Interview mit Autor Arno Grohs

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der in der Nähe des Bodensees lebende Autor Arno Grohs seinen Debütroman »Juliane« und schickte ihn bei der Gelegenheit auch gleich ins Rennen um den Storyteller-Award von Amazon. Im Interview mit der Leipziger Literaturplattform www.leserkanone.de sprach der frischgebackene Autor über sein Erstlingswerk, über den Sprung vom Romanleser zum Romanschreiber, seine ersten Erfahrungen auf dem Buchmarkt und über seine zukünftigen Projekte.

– Herr Grohs, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem Debütroman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Juliane« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Zuerst bedanke ich mich für die Möglichkeit, meinen Roman einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen! ;)
Zu »Juliane« ...
Es handelt sich um die Geschichte einer jungen Frau, die in Heimen aufwächst und versucht ihren eigenen Weg zu finden.
Sie hat es nicht leicht. Kleine Lichtblicke, die ihre Hoffnung versprechen, entpuppen sich als trügerisch aber sie hat als Kind gelernt, mit Anfeindungen und Missgunst umzugehen. Zu Beginn des Romans eingestreuten Rückblenden beschreiben Julianes Zeit in ihrem letzten Kinderheim. Hier wird deutlich, dass sie sich bereits als Kind sehr zurückgezogen und in Träume geflüchtet hat, um schwere Zeiten durchzustehen. Später, mit Anfang zwanzig, findet sie weder einen guten Partner, noch die richtige Arbeit. Zu allem Überfluss fühlt sich Juliane, aufgrund unerklärlicher Vorfälle, von einem Stalker verfolgt und versucht sich zu schützen. Einer Nachlasseröffnung verursacht solchen psychischen Stress bei Juliane, dass sie schließlich zur Genesung in eine Psychiatrische Einrichtung eingeliefert wird. Im angrenzenden Kinderheim erfährt sie Zuneigung und setzt sich für die Kinder ein. Schließlich lernt Juliane jemanden kennen, der ...
Mehr wird nicht verraten! ;)

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Bei »Juliane« handelt es sich weder um ein reines Drama noch um einen Liebesroman. Ich würde ihn im Bereich Erzählung oder Entwicklung- und Gesellschaftsroman ansiedeln. Ich erzähle den Teil des Lebensweges einer jungen Frau. Einer jungen Frau, die in einer Babyklappe gefunden wurde und der damit die elterliche Liebe fehlte, die jedem Menschen zu Teil werden sollte. Es handelt sich um eine rein fiktive Geschichte, in die zu einem geringen Teil auch eigene Erfahrungen eingeflossen sind, die ich aber nicht weiter ausführen möchte.

Meine »Wurzeln« liegen eher im Bereich Fantasy. Als Jugendlicher habe ich die HEYNE Sammelbände verschlungen. Viel später, als meine Tochter nie genug von immer neuen Geschichten bekam, ist mir bewusst geworden, dass ich Geschichten - praktisch aus dem Stegreif - erfinden und erzählen kann.

Im Bereich Literatur habe ich z.B. das Werk von Dörte Hansen »Altes Land« verschlungen. Eines meiner Lieblingsbücher ist auch »Sansibar oder der letzte Grund« von Alfred Andersch.
Im Bereich Fantasy bin ich fasziniert von Peter v. Bretts »Dämonen Zyklus«.

– Sie widmen sich in Ihrem Buch einem schweren Frauenschicksal. Was hat Sie zu dem Roman inspiriert? Wie entstand »Juliane«, und welcher Aufwand steckt in dem Buch?

Ich bin ein sehr empathischer Mensch und stehe immer auf der Seite des vermeintlich Unterlegenen. Julianes Geschichte ist mir spontan eingefallen und hat sich dann kontinuierlich entwickelt. Im Nachhinein wundert es mich nicht, dass ich eine Protagonistin gewählt habe, die viel durchmachen muss, trotzdem durchhält, immer wieder aufsteht, ihren eigenen Weg sucht und findet, und zum Schluss eine positive Perspektive sieht. Es ist ein Buch, dass eine wichtige Botschaft vermitteln will: Durchhalten und immer wieder aufstehen! Egal welche Widrigkeiten sich ergeben, egal was die anderen denken. Jeder muss seinen individuellen Weg finden und darf sich nicht von Meinungen anderer ablenken lassen. Niemand hat dieselben Erfahrungen und deswegen ist jeder Weg ein anderer.
»Juliane« habe ich innerhalb von sechs Monaten geschrieben. Der Roman wurde mehrfach überarbeitet, korrigiert und lektoriert.

– Sie selbst entstammen eigentlich einer ganz anderen Branche und arbeiten seit Jahrzehnten in der Welt der IT. Wie passt ein vollkommen auf Technik konzentriertes Arbeitsleben zur kreativen Tätigkeit eines Buchautors und dann auch noch ausgerechnet zu einem Buch, das sich intensiv mit der Psychologie eines Menschen auseinandersetzt?

Sehr gute Frage! :) Genau dieses technikbasierte Arbeitsleben hat mich an den Punkt gebracht, mich endlich meiner Liebe zum Erzählen, zum Schreiben und der Fantasie zuzuwenden. Nach ca. 25 Jahren IT war ein Punkt erreicht, an dem ich weder körperlich noch geistig weitermachen konnte. Ein einschneidendes gesundheitliches Ereignis hat mir (endlich) diesen wunderbaren Weg eröffnet.
Während der letzten Jahre habe ich eine intensive Weiterbildung u.a. zum psychologischen Berater abgeschlossen. Diese Erfahrung hat sicher dazu beigetragen, dass mein Erstling sich (auch aber nicht nur) mit diesem Thema beschäftigt.

– Sie haben sich dazu entschlossen, Ihr Buch nicht über einen Verlag zu veröffentlichen, sondern in Eigenregie, und dabei den Weg über Amazon gewählt. Was hat Sie dazu gebracht, Ihr Buch auf genau diese Weise zu vermarkten?

Ursprünglich hatte ich vor »Juliane« über einen Verlag zu veröffentlichen, dann bot sich die Gelegenheit beim Amazon Selfpublishing Award teilzunehmen und ich dachte mir - warum nicht die Erfahrung machen?
Nach wie vor suche ich einen Verlag zur Veröffentlichung des Romans in gedruckter Form. Die Veröffentlichung in Eigenregie bei Amazon ist nur vorübergehend.

– Wie sind Ihre Erfahrungen als frischgebackener Autor bisher verlaufen? Haben Sie Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Bisher habe ich fast ausschließlich positive Erfahrungen machen dürfen. Besonders die Leserunde bei Lovelybooks ist sehr angenehm und informativ verlaufen. Vielen Dank an alle Beteiligten auch an dieser Stelle! :) Von den Lesern wünsche ich mir das, was sich jeder Autor wünscht: Feedback. Den Lesern wünsche ich die Freude beim Lesen, die es mir bereitete, den Roman zu schreiben.

– Was können wir von dem Autor Arno Grohs in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Momentan recherchiere ich für meinen zweiten Roman und bereite den Plot vor. Auch hier wird es aller Voraussicht nach wieder zwei Erzähl- und auch Zeitstränge geben, die miteinander verflochten werden. Allerdings wird das Thema Psychologie in den Hintergrund treten, dafür geht es mehr in Richtung Abenteuer - ein bisschen Thriller könnte ich mir auch vorstellen. Die wichtigsten Eckpfeiler des Romans habe ich im Kopf, aber es ist noch einiges an Recherche zu leisten, bis der Plot steht.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.