Handlung schon nach 100 Seiten an Spannung verlor.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Ich versuche meinen Blog wirklich nur als Buchblog zu halten. Vielleicht werden ab und an auch Filmbewertungen erscheinen, aber im Großen und Ganzem wird es ein Buchblog bleiben. Darauf werde ich all das publizieren, was mit Büchern zu tun hat:
Rezensionen schreiben.
Neuerscheinungen vorstellen.
Neuzugänge präsentieren.
Meinen SUB vorführen.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Ja, ich habe Kontakt zu anderen Bloggern und bin wirklich froh darüber, immerhin kann niemand einen so verstehen, als jemand, der die gleiche Marotte hat: Bücher!
Nur zwei oder drei? Ich könnte mindestens 10 nennen, aber ich werde mich auf drei Blogs beschränken. Nun gut.
Die liebe Conny von »Nusscookies Bücherliebe« kenne ich schon bevor ich meinen Blog gegründet habe. Auf ihren Blog bekommt man alle neuen Buch-News zu lesen und auch sonst sind all ihre Beiträge toll zu lesen.
Steffie und Kay von »His and Her Books« ist eine Besonderheit an sich, da Steffi selbst Bücher schreibt und diese zu einen meiner Liebsten gehören. Auch sonst kann ich den Blog sehr ans Herz legen.
Und zu guter Letzt möchte ich noch »Jeanne D’Arc Bücherblog« erwähnen. Jeanne und ich sind schon seit Jahren befreundet und sie hat es als erste gewagt, einen eigenen Blog zu eröffnen. Ihn ihrem Blog werden Rezensionen veröffentlicht, Autoren interviewt und über diversen Themen geredet. Eben auch ein Blog, welchen ich sehr empfehlen kann!
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