Interview mit Autorin Sky Landis

Sky Landis (Foto: Fotostudio Angela Ernst)

Nachdem sie sich als Autorin zeitgenössischer Liebesromane einen Namen gemacht hat, betritt Sky Landis dieser Tage neues Terrain und präsentiert mit »Drachenmond« ihren ersten Fantasyroman. Das Buch ist bereits als E-Book erhältlich und wird ab dem 18. August auch in gedruckter Form vorliegen. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach die Autorin über ihr neues Buch, den Sprung ins neue Genre und über Männer, die romantische Bücher lesen.

– Frau Landis, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem neuen Roman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Drachenmond« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Drachenmond« spielt im heutigen Chicago und in der magischen Welt Hasyra. Die Videospieletesterin Alessa Martin wird über Wochen hinweg von Albträumen geplagt, in denen sie sich immer wieder in einen Drachen verwandelt. Selbst als sie von ihrem Freund über den Ursprung ihrer Träume aufgeklärt wird, weigert sie sich, an ihre Andersartigkeit zu glauben. Dass ihr Freund sie nicht belogen hat, wird ihr klar, als es sie nach Hasyra verschlägt. Ihre Träume werden Realität und sie muss lernen, mit den Gepflogenheiten in der unbekannten magischen Welt umzugehen. Dazu gehört, sich mit der kriegerischen Vergangenheit der Drachen, ihren eigenen, schwer zu kontrollierenden Kräften und zwei Männern, die sie beide unter allen Umständen für sich wollen, auseinanderzusetzen.

– In den vergangenen fünf Jahren haben Sie eine Reihe von zeitgenössischen Liebesromanen veröffentlicht. Mit »Drachenmond« wird man erstmals in einem Ihrer Bücher Fantasyelemente erleben. Was hat Sie dazu gebracht, den Sprung in den Bereich der (romantischen) Fantasy zu wagen? Was schätzen Sie selbst an dem Genre?

»Drachenmond« hatte ich schon länger in Planung. Es hat nur einige Zeit gebraucht, das Buchprojekt tatsächlich umzusetzen. Und ich muss sagen, der Abstecher in den Bereich der romantischen Fantasy hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte meiner Fantasie als Autorin noch viel mehr freien Lauf lassen als bei den zeitgenössischen Liebesromanen, die ich bisher geschrieben habe. Was aber nicht heißt, dass ich mich jetzt nur noch der romantischen Fantasy widmen werde.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie »Drachenmond« ans Herz legen? Haben Sie in dem Bereich literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblings-Fantasyromane?

In meinem Bücherschrank finden sich natürlich auch Fantasyromane, z.B. von Karen Marie Moning, J. R. Ward, Alexandra Ivy, Shana Abé und noch einigen anderen Autoren. Wenn es um Fantasyromane geht, beschränke ich mich nicht nur auf Bücher einiger weniger Autoren/Autorinnen. Mir müssen die Geschichte und deren Umsetzung zusagen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass die Geschichten von starken Charakteren handeln und spannend erzählt werden. Dazu noch eine gute Portion Humor, dann ist ein Buch das richtige für mich. Genau das erwartet auch die Leser von »Drachenmond«. Wer die »Dragon« Reihe von G. A. Aiken oder die »Dragon Love« Reihe von Katie MacAlister mochte, wird auch »Drachenmond« lieben.

– Gab es Unterschiede, die das Schreiben eines Romans im Fantasybereich im Vergleich zu Ihren früheren Arbeiten bedeutet hat? Haben Sie sich beispielsweise in der Ausdrucksweise der Protagonisten und im Erzählstil stark umstellen müssen, um sich den Wünschen von Lesern von Fantasyromane zu nähern, oder dürfen die Leser mit einem durch und durch »klassischen Landis« rechnen, nur im Fantasygewand? Und gibt es zwischen einem charismatischen Clansherren wie Cameron Warden als männlicher Hauptfigur auf der einen, Spezialagenten und Jungunternehmern auf der anderen Seite größere Parallelen, als man es auf dem ersten Blick denken könnte?

Mit »Drachenmond« bekommen meine Leser tatsächlich einen Roman im Landis-Stil, nur eben im Fantasygewand. Der Roman ist etwas umfangreicher als meine bisherigen Romane, was an der Story liegt, die noch mehr Spannung und tiefergehende Figuren, aber auch eine fantastische Welt beinhaltet. Mein Humor, der allen Landis-Titeln anhaftet, ist jedoch unverkennbar wieder eingeflossen. Ich habe meinen Erzählstil nicht umgestellt, sonst wäre »Drachenmond« nicht so geworden, wie ich mir die Geschichte von Anfang an ausgemalt habe. Man könnte auch sagen, wenn ich mich hätte verstellen müssen, wäre ich mit diesem Buchprojekt nicht glücklich geworden.

Zwischen Cameron Warden, dem Clansherren und Anführer einer der Drachenstämme, und den Hauptfiguren aus meinen bisherigen Romanen gibt es durchaus Parallelen. Er hat wie meine Agenten einen starken Charakter, kann durchaus nervtötend arrogant sein, dass Frau sich die Haare raufen möchte, hat aber auch eine weiche Seite.

– Männliche Fans von Fantasyromanen tun sich mit Büchern wie dem Ihrem naturgemäß etwas schwer und greifen lieber zum hundertsten Gemetzel zwischen Zwergen und Orks. Was würden Sie einem von ihnen sagen, um ihn dazu zu bringen, den literarischen Horizont zu erweitern und Ihrem Buch eine Chance zu geben?

Tatsächlich ist es so, dass ich schon männliche Leser habe und nicht ausschließlich weibliche. Das hat mich selbst überrascht. Rausgefunden habe ich es dadurch, weil sie mich angeschrieben und nach dem Erscheinungstermin von »Drachenmond« gefragt haben. Als ich sie dann darauf hingewiesen habe, dass es sich nicht um ein reines Fantasybuch, sondern um einen Fantasy Romance Titel handeln würde, waren sie sich dessen bereits bewusst. Zwei von ihnen haben sogar sofort zugegeben, sie würden die Bücher meiner »Agent Lovers« Reihe kennen. Vielleicht liegt es an meinem nicht zuckersüß triefenden Schreibstil. Oder sie mögen einfach meinen Humor, den ich selbst gerne mal als schräg bezeichne. Ich kann es nicht genau sagen.

Aber wenn schon meine taffen Spezialagenten von männlichen Lesern angenommen wurden, kann ich sie mit »Drachenmond« eventuell wieder überzeugen. All jenen männlichen Fantasyfans, die sich etwas schwer tun mit einem Fantasy Romance Titel, würde ich sagen: Nutzt die kostenlose Leseprobe und lest einfach mal in »Drachenmond« rein.

– Nicht lange nach »Drachenmond« steht mit »Lover's Touch« die Veröffentlichung des fünften Bandes Ihrer Erfolgsreihe »Agent Lovers« auf dem Plan. Was kommt auf Ihre Leser(innen) in dem Buch zu?

Wer die »Agent Lovers« Reihe kennt, weiß, dass Eddie Banks im vierten Teil (in dem er eine Nebenrolle gespielt hat) verletzt und von Avery Sebastian gerettet wurde. Genau dort setze ich im fünften Teil wieder an. Zum Inhalt möchte ich noch nichts weiter preisgeben, da ich momentan an einigen Wendungen der Handlung sowie diversen Angriffsstrategien der Spezialagenten arbeite und diese aufeinander abstimmen muss. Welche es am Ende tatsächlich ins Buch schaffen, kann ich derzeit noch nicht sagen. Auf jeden Fall wird der fünfte Teil ebenfalls eine in sich abgeschlossene Geschichte werden, in der alte Bekannte aus den vorangegangenen Teilen auftauchen.

– Was können wir von der Autorin Sky Landis nach »Drachenmond« und »Lover's Touch« erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ein weiteres Buchprojekt ist bereits in Planung, sogar schon in der Bearbeitung. Mit »Moskitos küsst man nicht« werde ich zum ersten Mal von meinem Lieblingsschauplatz – den Vereinigten Staaten - weggehen. Es wird ein humorvoller zeitgenössischer Liebesroman werden, der in den faszinierenden Waitakere Ranges in Neuseeland spielt.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.07.2015 | 00:33  
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