Interview mit der Buchbloggerin von »Aglayabooks«

Ob ein Buch erfolgreich wird oder nicht, hängt heutzutage oft davon ab, wie Buchblogger darüber richten. Zum dreiundsechzigsten Mal gingen die Redakteure der Literaturplattform www.leserkanone.de auf Blogbesuch und schauten einer Bloggerin bei ihrer Arbeit über die Schulter. Sie sprachen mit der Bloggerin von http://aglayabooks.blogspot.de/ darüber, wie sie zum Bloggen kam, welche Bücher sie rezensiert, auf welche Aspekte sie dabei ihr Hauptaugenmerk legt und was man in ihrem Blog über Rezensionen hinaus finden kann.

– Wer steckt hinter »Aglayabooks«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Ich bin eine begeisterte Leseratte aus der Schweiz. Schon im Vorschulalter habe ich mit dem Lesen begonnen und in dem runden Vierteljahrhundert, das seither vergangen ist, nie damit aufgehört. Nachdem ich auf meinem (sich nicht um Bücher drehenden) Erstblog einige Rezensionen veröffentlicht hatte, die dortigen Leser aber nicht vergraulen wollte, habe ich im Sommer 2014 den Blog »Aglayabooks« eröffnet, um meine Meinung zu gelesenen Büchern in die Welt herauszuposaunen. Als Juristin lese und schreibe ich schon im Berufsalltag viel, in der Freizeit vertiefe ich mich daher am liebsten in reine Unterhaltungsliteratur.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Durchschnittlich lese ich ca. 10-15 Bücher pro Monat, wovon die allermeisten auch rezensiert werden. Ausnahmen gibt es da nur, wenn das Buch a) selbstgekauft war und b) mich wirklich nicht überzeugt hat.
Wenn ich gerade ein spannendes Hörbuch zu Hause habe, höre ich dies gerne parallel zur aktuellen Lektüre, ansonsten bin ich eher der »Ein Buch nach dem andern«-Typ – zumindest bei Romanen. Ich kann aber gut ein Sachbuch parallel zu einem Roman lesen.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Ich bewerte Bücher ausschliesslich nach dem Unterhaltungsfaktor. Wie hoch der literarische Wert eines Werkes ist, interessiert mich bei der Bewertung herzlich wenig. Zu einer guten Bewertung kommt ein Buch mit einer spannenden Handlung und detailliert herausgearbeiteten Charakteren, die mich emotional berühren, sowie einem flüssigen Schreibstil. Die Figuren sind mir dabei am Wichtigsten, wenn ich mit den Protagonisten nicht mitfiebern kann, kommt meist auch keine wirkliche Spannung auf.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Ich lese vor allem Krimis, Thriller und Fantasyromane. Explizit darauf spezialisiert bin ich aber nicht, wenn mich der Titel und der Klappentext eines Liebesromans oder einer Familiensaga anspricht, bin ich gerne bereit, auch in anderen Genres zu »wildern«. Das einzige Genre, um das ich generell einen Bogen mache, sind Erotik-Romane, die sprechen mich einfach nicht an. Bei Krimis und Thrillern reizt mich vor allem der »Miträtselfaktor«, ich will mir selber meine Gedanken zum Täter machen können und ihn vielleicht sogar vor den Ermittlern enttarnen (solange es nicht schon nach den ersten paar Seiten geschieht). Darum mag ich auch keine Krimis, die den Lesern die nötigen Informationen vorenthalten, um den Fall selber lösen zu können. Fantasybücher mag ich, um komplett abzuschalten und mich in Gedanken in eine andere Welt zu versetzen, in der Drachen umherfliegen und Magie möglich ist. In diesem Bereich greife ich gerne auch zu Jugendbüchern.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese hauptsächlich Verlagsproduktionen, aber ich habe auch schon Werke von Selfpublishern gelesen. Ich finde es super, dass heutzutage jeder sein Buch auch ohne Unterstützung von einem Verlag herausbringen kann. Wie viele brilliante Romane sind wohl schon nicht veröffentlicht worden, weil der Autor nicht so viel Geduld und Selbstvertrauen hatte wie beispielwseise Joanne K. Rowling? Natürlich ist nicht jedes in Eigenregie herausgebrachte Buch auch lesenswert, aber das sind ja auch nicht alle Verlagsbücher. Und da die meisten Selfpublisher ihre Bücher ohnehin nur als eBook verkaufen, wird ja auch kein Papier und kein Lagerplatz verschwendet, falls sich niemand die Bücher kaufen sollte.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Rezensionsexemplare frage ich in den meisten Fällen selbst an, entweder über die diversen Bloggerportale der Verlage, die es mittlerweile gibt, oder ich versuche mein Glück bei Plattformen wie beispielsweise Lovelybooks oder BloggDeinBuch. Daneben rezensiere ich auch immer wieder selbstgekaufte Bücher.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Spontan fällt mir hier die Reihe »Chroniken der Seelenwächter« von Nicole Böhm ein, die ich über eine Lovelybooks-Leserunde kennengelernt habe, ein. Die Urban Fantasy Reihe überzeugt mit sympathischen, lebensechten Figuren, einer spannenden Handlung (mitsamt einem grossen Geheimnis) und einer Fantasy-Welt, die sich von den verbreiteten Zauberern und Vampiren erfrischend abhebt. Ebenfalls weiterempfehlen möchte ich die beiden Bücher von Sophie Seeberg, »Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey« und »Die Schanin hat nur schwere Knochen!«, in denen die Autorin auf humorvolle und doch berührende Weise von ihrem Alltag als Gerichtspsychologin erzählt.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Mittlerweile bin ich durchaus bereit, ein Buch, das mir nicht gefällt, abzubrechen. Jahrelang habe ich jedes begonnene Buch fertiggelesen, doch heute mache ich das nur noch bei Rezensionsexemplaren, da ich mich dort verpflichtet fühle. Selbstgekaufte Bücher erhalten eine Chance von rund 10% der Seitenzahl, wenn sie mich bis dann nicht packen, werden sie aussortiert. Gleiche Reihenweise (im wahrsten Sinn des Wortes) ist mir das bei den Thrillern von Claire Rayner passiert. Ich hatte vor Jahren einen ihrer George Barnabas Thrillern gelesen und wie ich mich erinnern mag sehr gemocht. Darauf habe ich die anderen Bände über lange Zeit hinweg aufzustöbern versucht, schliesslich gebraucht gekauft und war absolut enttäuscht. Die Protagonistin war mir zutiefst unsympathisch, und das reicht aus, um mit die Freude an einem Buch komplett zu verderben. Zudem war die Handlung in den Büchern so vorhersehbar, dass jegliche Spannung ausblieb.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Bisher habe ich auf meinem Blog nur Buchrezensionen, (die obligaten) Monatsrückblicke und Challengeankündigungen veröffentlicht. Ich schliesse nicht aus, dass in Zukunft auch mal andere Beiträge erscheinen werden, zurzeit ist aber nichts geplant. »Aglayabooks« wird aber auf jeden Fall beim Thema Bücher bleiben, wie der Blogname schon sagt.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Persönlichen Kontakt zu anderen Bloggern hatte ich bisher nicht wirklich, auch wenn ich doch einigen deutschsprachigen Buchblogs folge. Mit einigen Bloggern habe ich mich bisher etwas näher befasst, da ich an von ihnen gestarteten Challenges teilnehme, dies sind Daggi von »Daggis Welt«, Steffi und Heike von »Steffis und Heikes Lesezauber« und Schnuffelchen von »Schnuffelchens Bücher«. Die Betreuung der Challenges läuft bei allen drei Blogs sehr gut, Fragen werden schnell beantwortet.
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