Interview mit Autorin Susanne Ulrike Maria Albrecht

Vor wenigen Wochen veröffentlichte Moon House Publishing mit »Chaoten, Mörder, Luder« den zweiten Roman aus der Feder von Susanne Ulrike Maria Albrecht, in dem ihre Heldenfigur Paul Maurus seinen zweiten Auftritt feiert. Im Interview mit der Leipziger Literautplattform www.leserkanone.de sprach die Autorin über ihr neues Buch, ungewöhnliche Buchbeschreibungen und über Friedrich von Schiller.

– Frau Albrecht, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem neuen Buch genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Chaoten, Mörder, Luder« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Chaoten, Mörder, Luder« und wie könnte es anders sein: Paul Maurus ist auch dabei!

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welchen anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie als Romanautorin literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Den Lesern von Paul Keller, Erich Kästner und Johannes Mario Simmel lege ich mein Buch ans Herz. Friedrich von Schiller, Waldemar Bonsels, Erich Maria Remarque, Gerdt von Bassewitz, Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern … sind meine literarischen Vorbilder. Mein absolutes Lieblingsbuch ist Himmelsvolk – Ein Buch von Blumen, Tieren und Gott von Waldemar Bonsels.

– Paul Maurus, die Hauptfigur aus »Chaoten, Mörder, Luder«, feiert in dem Buch nicht seinen ersten literarischen Auftritt, denn er stand bereits in Ihrem Buch »Verdächtige und andere Katastrophen« im Mittelpunkt. Was zeichnet die Figur aus und was schätzen Sie selbst so sehr an Paul Maurus, dass Sie ihn wiederkehren ließen?

Paul Maurus ist total verrückt und sehr liebenswürdig. Er lässt seinen vielen Neurosen und Macken freien Lauf. Er ist ein überzeugter Vegetarier und Tierschützer. Sein liebstes Hobby ist das Tanzen. Er selbst ist ein begnadeter Tänzer. So kann er sich auch als verdeckter Ermittler in einer Tanzschule einschleusen.

– Die Kurzbeschreibungen Ihrer beiden Bücher sind im wahrsten Sinne des Wortes »kurz« und lassen vollkommen offen, worum es inhaltlich geht. Ist dies nicht riskant, da potenzielle Buchkäufer, die durch Zufall auf einen Ihrer Romane stoßen, im Dunklen tappen? Was hat Sie dazu gebracht, Ihre Bücher auf diese Weise zu präsentieren?

Mein Lektor Wolfgang Schreitl (Verlag Moon House Publishing, Österreich) und ich haben uns bei »Chaoten, Mörder, Luder« (eBook und Taschenbuch) bewusst für die kürzeste Variante entschieden.
»Bei Tag oder Nacht Paul Maurus verfolgt jeden Verdacht. Keiner kann sich verstecken. Paul Maurus wird sie alle entdecken.« Diese drei Sätze von mir beinhalten alles. Einerseits steht Paul Maurus öfters auf der Leitung. Andererseits ist er ein sehr aufgeweckter Bursche, dem letztendlich kein Mordbube entkommt. Er ist ja quasi rund um die Uhr im Dienst. »Denn das Auge des Gesetzes wacht« (Friedrich von Schiller) ist sein Leitsatz. Paul Maurus tappt oft im Dunkeln. Aber ihn trifft immer zur rechten Zeit, am rechten Ort ein Geistesblitz, der ihn jeden noch so verwickelten Fall aufklären lässt. Darauf bezieht sich mein Zitat: »Sind wir nicht alle ein bisschen Paul Maurus? Alle wollen Paul Maurus sein. Sogar ich will Paul Maurus sein!«

– Sie sind nicht nur als Verfasserin von Romanen in Erscheinung getreten, sondern auch als Lyrikerin. Als solche haben Sie in den vergangenen fünf Jahren wiederholt bei Wettbewerben gut abgeschnitten. Was kann der Leser von Ihren Gedichten erwarten, und was hat Sie dazu bewogen, nicht nur Prosa, sondern auch Lyrik zu verfassen? Und da man beim Schreiben von Gedichten viel schneller neue Themen finden muss als bei Romanen, mit denen man monatelang beschäftigt ist: Wie entscheiden Sie, worum es im jeweils nächsten Gedicht gehen soll? Bei welchen Gelegenheiten entsteht Ihre Lyrik, setzen Sie sich gezielt hin, um zu dichten, oder werden Sie im Alltag inspiriert?

Die Lyrik ist meine Heimat. Meine ersten Veröffentlichungen waren ausschließlich Gedichte. Neue Themen finde ich überall. Da reicht mir schon ein Wort aus dem Radio, Fernseher oder der Zeitung.
Ich werde im Alltag inspiriert. An dieser Stelle darf ich mich selbst zitieren: »Lyrik ist die Momentaufnahme der Seele.«

– In Ihrer Kurzbiografie wird Friedrich von Schiller als Ihr Lieblingsdichter bezeichnet. Warum sticht er Ihrer Meinung nach heraus?

Friedrich von Schiller ist der Verkünder der Freiheit des Geistes. Für seine Überzeugung hat er alles getan. Er hat sich keiner Autorität untergeordnet und sich nicht beugen lassen. Trotz seines harten Schicksals hat er immer die Freude und Hoffnung zelebriert. Und er ist heute so aktuell wie damals. Jeder benutzt doch täglich mindestens fünf Zitate von ihm. Nur die meisten sind sich dessen nicht bewusst. Friedrich von Schiller war, ist und bleibt unser großer Dichterfürst und mein Bruder im Geiste.

– Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit dem Erscheinen Ihres ersten Buchs spezielle Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und /oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Ich möchte mich bei meinen Lesern ganz herzlich für ihre freundliche Unterstützung bedanken. Und es freut mich sehr, dass nach wie vor das gedruckte Buch Vorrang hat.

– Was können wir von der Autorin Susanne Ulrike Maria Albrecht in Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ja, Paul Maurus macht jetzt Ferien vom Ich. Und ich vollende mein Kinderbuch.
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