Interview mit der Buchbloggerin von »Meine Welt der Bücher«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum sechsundvierzigsten Mal gingen die Redakteure der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://janine2610.blogspot.de/ darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Meine Welt der Bücher«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter »Meine Welt der Bücher« steckt eine leidenschaftlich lesende Österreicherin: ich heiße Janine und bin 22 Jahre jung. Meinen Blog gibt es seit dem 29. Dezember 2013 - und eröffnet habe ich ihn damals, weil ich Buchblogs, seitdem ich sie kenne, immer schon faszinierend fand. Einfach, weil mich der Gedanke, eine eigene kleine Bücherwelt im Netz zu besitzen, in der ich schalten und walten kann und die ich nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten kann wie ich will, so sehr gereizt hat. Auch das Bücherrezensieren und allgemeine Schreiben über diverse Bücherthemen macht mir große Freude und ein eigener Blog bietet dafür einfach eine wunderbar praktische Plattform.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Durchschnittlich lese ich im Jahr etwa 70-75 Bücher. Das heißt: ca. 6 Bücher pro Monat. Und im Grunde rezensiere ich alle meine gelesenen Bücher. Ganz, ganz selten kommt es vor, dass ich ein Buch nicht rezensiere - also nur, wenn ich wirklich SEHR im Stress bin oder private Schwierigkeiten habe.
Ich lese nicht immer nur ein Buch. Meistens sind es mindestens zwei, die ich parallel lese. Wobei das zweite meistens ein Sachbuch/Ratgeber oder dergleichen ist und von mir immer als »Zweit- bzw. Nebenbuch« bezeichnet wird, an dem ich täglich viel weniger lese, als an meinem »Hauptbuch« - einem Unterhaltungsroman.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Ein gutes Buch muss mich vor allem gut unterhalten und zum Nachdenken bringen können. Ich mag besonders die Bücher, die es schaffen, Emotionen (Wut, Aufregung, Traurigkeit, Lachen, ...) in mir hervorzurufen. Bücher, die mich enorm zum Lachen oder Weinen bringen, finde ich persönlich immer sehr lesenswert. Aber auch, wenn Bücher gute Textstellen und Zitate aufweisen, über die es sich nachzusinnen lohnt, haben für mich Mehrwert. - Auf diese Kriterien achte ich beim Bewerten also am allermeisten.
Natürlich muss auch die Handlung auf eine gewisse Weise fesselnd und glaubwürdig sein, ich muss mit den Charakteren zurechtkommen können und ebenso sollte der Schreibstil gut lesbar, also flüssig sein. Wenn das alles passt, kann man davon ausgehen, dass ein Buch von mir sehr gut bewertet, oder sogar in meinen persönlichen Lieblingsbuch-Status erhoben wird.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Explizit auf gewisse Buchgenres spezialisiert bin ich nicht, nein. Sehr gerne, und deswegen auch am öftesten, lese ich Romane und Erzählungen. Aber auch Krimis, Thriller, Humorvolles und historische Romane fallen in mein bevorzugtes Beuteschema.
Nicht besonders ansprechend finde ich die erotische Literatur, Horror, Fantasy und Science Fiction. Bücher aus diesen Genres meide ich deshalb eher.
Geschichten, die im echten Leben auch so passieren könnten, lese ich generell am liebsten. Das ist vermutlich auch der Grund, warum mich das Fantasygenre und Bücher, deren Handlungen in der Zukunft stattfinden, so gar nicht reizen.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese hauptsächlich Verlagsproduktionen, aber ich bin auch nicht abgeneigt Bücher von Selfpublishern zu lesen und zu rezensieren. - Warum denn nicht?
Ich komme eben nur viel einfacher zu Verlagsbüchern, deswegen werden die von mir eher gelesen. Bisher habe ich allerdings nur zwei Selfpublisher-Bücher gelesen, an die ich mich erinnern kann.
Ehrlich gesagt habe ich zum Thema Selfpublishing aber eine gespaltene Meinung: einerseits ist es toll, dass man seine Geschichten so einfach publizieren und somit ans Volk bringen kann, anderseits gibt es dadurch sicher auch viel mehr »Müll« zu kaufen, da ja die ganzen Abläufe, die der Verlag übernimmt bis das Buch verkaufsfertig ist, fehlen. Ich habe von anderen Lesern bereits gehört, dass ihnen da teilweise schon ganz erschreckende Sachen untergekommen sind ...

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Ich habe noch nie darauf gewartet, dass mich Autoren oder Verlage anschreiben, um mir ein Rezensionsexemplar anzubieten. Interessiere ich mich für ein bestimmtes Buch, dann frage ich es entweder beim jeweiligen Verlag an, oder kaufe/bestelle es mir selbst.
Und wie bei Frage 2 schon geschrieben: ich rezensiere im Normalfall jedes von mir gelesene Buch, völlig egal, wie es den Weg zu mir gefunden hat.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Seit dem 29. Dezember 2013 sind mir nun schon ein paar Bücher untergekommen, die mir besonders positiv in Erinnerung geblieben sind.
So zum Beispiel haben mir »No & ich« von Delphine de Vigan, »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand« von Jonas Jonasson, »Mein Herz ruft deinen Namen« von Susanna Tamaro, »Das Orchideenhaus« von Lucinda Riley, »Damals im Dezember« von Richard Paul Evans, »Neunzehn Minuten« von Jodi Picoult, »Die sieben Schwestern« von Lucinda Riley, »Was fehlt, wenn ich verschwunden bin« von Lilly Lindner und »Fünf Tage, die uns bleiben« von Julie Lawson Timmer ausgesprochen gut gefallen.
Diese neun Bücher kann ich absolut empfehlen, sie konnten mich allesamt wunderbar unterhalten und haben mich zutiefst berührt, also entweder sehr zum Lachen oder Weinen und/oder aber zum Nachdenken gebracht.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Auch solche Bücher gab es seit Beginn meiner Bloggerzeit - leider. Gar nicht gefallen haben mir beispielsweise »Der Mond und das Mädchen« von Martin Mosebach, »Zwischen Winter und Himmel« von Elin Bengtsson und »Gleis 4« von Franz Hohler.
Jedoch habe ich das Lesen dieser drei Bücher nicht abgebrochen, denn ich hatte bis zum Schluss die Hoffnung, dass ich Gefallen an der Geschichte finden würde ...
Oberflächlichkeit und langweilige Handlung sind die ersten Wörter, die mir in den Sinn kommen, wenn ich an diese 3 Exemplare denke.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Ich würde meinen, dass Rezensionen mittlerweile den Löwenanteil auf meinem Blog ausmachen. Von Zeit zu Zeit gibt es aber selbstverständlich auch andere (buchbezogene) Posts zu lesen. Manchmal mache ich bei diversen wöchentlichen Buchbloggeraktionen mit, bei denen es mehr oder weniger darum geht, Bücher vorzustellen und/oder buchbezogene Fragen zu beantworten.
Hin und wieder starte ich auch mal eine Blog-Leserunde auf meinem Blog, wo gemeinsam an einem Buch gelesen und am Blog darüber kommentiert wird. In Zukunft habe ich aber geplant, auch mal den einen oder anderen Artikel zu veröffentlichen, in denen es natürlich um buchige Themen gehen wird, und wo dann ebenfalls in den Kommentaren diskutiert werden darf.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Ja, ich habe im Laufe meiner Bloggerzeit eigentlich ziemlich viele liebe Kontakte zu anderen Buchbloggern geknüpft. Und ich finde es deswegen gerade auch ein wenig schwierig, nur zwei oder drei nennen zu dürfen ...

Julia mit ihrem Blog »Julias Sammelsurium« ist mir mittlerweile schon ziemlich ans Herz gewachsen. Sie ist ein ehrlicher und unbeirrbarer Mensch. Sie sagt, was sie denkt und ist in meinen Augen, im Gegensatz zu mir, eine eher kritischere Leserin, die auch nicht davor zurückschreckt, auch mal nur einen Stern zu vergeben (was ich selbst noch nie getan habe). Und sie ist auch eine der wenigen Bloggerinnen, die ich kenne, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie meine Posts ordentlich gelesen haben, denn ihre Kommentare sind jedes Mal sehr überlegt. Man merkt, dass sie sich wirklich Gedanken macht, bevor sie etwas postet/kommentiert.

Dann gibt es noch Andrea mit ihrem Blog »LeseBlick«, die ich auch immer wieder sehr gerne besuchen komme. Ich liebe ihre Posts, die immer voller Liebe, Begeisterung und Freude sind. An ihr schätze ich besonders, dass sie ein wahnsinnig liebevolles und freundliches Wesen besitzt und man mit ihr gemeinsam so gut über Lieblingsbücher und -autoren schwärmen kann.

Und auch Philly von »WortGestalt« möchte ich nicht mehr missen. Ihr Blog ist zu einem Fixpunkt in meiner Blog-Leseliste geworden, denn ihre oftmals sehr interessanten Posts ziehen mich immer wieder wie magisch an. Bei ihr kann ich mir auch absolut sicher sein, dass ich eine Antwort bekomme, wenn ich auf ihrem Blog kommentiere.
An Philly schätze ich, dass man sehr gut mit ihr diskutieren kann, sie so eine positive und liebe Art an sich hat und man ihre Liebe zur Literatur aus jedem ihrer Posts herauslesen kann.
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