Interview mit der Buchbloggerin von »Kates Bücherregal«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum sechsundsechzigsten Mal gingen die Redakteure der Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://katesbuecherregal.blogspot.de darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Kates Bücherregal«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter »Kates Bücherregal« steckt ein ganz normales Mädchen mit einer leichten Sucht nach Büchern und Serien.
Ich bin Kate, schon bald 21 Jahre alt und habe vor kurzem zum Studiengang Informatik und Multimedia gewechselt, bereue das in den Mathe-Vorlesungen aber jedes Mal wieder. Da es im Nachbarort eine Uni gibt, wohne ich noch im Hotel Mama und muss mich von unseren zwei Hunden und sieben Katzen ärgern lassen. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meinen Freundinnen und natürlich mit unzähligen Büchern. Aber ich schreibe auch selbst sehr gerne und träume davon, dass sich daraus mal eine ernsthafte Chance entwickelt.

»Kates Bücherregal« entstand am 9. März 2015, ist also noch gar nicht so alt, weshalb ich mich über jeden noch so kleinen Schritt nach vorne und jede neue Blogbekanntschaft freue. Trotzdem ist er immer mal wieder im Umbau und verändert sich ein bisschen.
Bevor ich meinen Blog erschaffen habe, ist der Gedanke über ein halbes Jahr in meinem Kopf herumgespukt. Trotz alledem war es eher eine spontane und ungeplante Aktion, ihn auch wirklich online zu stellen. Bisher habe ich es aber noch nie bereut.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Ich lese so ca. fünf Bücher pro Monat. Kommt natürlich auch immer darauf an, wie sehr sie mich fesseln können und wie viel Zeit zum Lesen bleibt. Ich lese aber nie mehrere Bücher gleichzeitig. Das habe ich früher getan, aber mittlerweile mag ich das nicht mehr und ich würde mir anschließend beim Rezensionenschreiben wahnsinnig schwer tun.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Bei einem guten Buch muss für mich einfach alles stimmen. Das Setting, die Charaktere, die Spannung, die Handlungsstränge...
Besonders achte ich auf die Charaktere und die Spannung der Handlung. Aber ich erwische mich auch dabei, wie ich den Schreibstil immer kritischer beäuge. Außerdem ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass sich die Liebesgeschichten in Fantasy-Büchern neuerdings wahnsinnig schnell entwickeln. Das gefällt mir leider gar nicht und kostet das Buch meistens einen Stern Abzug.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Ich würde nicht sagen, dass ich auf bestimmte Buchgenres spezialisiert bin, aber ich lese schon meistens im Fantasy-Bereich, am liebsten Urban Fantasy. Aber ich mag auch Liebesgeschichten hin und wieder mal, und letztens habe ich die Thriller für mich entdeckt.
Nur mit Krimis kann ich nicht wirklich etwas anfangen. High Fantasy und Young Adult sprechen mich auch nicht mehr besonders an.
Ich bin also für fast alles offen.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Als Hobbyautorin kann ich nur sagen, dass ich diesen Trend absolut fantastisch finde und es sehr schätze, dass einem diese Möglichkeit offensteht.
Als Buchbloggerin finde ich den Trend natürlich genauso toll, sehe es aber auch ein bisschen kritischer. Durch das Selfpublishing hat wirklich jeder die Möglichkeit, sein Werk zu veröffentlichen, und leider gibt es auch einige Autoren, die das nicht ganz so ernst nehmen und aus ihrem Werk nicht alles herausholen. Als Leser ärgert man sich dann tierisch über ein Buch mit tausend Rechtschreibfehlern, Logikfehlern und unausgereiftem Schreibstil.
Aber bei so etwas kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Gesamt betrachtet ist das Selfpublishing daher durchaus positiv zu bewerten.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Die meisten Bücher, die ich besitze, habe ich mir selbst gekauft. Und auch zukünftig werde ich mir die meisten Bücher selbst kaufen. Trotzdem habe ich natürlich auch schon bei Verlagen angefragt, bzw. das Bloggerportal genutzt. So durften bei mir schon ein paar Rezensionsexemplare einziehen, aber da mein Blog noch recht jung und klein ist, habe ich natürlich auch so einige Absagen bekommen.
Angeschrieben wurde ich bisher kaum, doch ich freue mich jedes Mal riesig darüber.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Da muss ich natürlich mein Lieblingsbuch nennen: »Chicago Stars 1 - Bleib nicht zum Frühstück!« von Susan Elizabeth Phillips. Das ist die perfekteste und zauberhafteste Liebesgeschichte, die ich je gelesen habe und ich kann sie immer wieder lesen.

Im Jugendbuchbereich ist mir »Liebe ist was für Idioten. Wie mich.« von Sabine Schoder sehr im Gedächtnis geblieben, weil es ganz anders war als erwartet. Bei dem Buch denkt man sofort an eine öde Teeny-Lovestory, aber das ist sie überhaupt nicht; es steckt so viel mehr dahinter. Das hat mich sehr überrascht, positiv!

Und zu guter Letzt noch zwei Reihen aus dem Fantasy-Genre. Nämlich »Obsidian« bzw. die Lux-Reihe von Jennifer L. Armentrout, die ich sogar auf Englisch verschlungen habe, weil ich nicht auf die Übersetzung warten konnte. In »Obsidian« ist das Beste die Charaktere. Sie sind so tiefgründig und haben eine besondere Verbindung zueinander, die mich jedes Mal wieder fesselt.
Und die Reihe um »Juliette 1 - Ich fürchte mich nicht« von Tahereh Mafi gehört auch zu meinen liebsten Büchern. Der Schreibstil ist absolut zauberhaft, etwas Vergleichbares habe ich noch nie gelesen, und die Charaktere konnten mich überraschen und emotional mitreißen. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Werke der Autorin.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Da fällt mir sofort »Dein göttliches Herz entflammt« von Kelly Keaton ein, das ich tatsächlich abgebrochen habe, obwohl ich das vermeiden möchte und lange mit mir gerungen habe. Aber bei dem Buch hat mich einfach zu viel gestört. Der Schreibstil war mir zu umständlich und wie ich oben schon erwähnt habe, mag ich es nicht, wenn sich die Liebesgeschichte allzu schnell entwickelt. Und das war in »Dein göttliches Herz entflammt« leider so sehr der Fall, dass es für mich einfach nicht mehr realistisch war.
Doch den Reaktionen und Rezensionen anderer Blogger nach zu urteilen, ist die Reihe sehr beliebt und kommt durchaus gut an. Der beste Beweis dafür, dass Geschmäcker verschieden sind.

Abgesehen davon hat mir »Das bisschen Sünde« von Anke Greifeneder auch überhaupt nicht gefallen. Es war ein ewiges Hin und Her, die Charaktere waren mir zu widersprüchlich und die Liebesgeschichte war mir zu kalt.
Aber auch hier kenne ich Blogger, denen das Buch gut gefallen hat.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Auf meinem Blog dreht es sich natürlich hauptsächlich um Bücher, aber es gibt auch immer mal wieder anderes zu lesen. Zum Beispiel veröffentliche ich fast jeden zweiten Sonntag das Sonntagsgeplauder, in dem ich einfach mal über etwas schreibe, das mich momentan bewegt. Die Resonanz darauf ist nicht schlecht, also vermute ich mal, dass es meistens recht interessant ist.

Aber ich habe auch noch einiges in Planung. Ich möchte auf meinem Blog eine kleine Schreibecke einrichten, weil das Schreiben doch ein großer Teil meines Lebens ist und einige Leser Interesse dazu bekundet haben. Im Grunde geht es dabei aber ja auch um Bücher.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Persönlich kenne ich leider noch keinen Blogger, aber natürlich lernt man einige durch ihren und den eigenen Blog zumindest online etwas besser kennen. Deshalb gibt es auch wahnsinnig viele Blogs zu empfehlen, aber ich beschränke mich mal auf zwei:

Die allererste Bloggerin, die ich kennen gelernt habe, ist Maddy von http://booksandtheirwolrd.blogspot.de/. Wir sind eigentlich nur ins Gespräch gekommen, weil wir beide damals noch Anfänger im Bloggen waren, und dann haben wir uns immer gegenseitig ein bisschen unterstützt und immer mal wieder miteinander geschrieben. Sie ist wirklich nett und steckt viel Liebe in ihren Blog und ihre Youtube-Videos.

Tulip von http://potpourrioftulips.blogspot.de/ habe ich über eine Blogger-Whatsapp-Gruppe kennen gelernt und ich mag ihren Blog wirklich gerne. Er sieht nicht nur hübsch aus, sondern behandelt auch vielfältige Themen. So postet sie auch gerne mal über das Schreiben, was ich sehr interessant finde.
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