ver.di Gewerkschafter beschäftigen sich mit der sehr negativ ausgefallen Umfrage zum Arbeitsklima und Führungsverhalten in der Stadtverwaltung Lehrte

Mit einer sehr negativ ausgefallene Umfrage zum Thema „Arbeitsklima und Führungsverhalten“, die vom Gesamtpersonalrat der Stadtverwaltung Lehrte unter den Beschäftigten durchgeführt wurde, hat sich der Vorstand des ver.di Ortsvereins Lehrte/Sehnde auseinandergesetzt.

„Fast jede/r zweite Beschäftigte der Stadt Lehrte ist aufgrund der Arbeitssituation schon mal krank und arbeitsunfähig gewesen“, berichtet der örtliche ver.di Vorsitzende Reinhard Nold. Die Gewerkschafter sorgen sich um die gesundheitlichen Folgen der hohen Arbeitsbelastung, die größten Teils durch schwache und schlechte Führung hervorgerufen werden. Laut Umfrage des Gesamtpersonalrates der Stadt Lehrte erhalten 37% der städtischen Beschäftigten keine berufliche Unterstützung oder Förderung durch ihre Vorgesetzten.

Für die ver.di Vorstandsmitglieder war es nicht fassbar, dass die bei den Gewerkschaftern als kompetente und führungsstarke Persönlichkeit bekannte Bürgermeisterin von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine so schlechte Bewertung erhielt. 50% der Beschäftigten werfen Jutta Voss vor, dass sie zu wenig Einfluss auf den Führungsstil der Amtsleiterinnen und Amtsleiter und auf den kollegialen Umgang in der Stadtverwaltung nehme. Außerdem gehe sie selten auf Vorschläge ihrer Mitarbeiter ein. 49% der Beschäftigten sagen, dass Sie fast kaum für eine gerechte Arbeitsverteilung sorge.

Dies Ergebnis ist für die Gewerkschafter unverständlich, da es seit Juli 2008 eine neu Führungsleitlinie in der Lehrter Stadtverwaltung gibt. Hier stellt sich für den örtliche ver.di Vorstand die Frage „Wie konnte es dazu kommen, dass die Führungsleitlinie noch nicht umgesetzt wurde?“

Die Umfrageergebnisse werden nicht angezweifelt, da sich mehr als 70% aller Beschäftigten der Stadtverwaltung beteiligt haben, ist sie repräsentativ und belastbar, beurteilt Nold die Glaubwürdigkeit der Umfrage.

Die Gewerkschafter gehen davon aus, dass die schon jetzt angespannte Arbeitsbelastung der Beschäftigten in der Stadtverwaltung aufgrund der vom Rat beschlossenen Wiederbesetzungssperre, die im Rahmen der Haushaltskonsolidierung erfolgt ist, noch ansteigen werde. „Dies“, so Nold, „wird durch den Gesundheitsreport des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) untermauert“. Laut BKK hat sich die Zahl der psychischen Erkrankungen unter Arbeitnehmern seit 1990 verdreifacht. Zehn Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage steht in direkter Verbindung mit dem Leistungsdruck und dem Führungsverhalten.

Damit der ausgemachte Trend gestoppt und die Gesundheit der städtischen Beschäftigten nicht länger aufs Spiel gesetzt wird, fordern die Gewerkschafter die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung auf, im Einvernehmen mit der Personalvertretung, ein Personalentwicklungskonzept, in dem adäquates Führungsverhalten und ein gutes Gesundheitsmanagement einen hohen Stellenwert haben, zu entwickeln und dieses zügig umzusetzen.

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