Interview mit Autor Frank Arlt

Frank Arlt

In seinem Roman »Die Tränen der Hexen« führt Autor Frank Arlt seine Leser an die Grenze des fünfzehnten Jahrhunderts zum sechzehnten. Das Buch ist seit einigen Monaten als E-Book erfolgreich und wird im Herbst vom Verlag Prolibris auch als Taschenbuch veröffentlicht. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach Arlt über sein Werk, über die Zeit der Hexenverfolgung und Hexenprozesse sowie die aufwändige Entstehungsgeschichte eines historischen Romans.

– Herr Arlt, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Buch genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Die Tränen der Hexen« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Die Tränen der Hexen« spielt in Goslar zur Jahrhundertwende 1499/1500. Der Buchdruckermeister Wilhelm Wehrstett erhält Besuch vom Dominikanermönch Heinrich Kramer, auch bekannt als Henricus Institoris. Der verlangt von ihm den Nachdruck seines Werkes »Malleus maleficarum« (Der Hexenhammer).
Wehrstett hadert mit dem Auftrag, denn dieses Buch bringt nur Tod und Verderben. Doch er hat Angst um seine junge Frau Elsbeth, deshalb nimmt er den Auftrag an.
Institoris verliert indessen keine Zeit, in einer flammenden Predigt hetzt er die Bürger Goslars auf. Sie sollen alles melden, was ihnen sonderbar erscheint. Eine gnadenlose Jagd auf Frauen und Männer beginnt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Meinen Roman habe ich natürlich für die Leser/innen historischer Romane geschrieben. Allerdings verlange ich denen einiges ab, denn ich habe die Geschichte sehr authentisch gehalten. Ich wollte, dass meine Leser/innen direkt an einem Hexenprozess teilnehmen und auch die Angeklagten begleiten.
Das umfasst naturgemäß Folter und schreckliches Geschehen. Der Roman ist deshalb stellenweise sehr brutal geworden. Manches Mal habe ich mich schon gefragt: »Kann ich das wirklich schreiben?«. Ich habe mich in den meisten Fällen dafür entschieden. Also schränke ich den Leserkreis ein: Nicht zartbesaitete Liebhaber historischer Romane.

Ich lese gerne historische Romane. Ken Follet, Philipp Vandenberg, Marion Zimmer Bradley, James A. Michener (den habe ich früher verschlungen) und so weiter. Dabei habe ich nur sehr wenige Bücher über die Hexenverfolgung gelesen. In den letzten 10 Jahren waren das keine 5 Stück. Eines davon handelte von Jakob Sprenger, einem Wegbegleiter Institoris und Gegner der Hexenverfolgung. Leider habe ich es verliehen und nicht zurückbekommen, sodass ich nicht mal sagen kann, wie es heißt.

Ansonsten lese ich sehr viel. Ich kann allerdings nicht sagen, was meine Lieblingsromane sind. Die Autoren, die ich oben erwähnt habe, haben jedenfalls einige Werke verfasst, die mich nachhaltig beeindruckt haben.

– Hexenverfolgung und Hexenprozesse sind eines der am häufigsten anzutreffenden Motive in historischen Romanen. Was ist die besondere Qualität Ihres Buchs, wegen der man dennoch bei Ihnen »reinlesen« sollte und nicht in andere Romane mit ähnlichem Thema?

Konkurrenzgedanken? Nein, die habe ich nicht.
Da ich nicht so viele Romane über diese Thematik kenne, kann ich selbst nicht so viel über die »besondere Qualität« meines Werks sagen. Allerdings habe ich bereits sehr viele Rezensionen erhalten und auch persönliche Nachrichten. Die allermeisten halten »Die Tränen der Hexen« für gelungen.

Darüber hinaus habe ich besonderen Wert auf Authentizität gelegt. Das Rädchenspiel der Verleumdungen, Verhaftungen, Verhandlungen, der Folter und der Pein, wer darüber eine exakt recherchierte Geschichte lesen will, dem sei mein Roman ans Herz gelegt.

– Anders als in vielen anderen Genres kann bei historischen Romanen nicht einfach von einem Moment auf den anderen losgeschrieben werden, stattdessen benötigen sie einer intensiven Recherche. Welcher Aufwand steckt in einem Buch wie »Die Tränen der Hexe«?

Eine kurze Frage, die eine lange Antwort nach sich zieht.
Ich könnte sagen, der Aufwand war immens, aber das würde nichts erklären. Deshalb muss ich auf die Entstehungsgeschichte eingehen.

Im September 2014 besuchte ich mit einer Gruppe Lokalautoren die Stadt Goslar. Wir nahmen an einer Nachtstadtführung teil, die von einer ehemaligen Lehrerin geführt wurde. »Die Frau des Nachtwächters«, unter diesem Motto zeigte sie uns die historischen Ecken und Geheimnisse Goslars. Damals kam ich auf die Idee einen Roman über einen Nachtwächter zu schreiben, der einen Mord aufklärt.

In unserer Gruppe machen wir Schreibübungen, jemand zeigt etwas vor, darüber schreiben wir. Dabei lernte ich die Schedel´sche Weltchronik kennen. Das ist eine Art Lexikon aus der Sicht der 1480er Jahre. Der Bau der Arche Noah, das war das Blatt, das jemand mitgebracht hat. Daraus sollten wir in einer halben Stunde eine Geschichte schreiben.
Ich überlegte und kam dann auf die Idee mit dem Buchdrucker, der von Institoris aufgesucht wird, damit der den Hexenhammer druckt. Das ist ein Bestandteil der Geschichte geblieben, das erste Aufeinandertreffen der beiden und damit auch die Szene, in der die Leser/innen die beiden Protagonisten kennenlernen.
Ich habe die drei Seiten vorgelesen und bei manchen Autoren bemerkt, wie sie plötzlich aufhorchten, als der Name Institoris und das Buch »Hexenhammer« (dem Himmel sei für Smartphones gedankt!) fiel. Die allgemeine Meinung war, dass ich diese Geschichte unbedingt weiterverfolgen soll. Wir planten eine Goslar-Anthologie und eine Kurzgeschichte sollte es sein, die ich schreiben wollte.
Anfang Oktober 2014 war das und ich setzte mich sogleich an den Rechner und schrieb die Blätter ab, weitete den ersten Tag aus.

Dabei traf ich auf so viele Unwissenheit über diese Zeit meinerseits, dass ich Schwierigkeiten hatte, weiter zuschreiben. Den kompletten Oktober verbrachte ich bei jeder Möglichkeit, die sich mir bot, damit, zu recherchieren und die Idee auszuarbeiten. Dabei wurde schnell klar, dass es ein Roman werden würde. Ich suchte und suchte und fand unter anderem Originalprotokolle von Hexenprozessen. Diese grausamen Gerichtsprotokolle waren so faszinierend, dass ich beschloss, den Roman so authentisch wie möglich zu schreiben. Eines der Verhandlungsprotokolle habe ich auch verwendet und in der Originalsprache eingefügt (mit nur kleinen Änderungen). Es ist wirklich gruselig, wie emotionslos die Folter geschildert wird.

Zum Schluss hatte ich den kompletten Plot, ohne eine Ahnung zu haben, wie die Geschichte enden sollte.
Ich schrieb dann 5 Monate am Roman, wobei ich die meiste Zeit immer wieder recherchieren musste. Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich die Hälfte der Zeit für Nebenarbeiten benötigt habe. Dazu gehörte auch die Entwicklung einer Sprache. Die Leser sollten die Leute daran erkennen, wie sie sprechen.
Grob gesagt, habe ich drei verschiedene Sprachstile eingesetzt:
Die derbe Sprache des einfachen Volkes, beispielsweise der Bergleute oder eines Gerbergesellen.
Eine etwas »höhere« Sprechweise für das Bürgertum.
Und dann die Sprache der Studierten, Wehrstett, der Bürgermeister oder auch Institoris. Und jedem Hauptprotagonisten habe ich seine Angewohnheiten mitgegeben. Institoris beginnt seine Sätze häufig mit »Soso« oder Wilhelm, der gerne »Gewiss« sagt.
All das wanderte in meine Datenbanken, damit ich mich nichts verwechselte (Papyrus Autor bietet hier wunderbare Möglichkeiten).

Dann hatte ich das Problem, nicht zu wissen, wie Goslar um 1500 aussah. Die Facebook-Gruppe »Goslarer Geschichten« half mir weiter. Sie verwies mich auf ihr Forum, welches schon an sich eine Fundgrube war.
Noch besser war der Tipp, mich nach den Werken von Hans-Günther Griep umzusehen. Der war nach dem 2. Weltkrieg Heimatpfleger von Goslar und hat eine Vogelschau angefertigt. Das ist eine Rekonstruktion eines Stadtplan von Goslar um 1500, ein DIN-A-0-Plakat, das ich ständig studieren konnte. Das und eine zweite Arbeit Grieps, die Beschreibung der Gebäude und Stadtteile, der Brandbekämpfung und so weiter, halfen mir dabei, Goslar zum Leben zu erwecken. Ich wusste, wie der Dom, den es heute nicht mehr gibt, aussah, ich konnte Menschen durch diese oder jene Straßen wandern, durch Stadttore reiten lassen. Kleinigkeiten, wie eine Szene, in der ein gedankenverlorener Wilhelm fast von einem Ochsenkarren überrollt wurde, der aus dem Gasthaus Ausspann auf die Straße fuhr. Oder die Stadtführung, die der Lehrbub Wilhelms mit dem Inquisitor unternehmen musste. Es trägt nicht zur Handlung bei, aber es macht die Geschichte lebendig, wenn der Lehrling dem Institoris, die Windmühle hinter dem Haus des Bürgermeisters zeigt oder die Teufelsmühle.
Das Hurhaus in der Nähe des Doms inspiriert mich ebenfalls zu einer Szene. Viele wertvolle Kleinigkeiten konnte ich Grieps Arbeit entnehmen.

Durch die Recherchen wurde ich noch auf andere Sachverhalte aufmerksam. Zu jener Zeit lebte nicht allzu weit entfernt in Eisleben ein Junge namens Martin Luder. (Später sollte er als Martin Luther bekannt werden)
Der war mit einem Adligen befreundet, Asche von Cramm. Eines der Rittersgüter derer von Cramm liegt auf halbem Weg zwischen Goslar und Hildesheim. Wie nahe liegt es also, die beiden als Komparsen auftauchen zu lassen?
Historische Gestalten lassen eine Geschichte noch authentischer wirken.

Und noch ein Wort zur Recherche. Sie war verdammt mühsam, aber sie hat mir auch unheimlich viel Spaß bereitet!

– Sie haben nicht nur weitere Romane, sondern auch Kurzgeschichten und Sachbücher verfasst. Zudem sind Sie der Herausgeber der kostenlosen Anthologie »13 gegen die Frühjahrsmüdigkeit«, die eine Reihe von Selfpublishern vereinigt. Wie kam es dazu, und was schätzen Sie an den anderen Beteiligten?

Das war witzig. Ich kannte diese Autoren (virtuell) von Neobooks, war mit ihnen auch befreundet (virtuell). Eines Tages schrieb mich einer von ihnen an. Ihn würde es frustrieren, wie Amazon und Co. mit SP-lern umgehen. Man hat eigentlich keine Chance, wenn man einen Roman in die Welt loslässt. Wenn er kostenlos ist, steht er vielleicht ein paar Wochen relativ weit oben im Ranking, aber sobald der Autor die Unverschämtheit begeht, Geld zu verlangen, rutscht er schneller auf Platz 367.974, wie einem lieb ist.

Er drückte damit genau den Frust aus, den ich auch verspürte. Man mag es kaum glauben. Weltbild stellte damals sein System um, meinen Roman »Intermedium« fand ich bei der sogenannten deutschen Volksmusik!
Mir kam dann die Idee mit der Facebook-Seite (Ebooks Autoren Bücher), zu der ich eben alle diese Autoren einlud.
Schnell bildete sich ein harter Kern, bestehend aus 13 Autoren. Wir unterhielten uns in chaotischen Chats, bis ich eine eigene Gruppe für den Kern gründete.
Alle hatten diesen Frust! Danach war schnell die Idee geboren, eine Anthologie herauszugeben, die für die anderen Werke dieser 13 Autoren werben sollte.
Im Übrigen hieß die Anthologie »13 gegen den Winterschlaf«, zu der jeder eine Kurzgeschichte beigetragen hat.
Das Ding war ziemlich erfolgreich, so, dass wir ganz schnell nachlegen wollten. Allerdings dachten wir schon beim Winterschlaf darüber nach, anderen Autoren eine Chance zu geben.
Also riefen wir »13 gegen die Frühjahrsmüdigkeit« ins Leben und schrieben es auf »Ebooks Autoren Bücher« aus. Tatsächlich fanden sich wieder 13 tolle Geschichten, die ich dann als Herausgeber und Autor veröffentlichte (während ich an den »Die Tränen der Hexen« arbeitete!).
Und es gibt auch den Nachfolgeband »13 gegen das Sommerloch«, an dem ich nicht beteiligt war, außer in der Jury und als Berater, sozusagen. Im Herbst bringen wir zum Abschluss noch »13 gegen den Herbststurm« heraus. Alle diese Anthologien sind kostenlos und als Werbung für die anderen Werke der Autoren zu sehen.

Diese 13 Autoren, 11 davon sind noch in der Kerngruppe, haben mich bei dem Roman »Die Tränen der Hexen« ganz toll unterstützt. Anne Lay und Elisabeth Marienhagen haben Korrektur gelesen und mir viele Tipps gegeben.
Das tolle Cover entstand so: Ich habe einen eigenen Vorschlag eingestellt, der auf allgemeinen Missmut stieß. Wir haben tagelang kontrovers darüber diskutiert und plötzlich färbte Jana Zenker das Schwarz-Weiß-Cover ein und Elisabeth Marienhagen gestaltete den Rest. Ich finde das Cover absolut gelungen.
Die anderen haben bei diesem Prozess fleißig mitdiskutiert. Das ging übrigens auch beim Titel so. Ich weiß nicht, wie lange wir über den geredet haben. Zig Vorschläge standen zur Debatte. Als wir uns endlich geeinigt hatten, fiel mir »Die Tränen der Hexen« ein. Der fand zwar nicht 100%ig Zustimmung, aber es war ja mein Roman. :)

– Apropos Selfpublisher: Sie haben »Die Tränen der Hexen« in Eigenregie via »neobooks« veröffentlicht. Was hat Sie zu dem Entschluss gebracht, Ihr Buch auf diesem Wege herauszubringen und sich nicht von einem Verlag unter die Arme greifen zu lassen? Oder ist die »neobooks«-Veröffentlichung nur ein erster Schritt?

Wie zuvor erwähnt, wähnt man sich als unbekannter Autor eher im SP-Bereich zu Hause. Bei Verlagen hat man kaum eine Chance. Meinen ersten Roman »Verwerfung« habe ich an verschiedene Verlage geschickt, immer habe ich Absagen erhalten. Die deutlichsten kamen von Neobooks und einem Agenten. Sie sahen keine Seele in den Figuren, beziehungsweise bemängelten fehlende Schreiberfahrung. Das stimmt wohl. Ich habe viel zu sachlich geschrieben. Eher, als würde ich einen Erfahrungsbericht in Romanform übertragen. Das habe ich übrigens auch beim aktuellen Roman so gehalten, aber den Figuren eine Seele gegeben. Sie denken, fühlen, sehen, sie leiden, sie leben, sie sterben. Das ist mir - denke ich - sehr gut gelungen.
Immerhin stand der Roman 1 Monat in den Top 10 von Amazon. Bei Weltbild hat er sich über ein viertel Jahr auf der ersten Seite unter den Top30 gehalten. Das geht jetzt natürlich zurück, aber so schlimm ist das auch nicht.

Bedingt durch diesen Erfolg, mehrere tausend Ebooks habe ich verkauft, schrieb ich an den Agenten, der mir bei »Verwerfung« eine Absage erteilt hat.
Kurz danach fragte ich beim Prolibis-Verlag an, ob sie sich für den Roman interessieren würden. Dabei wies ich auf die Platzierung bei Amazon hin.
Am selben Abend erhielt ich eine Antwort. Ich solle die ersten 30 Seiten des Manuskripts, meine Vita und das Exposé schicken. Schon am nächsten Tag wurde dann das komplette Manuskript verlangt.

Ein paar Wochen später rief mich eine Frau an. »Ich habe gerade das letzte Kapitel Ihres Romans gelesen. Ich fühle mich, als hätten Sie mir einen Hammer auf den Kopf gehauen. Wir möchten Ihren Roman verlegen.«
So genau kann ich mich an den Beginn des Gesprächs nicht mehr erinnern, denn ich hatte plötzlich dieses Kribbeln im Bauch. Wow, da will jemand meinen Roman verlegen!
Ein paar Wochen später unterschrieb ich den Vertrag.

Im Herbst wird der Roman bei Prolibris erscheinen. Als Print und Ebook. So lange darf ich ihn noch selbst verkaufen. Wahrscheinlich werde ich kein Pseudonym mehr benutzen und ihn unter meinem richtigen Namen herausgeben. Ich hoffe, dass das Coverbild und der Titel bleibt. Mit dem war der Verleger allerdings nicht ganz einverstanden, er liebt Einworttitel.

– Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit Ihrer ersten Veröffentlichung spezielle Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Ich beginne mit der Leserschaft. Bücher sind Massenartikel, daran besteht ja kein Zweifel. Kaum war ich mit meinem Roman auf Seite 1 bei Amazon und Weltbild, wurde er kopiert und weitergegeben. Ich fand zig Tauschbörsen und Downloadportale, wo er umsonst verteilt wurde.
Das Ebook »Die Tränen der Hexen« kostet 3,99€, dafür bekommt man nicht mal 2 höherwertige Tafeln Schokolade.
Die Arbeit, die ich in den Roman investiert habe, war immens. Jede freie Minute schrieb oder recherchierte ich. Ein halbes Jahr ging das so. Meine Frau hat sich häufig beschwert, dass ich nur noch vorm Rechner sitze und so weiter. Das Ganze natürlich nebenbei, da ich ja nicht vom Schreiben leben kann.
Dies sollten diejenigen, die dieser »Geiz-ist-geil-Mentalität« hinterher rennen einfach mal bedenken. Ich sprach jetzt zwar nur von mir, meine mit meinen Sätzen aber alle Autoren, Musiker, Filmemacher, also alle Kulturschaffenden. Die Kultur ist in Gefahr auszusterben, wenn alle nur noch kostenlos lesen, hören und sehen wollen.

Natürlich gibt es auch die anderen Leser, die wissen, was dahinter steckt, Kunst zu schaffen. Zum Glück ist das noch die große Mehrheit! Und denen bin ich wirklich dankbar ,dass sie das Buch kauften und rezensierten! Ich habe so viele Rückmeldungen und auch Tipps erhalten. Das war wirklich schön!

– Was können wir von dem Autor Frank Arlt in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Derzeit bin ich beruflich ziemlich eingebunden, sodass ich abends keine Lust habe, zu schreiben. Aber das wird wieder kommen. Eigentlich stimmt das gar nicht, denn ich überlege mir gerade, wie es in Goslar weitergehen kann. »Die Tränen der Hexen« werden einen Nachfolger bekommen.
Arbeitstitel ist: »Die Macht des Windes«.
Sophie, Elsbeths und Wilhelms kleines Töchterchen (aus »Die Tränen der Hexen«) ist nun eine junge begehrenswerte Frau. Es wird um eine Hungersnot gehen und natürlich auch wieder um Hexenverfolgung. Die in »Die Tränen der Hexen« geschilderte Art der Verfolgung war um 1500 ja noch recht neu. Erst danach wurde daraus, legitimiert durch den Hexenhammer, eine unerbittliche Jagd auf alles und jeden. Ich werde dieses Mal aber keinen Prozess in den Mittelpunkt stellen.
Aber derzeit bin ich noch beim Plot. Den möchte ich fertigstellen, bevor ich mich ans Schreiben setze. Mal sehen, Herbst und Winterabende sind dafür bestens geeignet.

Ich habe zudem 3 ältere Romane. »Intermedium«, »Verwerfung« und »Im Netz« (der letzte ist noch nicht veröffentlicht). Die laufen nicht besonders gut. Von deren Inhalten allerdings bin ich überzeugt. Die Storys sind gut, die Umsetzung nicht. Die möchte ich überarbeiten, das wird aber aufwendig werden.

Außerdem habe ich einfach Lust darauf, mal was Witziges zu schreiben. Ich denke über eine Art Märchenbuch nach. Kurzgeschichten in der Art von »Der geraubte Kuss«, die ich für »13 gegen die Frühjahrsmüdigkeit« geschrieben habe.
Pläne habe ich genug. Gerne würde ich auch mal Science Fiction schreiben, aber die Historie hat mich gepackt. Es hat mir unendlich viel - kann man das bei dem Buch so sagen?, Freude und Spaß bereitet, so zu schreiben, wie ich »Die Tränen der Hexen« geschrieben habe. Ich werde also Historiker. :) Hi und da erwische ich mich schon beim Recherchieren für den neuen Roman.
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