Interview mit der Buchbloggerin von »Books on PetrovaFire«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum vierunddreißigsten Mal gingen die Redakteure der Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://booksonpetrovafire.blogspot.de/ darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Books on PetrovaFire«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Books on PetrovaFire gibt es seit Juni 2013. Ich war schon immer recht Internetaffin und vorher auch in einem Buchforum unterwegs, wo ich auf die Idee von Bücherblogs stieß. Ich dachte, dass probiere ich doch mal aus und über zwei Jahre später bin ich immer noch dabei.
Wer hinter dem Blog steckt? Das bin ich. Sarah. 19 Jahre alt. Lehramtsstudentin für Englisch und Geschichte. Mehr gibt es über mich eigentlich gar nicht zu sagen.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Oh das variiert. Komischerweise lese ich mehr, während des Semesters als in der vorlesungsfreien Zeit. Ich glaube, ich brauch den Stress um ihn dann mit Lesen zu mildern. Bisschen schräg, ich weiß. Es können im Monat also auch mal nur 2 oder aber auch 12 Bücher werden. Beim Rezensieren bin ich etwas langsam. Ich muss in der Stimmung dazu sein, sonst kommt, in meinen Augen, keine vernünftige Rezension bei raus, sondern nur etwas Hingeklatschtes und das möchte ich weder für mich noch meine Leser.
Aufgrund dessen, das ich Pendlerin bin, lese ich immer mindestens zwei Bücher gleichzeitig. Ein Print für zu Hause und ein ebook auf dem tolino auf dem Weg zur Uni und wieder zurück.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Für mich muss das Gesamtpaket stimmen. Charaktere dürfen nicht einfach nach Schema X sein und es sollte aus den typischen Klischees ausgebrochen werden.
Ich bewerte eigentlich sehr danach, ob das Buch mich im Nachhinein oder währenddessen bewegt oder sogar zum Denken bringt. Besonders fällt mir da die Zeitrausch-Trilogie von Kim Kestner ein, bei der ich wohl mehr über Zeitparadoxe und mögliche –reisen gelernt und nachgedacht habe als je zuvor.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Nein, eigentlich nicht. Aber es finden sich vorrangig Jugendbücher im Bereich Fantasy und Dystopie auf meinem Blog. Langsam wird das Feld breiter, so dass auf Liebesgeschichten, historische Romane und Thriller von mir rezensiert werden. Im Prinzip bin ich aber offen für alles.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese auch Indies. Ich arbeite sogar mit welchen zusammen in einer wundervollen Gruppe, da ich seit zwei Jahren an einem eigenen Projekt feile. So durfte ich zum Beispiel Hannah Ben (»Chris und Sara - Die Geschichte einer verbotenen Liebe«; »Alexandra und Paul - Alles außer Liebe?«), Fenia Kubin (»Ich liebe dich, Lorelai«) und »Die dreizehnte Fee - Erwachen«-Autorin Julia Adrian kennen lernen und ihren Arbeitsprozess miterleben. Aber auch die neobooks Rookies Mehliqa (»Im Reich der Verborgenen - Die Auserwählte«), Lillith Korn (»Better Life - Ausgelöscht«) und Julia Rieger sind mir ans Herz gewachsen.
Ich finde es ziemlich gut, dass jeder heutzutage die Chance hat ein Buch zu veröffentlichen, sofern er/sie die finanziellen Mittel dafür hat. Die Leser sortieren meiner Meinung nach selber aus, wer gut und wer schlecht ist. Aber ohne Marketing geht es nicht und wenn ich dort mit Rezensionen helfen kann, helfe ich gerne.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Beides. Ich frage sowohl an, aber werde auch angefragt. Ich entscheide immer danach ob mich der Klappentext anspricht und ob ich Zeit habe es zu rezensieren. Natürlich rezensiere ich auch meine eigenen Bücher, gebe den Rezensionsexemplaren aber Vorrang.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Mich begleitete von Anfang die Autorin Teri Terry, welche ich inzwischen vergöttere. Gelöscht war eines der ersten Bücher die ich »rezensierte« (ich möchte meine ersten Lesermeinungen eigentlich gar nicht Rezension nennen). Ich liebe ihren Schreibstil und dass sie auch ohne viel Effekthascherei spannende Geschichten schreibt.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Ich denke, da gab es mehr als eins. »Die Farben des Blutes 1 - Die rote Königin« zum Beispiel, sie ist von fielen geliebt und ich habe das englische Original gelesen und war einfach nur enttäuscht. Kein vernünftiges World Building, keine neuen Ideen und vorhersehbare Handlung mit flachen Charakteren.
Das Buch, welches mich am meistens enttäuschte, war allerdings »A Royal’s Love« von Mary Smith, einer amerikanischen Self Publisherin. Ich hatte viel erwartet und bekam eine Geschichte auf unterem FanFiction-Niveau. Flache Charaktere und vorhersehbare Handlung waren noch die kleinsten Probleme.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Ich poste ab und zu auch über Bücher, welche auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) schon ewig liegen oder Neuerscheinungen die mich interessieren. Des Weiteren bin ich öfters bei Blogtouren dabei und schreibe dementsprechende Themenbeiträge.
In Zukunft möchte ich gerne auch mehr auf die englische Bücherwelt eingehen, da diese mich seit Beginn meines Studium doch sehr interessiert.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Ja, habe ich. Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich Nicole von About Books sowie Natascha von Bücherjunkies kennenlernen. Zwei wundervolle Persönlichkeiten, welche ich gerne nächstes Jahr wieder treffen möchte und mit denen ich auch gerne bei z.B. Blogtouren zusammenarbeite.
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