Interview mit Autorin Emma Bieling

Emma Bieling (Foto: Bert Hähne)

Emma Bieling entführt die Fans ihrer Romane gern ans Meer und auf deutsche Inseln. In ihrem vom Luzifer-Verlag herausgegebenen neuen Buch »Sonne, Strand und Tod« vermischt sie dabei dieses Mal Chic-Lit mit einem Kriminalfall. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach die Autorin über den Roman, über ihre Affinität zum Meer und über Männer, die Chic-Lit lesen.

– Frau Bieling, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem neuen Roman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Sonne, Strand und Tod« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Bei »Sonne, Strand und Tod« handelt es sich um einen Rügen-Krimi, der auf Chick-Lit-Elementen aufgebaut ist. Meine Heldin, die leitende Ermittlerin Luna Maiwald, ist gerade auf dem Weg in den Urlaub als ein mysteriöser Mord ihre Urlaubspläne durchkreuzt. Zurück auf Rügen steht sie nicht nur vor einer Mordermittlung ohne jeglichen Ansatz, sondern auch vor einem privaten Desaster. Ihr Exfreund und Vater der gemeinsamen Tochter Marcia lässt sich spontan auf der Insel nieder und dringt zunehmend in ihr Leben ein. Kein guter Zeitpunkt also, um sich in den vertretungsweise zum Leiter der Rechtsmedizin berufenen Ingmar Wolff zu verlieben, der mit Luna Hand in Hand an der Aufklärung des Falles arbeitet. Als ein weiteres Mordopfer gefunden wird, ist die Katastrophe komplett und die Jagd nach einem Serientäter eröffnet, an den scheinbar nur die Ermittlerin selbst glaubt.

– Nach »Cinderella auf Sylt« und »Rapunzel auf Rügen« ist »Sonne, Strand und Tod« der dritte Roman in Folge, in dem Sie Ihre Leser auf eine deutsche Insel entführen. Woher kommt die literarische Affinität zum Meer? Was macht die Insel Rügen für Sie selbst zu etwas so Besonderem, dass Sie Ihre Leser erneut auf die literarische Reise dorthin schicken?

Ich mag das Meer schlichtweg. Und ich mag die Magie, die mich jedes Mal aufs Neue ergreift, wenn ich barfüßig am Strand stehe und hinaus aufs Meer blicke. Ein fantastisches Gefühl von Freiheit und sehr inspirierend. Die Insel Rügen mag ich besonders gerne, weil ich dort schon als Kind die abenteuerlichsten Erfahrungen gemacht habe. Ich war ein eifriger Muschelschalensucher, hatte aber auch schon unangenehmen Kontakt mit Feuerquallen.

– In einer Sache unterscheidet sich Ihr neues Buch von den beiden vorhergegangenen Inselromanen deutlich: Handelte sich bei den anderen noch ausschließlich um sommerliche Urlaubslektüre, kommt dieses Mal ein Kriminalfall hinzu. Was hat Sie dazu gebracht, dieses Mal Genres zu vermischen? Was unterschied das Schreiben eines Buchs mit Krimi-Komponenten von der Arbeit an den anderen beiden Inselromanen? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie »Sonne, Strand und Tod«?

Nach meinen beiden ersten Inselromanen brauchte ich eine kurze Auszeit, um mir darüber klar zu werden, welchen Weg ich zukünftig schriftstellerisch gehen möchte. In dieser Zeit habe ich mich vermehrt der Redaktionsarbeit und dem Journalismus gewidmet. Und ich habe einen Krimi konzipiert, der von Dialoglastigkeit getragen und aus Sicht einer starken Heldin erzählt wird. Ich habe quasi das Pferd von hinten aufgezäumt und nicht dem Täter, sondern der Heldin mein Augenmerk gewidmet, was natürlich jeden erfahrenen Krimiautoren die Haare zu Berge stehen lässt. Aber he, Kunst sollte frei sein und grenzenlos. Dieses Projekt war eine echte Herausforderung und hat sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen, als alle Projekte zuvor. Aber ich wollte es unbedingt verwirklichen, die Geschichte der Kriminalhauptkommissarin Luna Maiwald erzählen, vielleicht auch um auszutesten, inwiefern ich hin und wieder mal der »Chick Lit-Schublade« entfliehen kann. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Luzifer Verlag und den Cover-Designer Timo Kümmel, ohne die meine kriminelle Geschichte nur getippte Buchstaben auf elektronischem Papier wäre. Die Zusammenarbeit war und ist einfach grandios.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihren Insel-Krimi ans Herz legen? Haben Sie im Bereich des Regionalkrimis literarische Vorbilder oder eigene Lieblingsromane? Und was macht »Sonne, Strand und Tod« im Vergleich zu anderen unterhaltsamen Regionalkrimis zu etwas Speziellem?

Ganz ehrlich? Ich lese absolut keine Krimis und habe auch keine Vorbilder im Bereich des Regionalkrimis. Vielmehr verschlinge ich die Frauenromane von Hera Lind, die zweifelsohne ein literarisches Vorbild für mich ist. Dafür schaue ich aber gerne US-Krimiserien, Medical Detectives und Snapped – Wenn Frauen töten. Und ich mag Thriller alias Jon Katzenbach und Stephan M. Rother, sowie die Bücher von Stephan Harbort. Inspiriert davon und der Tatsache, dass ich mich im Genre »Chick Lit« am wohlsten fühle, hoffe ich mit »Sonne, Strand und Tod« den Lesernerv vieler Menschen zu treffen – weiblicher, aber auch männlicher Leser.

– Nachdem schon ihre beiden ersten Romane an vorzugsweise weibliche Leser gerichtet waren, enthält auch »Sonne, Strand und Tod« wieder viele Chic-Lit-Elemente. Wie kam es dazu, dass Sie sich auf eine weibliche Zielgruppe fixiert haben, und wird man aus Ihrer Feder auch einmal eine Geschichte für ein männliches Publikum zu lesen bekommen? Was würden Sie einem Mann sagen, um ihn dazu zu bringen, den literarischen Horizont zu erweitern und bereits Ihrem aktuellen Buch eine Chance zu geben?

Es gibt bereits einige männliche Stammleser, die sich tatsächlich jedes meiner Bücher antun ;-) Aber he, warum nicht? Wer sagt denn, dass »Chick Lit« nur von Frauen lesbar ist? Natürlich sind Männer aber der geringste Teil meiner Leserschaft. Der Wunsch »Humoristische Frauenliteratur« zu schreiben, stellte sich relativ früh ein, weit vor meinem Debütroman »Cinderella auf Sylt«. Warum das so ist, weiß ich gar nicht so genau. Vielleicht weil ich als »Frau« genau weiß, mit welchen Problemen meine weiblichen Leser sich im Alltag herumschlagen müssen. Haushalt, Kinder, Gartenarbeit, Job – Frauen sind wahre Multitalente. Mit meinen Geschichten möchte ich sie gut unterhalten, sie für einige Stunden in eine andere Welt entführen, fernab ihrer Pflichten. Ob man aus meiner Feder auch einmal eine Geschichte für das männliche Publikum zu lesen bekommt, hängt ganz davon ab was Männer gerne lesen. Ein Mysterythriller ist schon seit Jahren in Planung, musste allerdings immer wieder den »Chick Lit-Projekten« weichen. Diese Story – sofern sie dann geschrieben ist - wird ganz sicher kein Einkaufsbummel an der Strandpromenade, aber auch - oder gerade deshalb - unter einem anderen Autorennamen erscheinen.

– Nach mehreren Anthologiebeiträgen erschien Ihr erster »kompletter« Roman im Frühjahr 2012. Seitdem sind nun schon drei Jahre vergangen - haben Sie seitdem spezielle Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt im Allgemeinen und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Ich habe jede Menge Eindrücke gesammelt. Unzählige, um genau zu sein. Alle hier aufzuzählen, würde allerdings den Rahmen des Interviews sprengen. Deshalb nur eine kleine Message an die jungen Schreibtalente unter meiner Leserschaft, die den Traum vom eigenen Buch umsetzen möchten: Niemals für die Veröffentlichung eurer Werke bezahlen! Wendet euch an seriöse Verlage, googelt vorher nach, informiert euch auf Plattformen und in Foren, oder schreibt mir über Facebook. Leider höre ich immer wieder von schreibtalentierten Menschen, die für ihren großen »Traum« in Schulden geraten. Der Traum vom eigenen Buch sollte niemals zum Albtraum werden, sondern etwas ganz besonders Schönes sein.

– Was können wir von der Autorin Emma Bieling in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich arbeite derzeit am nächsten Inselroman, der wieder an ein grimmsches Märchen anknüpft. Nach »Cinderella auf Sylt« und »Rapunzel auf Rügen« ist es nicht schwer zu erraten, wie der nächste Roman heißt. »Dornröschen auf Föhr« wird im Frühjahr 2016 erscheinen. Danach geht es mit einem Herzensprojekt weiter.
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