Interview mit der Buchbloggerin von »The Anna Diaries«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum siebzehnten Mal gingen die Redakteure der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit Bloggerin Anna von www.the-anna-diaries.de darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »The Anna Diaries«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter dem Blog »The Anna Diaries« stecke ich - Anna. Ich bin Ende 20, Ehefrau und Mutter. Seit Mai 2012 gibt es den Blog in seiner jetztigen Form. Angefangen hat alles mit der Bitte doch über meine Zeit als Zoopflegerin von misshandelten exotischen Tieren in Amerika zu berichten. Das war damals für ein Projekt der Ian Somerhalder Foundation.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Monatlich rezensiere ich um die 4 Bücher und 2 Hörbücher. Es kommt immer darauf an, wieviele Bücher nun gerade hier rumliegen oder ich gekauft bzw vom Verlag bekommen habe. Ich gebe zu, ich bin Parallelleser. Ich kann gar nicht nur ein Buch lesen, aber wenn mich das Lesefieber packt, dann lese ich ein Buch auch gerne mal in einem Tag wie »Margos Spuren« von John Green oder »I knew you were trouble« von Paige Toon. Für die beiden habe ich gerade mal 4 Stunden Lesezeit gebraucht.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Für mich ist ein Buch gut, wenn der Autor mich mit seinem Schreibstil komplett überzeugen kann. Wenn er Emotionen, Humor und den Charakter des Protagonisten perfekt umsetzen kann. Ich muss mich mit dem Protagonisten anfreunden können. Das Gefühl einer Zweisamkeit muss da sein, damit das Buch eine gute Bewertung bekommt, denn wenn mich der/die Protagonist/in nervt, dann führt es dazu, dass mir die Lust am Lesen vergeht. Das passiert übrigens auch, wenn ich absehen kann, wie das Buch enden wird. Dann fällt die Bewertung auch meistens schlechter aus.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Ich lese hauptsächlich Fantasy, Sci-Fi, Chick-Lit und Thriller. Ich tauche gerne in neuerschaffene Welten ein und lasse mich auf eine Reise durch diese mitnehmen. Chick Lit überzeugt mich meistens mit lustigen Protagonisten und einer leichten Storyline. Hier muss ich nicht viel nachdenken, was manchmal auch ganz schön sein kann. Für nötige Spannung sorgen wirklich gute Thriller. Selten oder fast gar nicht lese ich historische Romane und leider habe ich auch mit Familiendramen schlechte Erfahrungen gemacht.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich unterstütze Self Publisher sehr gerne. In meinem Freundeskreis befindet sich der ein oder andere und meistens gehen ihre Werke unter. Das muss nicht sein, denn sie sind wirklich gut und auch Autoren ohne Verlag können ein wunderbares Buch schreiben, dass gut durchdacht ist. Es ist gar nicht mehr so einfach heutzutage noch einen Verlag zu finden, der einen unterstützt und so ist es natürlich klar, dass viele ihr Buch selber auf den Markt bringen. Es ist erfrischend meiner Meinung nach. Schade nur, dass es nicht sonderliche viele Plattformen gibt, wo man die Bücher vermarkten kann.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Ich frage meistens bei einem Verlag an. Dadurch das ich schon in vielen Verlagsverteilern bin oder in Portalen registriert bin, ist es natürlich recht einfach ein Buch an zu fragen. Natürlich rezensiere ich auch Bücher, die ich selber gekauft habe oder welche, die mir von Self Publishern angeboten werden. Wir Blogger sind ja eine Gemeinde, die gut und gerne mal Buchempfehlungen aussprechen kann und je nach Größe des Blogs auch Aufmerksamkeit regenerieren kann.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Das ist eine gar nicht so leichte Frage. Als erstes springen mir da »Johnny be good« (Du bist mein Stern), »Baby be mine« (Diesmal für immer), »Johnny's girl«, »The secret life of Jessie Jefferson« und »I knew you were trouble« in den Kopf. Das sind alles Bücher von Paige Toon und sie gehören alle zur Johnny Jefferson Reihe. Das war die Reihe der Autorin die mich absolut getroffen hat. Ich habe mich in die Charaktere verliebt und seit dem verschlinge ich jedes Buch das die Autorin schreibt. Die meisten gibt es leider nur auf Englisch und fallen daher für einige meiner Leser weg. Weiterhin hat mich »Margos Spuren« von John Green absolut überzeugt und sogar zum Nachdenken angeregt. John Green hat eine Art und Weise zu schreiben und die Welt zu sehen, die einfach anders ist. Man fängt an über sein eigenes Leben nachzudenken und genau das finde ich super.

Und wenn ich an die Self Publisher denke, dann ist es definitiv »Nafishur Praeludium - Dariel« von Mary Cronos. Auch hier ein sehr starker Roman mit einem guten (und sexy) Protagnisten. Dazu gibt es Vampire, Hexen und eine neu erschaffene Welt. Spannung pur.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Ich kann mich nicht daran erinnern im letzten Jahr ein Buch komplett abgebrochen zu haben. Allerdings gab es einige, durch die ich mich gequält habe. »Am Anfang war der Frost« von Delphine Bertholon gehörte dazu. Hier war der Schreibstil nicht meins und der Protagnist hat mich auch nicht überzeugen können.

Die »After« Reihe von Anna Todd ist auch so eine Reihe, mit der ich wenig anfangen kann. Das liegt nicht etwa am sexuellen Kontent des Buchs sondern einfach daran, dass beide Protagonisten langweilig, naiv und nervig sind.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Bei mir geht es nicht nur um Bücher. Ich biete meinen Lesern auch Rezepte, DIYs, interessante Shops und Events. Ab und an berichte ich auch von Ausflügen und Urlauben. Kinder kommen auch nicht zu kurz, denn ich habe eine Tochter, die gerne mal Spielzeug testet und ihre Lieblingsbücher und Hörbücher vorstellt.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Ich kenne viele Blogger, aber es gibt nur zwei mit denen ich wirklich viel mache. Das sind Beate von Influswelt.de und Yasmin von www.dierabenmutti.de. Wir sehen uns oft auf Events und unternehmen auch privat viel zusammen. Beide wohnen bei mir in der Umgebung, was es natürlich sehr leicht macht, sich zu treffen, Events zu planen und einfach nur Spaß zu haben. Es lohnt sich definitiv beide Blogs einmal an zu sehen, denn auch hier gibt es wunderbare Bücher, Rezepte, DIYs und natürlich die Events, die wir gemeinsam besuchen.
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