Interview mit der Buchbloggerin von »Lesemonsterchens Buchstabenzauber«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum dreiunddreißigsten Mal gingen die Redakteure der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://lesemonsterchens-buchstabenzauber.blogspot.de/ darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Lesemonsterchens Buchstabenzauber«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Mein Name ist Dani Schwarz, ich bin (noch) 39 Jahre alt, und bin seit 15 Jahren glücklich verheiratet.
Zu meiner kleinen Familie gehört noch unsere Tochter, die mit ihren 13 Jahren doch schon an der Schwelle zur Frau steht und unser Kater Mikey.
Meinen Blog gibt es inzwischen ein Jahr. Bessergesagt, am 01.09.2015 ist es soweit und »Lesemonsterchen´s Buchstabzauber« feiert seinen ersten Geburtstag!
Was mich dazu bewogen hat, meinen eigenen Blog zu erschaffen?
Nun, ich bin ein absoluter Bücherfreak. Ich lese seit der Grundschulzeit, eigentlich immer und überall. Schon als Kind wussten meine Verwandten, mich kann man am einfachsten mit einem Buch (Damals Hanni & Nanni, Tina & Tini, Dolly und die 5 Freunde usw.) glücklich machen.
So ist das bis heute geblieben. Verstanden hat das nie jemand so richtig, bis heute werde ich eher verständnislos angeschaut, wenn andere von meiner großen Leidenschaft erfahren. Die halten mich alle für ein bisschen verrückt, und rollen schon mal mit den Augen, sobald das Gespräch mal aufs Lesen kommt... selbst mein Mann (lach).
Auf dem Blog kann ich meine Leidenschaft mit anderen Leseverrückten teilen, ich kann über jedes einzelne Buch, welches ich gelesen habe »reden«. Herrlich, oder nicht? Keiner meiner Leser wird mit den Augen rollen und sagen: Och Mensch, die und ihre komischen Bücher... Vielmehr freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, denn dann weiß ich, dass ein Beitrag »Gehör« gefunden hat.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Pro Monat sind es meistens zwischen 10 und 15 Bücher, die ich lese und rezensiere.
Meistens konzentriere ich mich auf ein Buch, so kann ich mich besser in die jeweilige Geschichte fallenlassen. Wenn ich jedoch tagsüber ein richtiges »Holzbuch« lese, kann es schon sein, dass ich abends oder im Bett parallel meinen Reader schnappe, denn das empfinde ich gemütlicher als mit heller Leselampe...

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Ein gutes Buch muss mich auf emotionaler Ebene berühren können. Das kann ein Thriller sein, ebenso wie ein Liebes- oder Familienroman, ein Jugendbuch, eine Dystopie, ein Fantasy- oder auch ein historischer Roman. Dazu gehören für mich sympathische Protagonisten, in die ich mich hineinversetzen kann, mit denen ich ihre Reise gemeinsam gehe, mit denen ich lache, weine, bange und hoffe. Natürlich muss das Gesamtpaket stimmen. Das heißt ein faszinierendes Weltbild bei einem Fantasyroman oder einer Dystopie, eine herzerwärmende Geschichte oder auch ein berührendes Schicksal bei einem Jugendbuch oder einem Liebesroman. Je bildlicher ein Autor schreiben kann, umso mehr läuft mein Kopfkino und dann bin ich komplett weg in dem jeweiligen Buch.
Natürlich lasse ich mich auch von einem tollen Cover anziehen, dies fließt jedoch in meine Bewertung nicht mit ein, da meiner Meinung das wichtigste zwischen den Buchdeckeln steckt: Die Geschichte an sich.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Ich hatte immer wieder Genres, die ich bevorzuge: lange Jahre las ich nur historisches, dann wieder Horror, danach war ich jahrelang auf Thriller eingestellt. Bis ich letztendlich meine Liebe für Fantasy, Jugendromane und Dystopien entdeckte, die bis heute meine Lieblingsgenres geblieben ist. Jedoch brauche ich zwischendurch immer wieder Abwechslung, weshalb man auf meinem Blog so ziemlich jedes Genre finden kann. Fast jedes... Das einzige Genre, mit dem ich nichts anfangen kann, sind Erotikromane *lacht*...

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich bespreche natürlich auch Bücher von Selfpublishern. So durfte ich schon einige Schätze entdecken, die den »Großen« in Nichts nachstehen. Spricht mich ein Buch inhaltlich an, ist es irrelevant, ob es in Eigenregie produziert wurde oder von einem Verlag.
Jedoch gibt es auch leider einige, deren Bücher vor Schreib und/oder Grammatikfehlern nur so strotzen. Bücher, bei denen es die Autoren nicht schaffen, dem Leser das zu vermitteln, was sie beim Schreiben vor Augen haben. Ich vergleiche das Schreiben gerne mit dem Singen. Singen kann sicherlich jeder, jedoch sollte ein gewisses Talent vorhanden sein, um über das »Unter der Dusche« trällern hinauszukommen. Genauso sollte das Talent zum Schreiben ebenfalls gegeben sein, denn Ideen haben wir doch alle im Kopf, doch man sollte sie auch umsetzen können...

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Über Anfragen und das Vertrauen der Verlage/Autoren freue ich mich natürlich immer besonders. Wenn mich das Buch interessiert, nehme ich gerne ein Rezensionsexemplar entgegen. Natürlich frage ich auch Bücher an, doch ich versuche immer, einigermaßen die Waage zu halten, um Verlage und Autoren zu unterstützen und kaufe daher auch viele Bücher selbst.
Ich rezensiere jedes gelesene Buch, egal ob gekauft, getauscht, gewonnen oder vom Verlag/Autor bereitgestellt. Das hat einfach mit meiner Leseleidenschaft zu tun *zwinker*

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Da gab es inzwischen sehr viele, die alle aufzuzählen, würde glaube ich den Rahmen sprengen...
Mein persönliches Highlight dieses Jahres ist aber bisher »Das Juwel - Die Gabe« von Amy Ewing, weil mich diese Geschichte mit seiner Neuartigkeit absolut verzaubert hat.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Es gab sicher Bücher, die ich abgebrochen habe weil sie mir in irgend einer Form überhaupt nicht gefallen haben. Ich habe eine Buch-Chancen-Grenze: das heißt, wenn mich ein Buch nach spätestens 150 Seiten nicht packen kann, oder ich überhaupt keine Lust zum weiterlesen verspüre, breche ich es ab. Das kann am Schreibstil liegen, an unsympathischen Charakteren, oder an ganz einfachen Logik oder Recherchefehlern.
Ich werde mich aber hüten, jetzt und hier irgendwelche Namen oder Buchtitel zu nennen, denn meine negativen Rezensionen – welche zu schreiben mir unwahrscheinlich viel schwerer fällt– sind ganz alleine meine persönliche Meinung, meinen eigenen Geschmack betreffend. Was ich für langweilig oder schlecht empfinde, kann für einen anderen Leser vielleicht sogar das Highlight des Jahres werden...

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Mit meinem Blog nehme ich auch immer wieder gerne an Blogtouren teil. Mich fasziniert dabei das Hintergrundwissen zu dem jeweiligen Buch, das man sonst vielleicht gar nicht erfahren würde.
Manchmal stelle ich auch ein Buch oder dessen Autor/in vor, das oder der mich sehr begeistert hat und meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient.
Ebenso gibt es auch ab und zu Gewinnspiele, oder spezielle Veranstaltungen gerade zu Ostern oder Weihnachten, mit denen ich mich einfach bei meinen Lesern bedanken möchte, dass sie dem Lesemonsterchen die Treue halten. Das nächste wird natürlich an meinem ersten Bloggergeburtstag stattfinden.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Durch das Bloggen durfte ich viele andere Bloggerinnen und auch Autorinnen kennenlernen, zwar bisher nur virtuell, oder höchstens mal telefonisch, aber trotzdem sind mir einige inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Ich freue mich, bei Blogtouren immer wieder auf bekannte Gesichter zu stoßen, da fühlt man sich teilweise schon wie in einer riesengroßen Familie.
Ich freue mich auch schon wahnsinnig auf die Frankfurter Buchmesse, dann kann ich viele der Mädels endlich mal live sehen!
Blogs, die mir besonders am Herzen liegen sind unter anderem:
Lines Bücherwelt, weil ich sehr viel Wert auf Jacquelines Meinungen lege und mich dadurch schon zu so einigen Buchkäufen inspirieren lassen habe. Auf ihrem Blog könnte ich immer ewig stöbern...
Bambinis Bücherzauber, weil die beiden Bloggerinnen Anja und Dana auch den gleichen Lesegeschmack haben, tolle Rezis schreiben und ebenfalls Schuld an meinem hohen SUB sind (*lacht)
Bücher aus dem Feenbrunnen, weil Susanne mit so viel Herzblut dabei ist, und ihr Engagement, Blogtouren und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, bewundernswert ist.
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