Wochenmarkt
Der nächsten Treffpunkt um aus Lehrte zu berichten, führte uns am Samstag zum Wochenmarkt.
Wir wollten einmal schauen und mit den Händlern sprechen, ob das neue Konzept, dass seit 2008 in Lehrte umgesetzt wird, schon erste Ergebnisse zeigt. Mehr Kunden gewinnen und das Angebot attraktiver zu machen. Verschiedene Aktionen sollten ebenfalls dazu beitragen, damit die Menschen gern den Markt besuchen.
An diesem Samstag kaufen Kunden an den Ständen Gemüse, Obst, Wurstwaren aber auch einen Pullover. Maria Voigt, Betreiberin der Strickwaren, berichtet dass sie seit 40 Jahren auf dem Wochenmarkt ihren Stand aufbaut. Sie freut sich über einen festen Kundenstamm, sie spürt aber auch einen Generationswechsel bei ihren Kunden. Dazu ergänzt eine Kundin, die den gekauften Pullover gerade verstaut: „ich komme sehr gern hierher. Die Beratung ist sehr kompetent und meistens finde ich auch etwas:“ Lacht, wünscht uns einen schönen Tag und kauft weiter auf dem Wochenmarkt ein.
Unser nächster Halt am Gemüse- und Obststand der Firma Lübbe. Seit 1957 bauen sie jeden Mittwoch und Samstag ihren Stand auf. „Zwar ist unser Hauptgeschäft der Spargelanbau“, bekommen wir zu hören, „aber bereits in der 3. Generation kommen wir zweimal wöchentlich nach Lehrte“. Zum neuen Konzept hören wir, dass sich das Marktgeschehen verbessert hat, doch noch nicht zufrieden stellend ist. Leuchtende Farben bei dem nicht so guten Wetter zeigen sich uns am Blumenstand, den Frau Tamm betreut. Seit fünf Jahren fährt sie unter anderem den Wochenmarkt in Lehrte an. Auch sie erzählt, dass die Laufkundschaft mehr geworden ist und die Marktsituation langsam bessert.
Die scheinbar längste Anfahrt aus Stade kommend hat der Stand vom Obsthof Mahler. Bereits um 2:00 Uhr in der Früh geht es in Stade los. Andreas Franke aus Lehrte braucht nicht so früh aufstehen. Neben ihm im Verkauf steht Herbert Kindgen. Seit 25 Jahren verkauft der Hof Mahler hier die Waren. „Noch bis 1993 kamen deutlich mehr Kunden zum Markt“ hören wir. Bevor wir unseren eigenen Einkauf tätigen, besuchten wir noch die Firma Klußmann, die den Wochenmarkt seit 30 Jahren anfahren. Sie kommen aus Peine und verkaufen Produkte aus der eigenen Schlachterei. Hier ist der Einbruch der Kaufkraft deutlich zu spüren, wird berichtet. Vermutlich ziehen die Warenhäuser und das neue Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände die Kunden weg. Sonst spüre man noch keine große Resonanz zum neuen Konzept, außer es finden Aktionen am Markttag statt. Dann besuchen Kunden den Wochenmarkt.
Wünschenswert ist, dass sich der Wochenmarkt wieder belebt, so wie ich vor vielen Jahren erlebte: Gedränge vor den Marktständen und Warteschlangen beim Einkaufen!
Text: Gertraude König
Niklas Fröhlich
Fotos: Niklas Fröhlich


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