Johnny Cash Memorial Night in Leipheim verzeichnet Rekordbesuch

Peter "PeeWee" Wroblewski freut sich über ein erstmals ausverkauftes Schützenhaus
 
Premiere von Helmut Nothdurft & John Donarski
Leipheim: Schützenhaus Leipheim |

Seit 2003 sind die Country & Western Friends Kötz mit vielen Veranstaltungen und Gästen im Schützenhaus Leipheim gern gesehen. Bei der Johnny Cash Memorial Night am vergangenen Samstag konnte Peter Wroblewski um 19.30 erstmals ein restlos ausverkauftes Haus verzeichnen: SOLD OUT und viele Fans mussten sogar wieder enttäuscht den Heimweg antreten. All jene, die noch ein Plätzchen ergattern konnten, erlebten einen wunderbaren Abend mit engagierten Künstlern, die bis nach Mitternacht den "Man in Black" respektvoll ehrten.

12 Jahre nach seinem Tod, 60 Jahre nach dem Erscheinen seiner ersten Single, ist die Anziehungskraft des „Man in Black“ ungebrochen. Davon zeugen nicht nur die vielen Revivalbands im Land, sondern auch konkret das Gedächtniskonzert der Country & Western Friends Kötz am 27. Februar im übervollen Schützenhaus Leipheim. Attraktiv waren aber auch die aufgebotenen Musiker, die Lokalmatadore John Donarski & Helmut Nothdurft sowie Mandy Strobel und der Stargast „Bandana“. Diese drei also beschworen, jeder auf seine Weise, den Geist von Johnny Cash herauf.

Duo-Premiere von John Donarski & Helmut Nothdurft

Donarski und Nothdurft haben erst neulich zueinander gefunden, dies war ihr erster gemeinsamer Auftritt und der war für den Anfang gut gelungen. Jeweils mit einer Gitarre ausgestattet interpretierten sie vorwiegend die frühen Hits der 50er und 60er Jahre, wo der typische „Boom-chicka“-boom Sound auf der Gitarre noch neu und geradezu sensationell war und der heute noch zum Standardrepertoire jeder Countryband gehört. Donarski sang die meisten Lieder, Nothdurft umspielte sie mit einfallsreichen Melodien.


BANDANA - Sound of Johnny Cash



Dann bestiegen die fünf Männer von Bandana die Bühne zu ihrem ersten Set. Sie stammen aus Chemnitz, existieren schon seit 15 Jahren, waren vor acht Jahren schon einmal hier in Kötz aufgetreten und in guter Erinnerung geblieben. Mit drei Gitarren, akustischen und elektrischen, einem Kontrabass und einem kleinen Schlagzeug konnten sie den unverkennbaren „Sound of Cash“ praktisch originalgetreu reproduzieren, kleine Meldodievariationen verhinderten den Eindruck totaler Kopie. Der Leadsänger, Michael Sambale warf seine Gitarre elegant wie sein großes Vorbild um die Schultern und spielte aber nur selten auf ihr. Andreas Matthes, Bandleader und -gründer bediente die elektrische Leadguitar im Stile von Luther Perkins, dem Gitarristen der legendären Tennessee Two. Kontrabassist Bodo Martin, machte witzige, aber auch aktuelle und kritische Ansagen, eine hier oft vernachlässigte Kunst. Untrennbar mit Cash verbunden ist seine Frau June Carter, die hier von Marlen Reuter sympathisch dargestellt wird und in etliche Duetten mit Michael Sambale zu hören war. Auch Bandana hielten sich an das klassische Liedgut, erst ganz am Ende brachten sie (zusammen mit den anderen Musikern des Abends in einer gemeinsamen Sessio) einige Lieder aus Cashs Spätphase, „The man comes around“ und „Hurt“. Die klingen düster wie eine Vorahnung von Cashs baldigem Tod und stehen im Gegensatz zu den lebensfrohen Hits der früheren Jahre. Erst mit diesen Liedern schaffte er den Sprung aus dem Countrylager in die Gilde der absoluten und allgemein anerkannten Weltstars. Die Band schaffte es, diesen Schritt mit ihren Interpretationen nachzuvollziehen und Cashs Faszination über die Jahrzehnte zu erklären.

Mandy Strobel is back on stage!


Mandy Strobel, wie auch John Donarksi, Mitglied der Country Friends Kötz, hat seinen Fankreis nicht nur in und um Ulm herum, sondern weltweit! Nach langwieriger Krankheit wird "Mandy" wieder herzlich auf der Bühne begrüßt. Mit seiner tiefen Stimme ist er der geborene Cash-Interpret, aber nicht -Imitator. Er versteht es, seinen Darbietungen eine eigene Note zu verleihen und sich als selbstständigen Künstler zu etablieren. Das zeigt sich darin, dass er auch eigene Lieder anstimmt, nicht nur Cash-Kompositionen. Mit dem Alter schwinden die materiellen Bedürfnisse, erklärt er, und wenigstens er beschäftige sich mehr und mehr mit religiösen Themen, die sich dann in seinen Liedern wiederfinden. Die sind freilich recht dezent, Strobel ist kein aufdringlicher Missionar. Er ist auch kein Showmensch, er sitzt gemütlich auf einem Stuhl und plaudert ganz persönlich mit dem Publikum, das ihn ja mehrheitlich gut kennt. So bildet er einen wirkungsvollen Kontrast zu den teilweise rowdy- und rabaukenhaften Texten aus Cashs Frühzeit und deckte damit manche Facetten seines widersprüchlichen Charakters auf.

34 Jahre Förderung und Pflege amerikanischer Country & Western Music

Zum ersten Mal war der Saal bei einer Veranstaltung der Country Friends restlos ausverkauft, die letzten Ankömmlinge mussten sich mit Stehplätzen begnügen. Unter den zahlreichen Hörern sind nicht nur die großen Fans und Kenner, sondern auch ein weiteres Publikum, das oft nur mit Mühe bei der Stange zu halten ist. Aber alle Interpreten konnten die Hörer fesseln und in ihren Bann schlagen, sodass sie auch in langsamen und nachdenklichen Partien aufmerksam lauschten. President Peter Wroblewski und die veranstaltenden Country & Western Friends Koetz 1982 e.V. jedenfalls waren glücklich, einmal wieder einen Volltreffer gelandet zu haben.

Die nächste Veranstaltung, die der Club unterstützt, steigt am 18. März um 20 Uhr in der Galerie des Kulturgewächshaus Birkenried mit dem Kelley McRae Duo. Auch hier ist es ratsam, sich frühzeitig Plätze zu reservieren. Reservierungen unter info@birkenried.de oder Tel. 08221 24208.
Text: Eberhard Finke und Peter Wroblewski, Bilder: Peter Wroblewski
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