Interview mit Autorin Jessica Winter

Jessica Winter
Vor wenige Wochen veröffentlichte Jessica Winter mit »Bis du wieder atmen kannst« ihren Debütroman. Seither wurde das Buch von vielen Bloggern in höchsten Tönen gelobt, es landete auf dem ersten Platz der »Liebesromane für Frauen« bei Amazon, und auch von den Besuchern der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de bekam es positive Noten. Im Interview sprach die frischgebackene Autorin über ihr Buch, die ersten Erfolge und ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Winter, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem Debütroman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Bis du wieder atmen kannst« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Zusammenfassend geht es um einen Jungen, der oberflächlich gesehen alles hat und trotzdem fühlt, dass ihm etwas Essentielles fehlt und ein Mädchen, das nichts weiter möchte, als unsichtbar zu sein. Sie birgt ein schreckliches Geheimnis, welches sie mit niemandem zu teilen bereit ist, da sie die weitreichenden Konsequenzen fürchtet. Die beiden liefern sich lediglich freche Wortgefechte, bis er eines Tages durch einen unerwünschten Zufall von ihrem Geheimnis erfährt und sich eingestehen muss, dass es auch für ihn nun kein Zurück mehr gibt...

Es geht darum, seine Vergangenheit zu bewältigen und sich nicht davon bestimmen zu lassen, sondern voller Hoffnung in die Zukunft zu schauen, auch wenn das Leben einem immer wieder Steine in den Weg legt. Außerdem geht es darum, die Augen nicht vor traurigen, beunruhigenden Dingen zu verschließen, sondern darum zu kämpfen, was einem wirklich wichtig ist. Und es geht darum, zu lernen, zu vertrauen und zu erkennen, wie oft genau jene Menschen, von denen man es am wenigsten erwarten würde, zu jenen werden, die einen nicht mehr loslassen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Ich lese eigentlich seit geraumer Zeit hauptsächlich nur mehr englische Bücher. Das hat vor allem den Grund, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin und eben Serien und Bücher lieber in der Originalversion lese. Ich mag einige Bücher von Colleen Hoover, Jojo Moyes und Cecelia Ahern. Außerdem habe ich gerade Rachel Van Dyken für mich entdeckt, weil sie einen sehr lustigen Schreibstil hat.

– In den ersten Wochen nach dem Erscheinen wurde Ihr Buch mit positiven Rezensionen geradezu überhäuft, zwischenzeitlich hatte es sich bei Amazon bis auf den ersten Platz der »Liebesromane für Frauen« geschoben. Herzlichen Glückwunsch! Haben Sie mit solch einem großen Zuspruch auch nur im Entferntesten gerechnet? Was halten Sie selbst für die großen Stärken Ihres Romans?

Vielen Dank! Ich hatte in Wahrheit mit gar nichts gerechnet. Ich bin ja ein No Name und konnte mir vorher nur eine winzige Fangemeinde auf Facebook aufbauen, von der ich halt hoffte, sie würden das Buch lesen. Dann war ich dankbar für jeden einzelnen, der das Buch kaufte, als ich es auf Amazon gestellt hatte und war immer förmlich aus dem Häuschen, wenn ich eine Rezension von jemandem bekommen habe, den ich nicht kannte, oder der mir auf meiner Autorenseite auf Facebook schrieb, wie toll er/sie »Bis du wieder atmen kannst« fand.
Ich glaube, was »Bis du wieder atmen kannst« besonders macht, ist einerseits die Thematik, die aufgegriffen wird, weil man darüber normalerweise eben nicht so viel liest und trotzdem kann sich der Leser in die Personen gut hineinversetzen, weil sie lebensnah und authentisch sind, weil sie Fehler machen und nicht ansatzweise perfekt sind, aber ihr Bestes geben. Vertrauen und Freundschaft spielt in diesem Buch eine große Rolle und das ist glaube ich für jeden Leser ein Thema.

– Auf Ihrer offiziellen Webseite erwähnen Sie, dass Sie schon mit zwölf Jahren wussten, dass Sie eines Tages Bücher schreiben würden. Was gab letztlich den ausschlaggebenden Impuls, den Traum vom eigenen Buch nun endlich in die Tat umzusetzen? Was hat sich seitdem an Ihrem Leben geändert?

Dass ich die Geschichte auf einmal richtig gelebt und geatmet habe. Ich hatte plötzlich so viele Szenen in meinem Kopf, die unbedingt aufs Papier wollten, da konnte ich nicht mehr anders als zu schreiben. Die beiden Protagonisten sind mir total ans Herz gewachsen während der Ideenphase und es war mir so wichtig, ihre Geschichte zu erzählen.
Geändert hat sich nicht allzu viel, außer dass ich länger am PC sitze, als vorher :D Natürlich habe ich über den Sommer viele Höhen und Tiefen erlebt, denn man macht sich mit so einer Veröffentlichung sehr verletzlich, aber es hat sich allemal gelohnt und ich bin wirklich dankbar und ein winzig kleines bisschen stolz, was daraus geworden ist ;)

– Sie haben sich dazu entschlossen, Ihr Buch nicht über einen Verlag zu veröffentlichen, sondern in Eigenregie, und dabei den Weg über Amazon gewählt. Was hat Sie dazu gebracht, Ihr Buch auf genau diese Weise zu vermarkten?

Hauptsächlich, dass ich mir nicht vorstellen konnte, monatelang auf Absagen warten zu müssen :D
Ich wusste, dass Verlagssuche alles andere als leicht ist und dass einige der mittlerweile bekanntesten Autoren mehrmals abgewiesen wurden, bevor sie doch ein Verlag unter ihre Fittiche nahm. Hätte ich die ersten drei Absagen erhalten, hätte ich sofort den Mut verloren, es zu veröffentlichen. Deswegen wollte ich es alleine versuchen. Außerdem hat es mir auch Spaß gemacht, alles selbst entscheiden zu können, wie Cover, Titel, Preis usw.

– Wie sind Ihre Erfahrungen als frischgebackene Autorin bisher verlaufen? Haben Sie Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Ich liebe das Internet :D Keine Ahnung, wie es möglich wäre, so schnell so weit herumzukommen, wie durchs WWW. Unglaublich ist es für mich, dass sogar schon Menschen aus Italien, Spanien, den Niederlanden, UK, USA und Frankreich mein Buch gefunden und gekauft haben. Ich bin auch unendlich dankbar für all die Buchblogger, die »Bis du wieder atmen kannst« gelesen und vorgestellt haben, denn so wird die Reichweite natürlich auch immer größer. Und ich freue mich wie gesagt über jede Rückmeldung, sei sie noch so kurz. Natürlich einerseits als Rezension auf Amazon, denn darüber freut sich jeder Autor, aber auch die privaten Nachrichten mit herzergeifenden Geschichten, Lob und natürlich zum Teil auch konstruktive Kritik, die ich gerne annehme, damit ichs nächstes Mal besser machen kann. Wobei es klar ist, dass man nie den Geschmack eines Jeden treffen wird können. Schade finde ich es, wenn irgendwo eine anonyme Wertung abgegeben wird, die vielleicht weniger gut oder mittelmäßig ausfällt, aber eben nichts dazu geschrieben oder gesagt wird, was demjenigen nicht gefallen hat. Da fällt es mir natürlich schwer, nicht enttäuscht zu sein und daraus zu lernen.
Aber im Großen und Ganzen bin ich schwer beeindruckt vom deutsch Buchmarkt und der treuen Leserschaft! VIELEN DANK an dieser Stelle!

– Was können wir von der Autorin Jessica Winter in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Na klar, die Liste an noch zu schreibenden Büchern häuft sich schon :D Aber Anfang November kommt erstmal der 2. Band von »Bis du wieder atmen kannst« heraus. Er wird »Solange du bleibst« heißen und ich bin schon aufgeregt, wie die Leser die Fortsetzung von Julia und Jeremy verschlingen werden.
Außerdem beginne ich schon gedanklich mit meinem nächsten Projekt, welches auch wieder ein Drama/Liebesroman werden soll. Ich habe mich schon in meinen Protagonisten verliebt, also wird es nicht mehr lange dauern, bis ich zum Schreiben komme :D
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