Tucholsky trifft - Lesung des Literarischen Quintetts im Antikriegshaus

Wann? 19.06.2016 16:00 Uhr

Wo? Antikriegshaus , Kirchweg 4A, 31275 Lehrte DE
Lehrte: Antikriegshaus | Kurt Tucholsky war ein vielseitiger Schriftsteller, er schrieb Gedichte und Glossen, Romane und Polemiken über viele zeitgenössische Themen. Über kein anderes Thema aber hat Tucholsky unerbittlicher geschrieben als über die Militarisierung seiner Zeit, über nichts warnender als über die drohende Gefahr eines neuen Krieges. Dafür wurde er immer wieder mit Prozessen überzogen, was zeigt, dass er als Gegner ernst genommen wurde und dass seine bitteren Pfeile trafen. „Tucholsky trifft“ hat deshalb das Literarische Quintett seine Lesung betitelt.
Erich Kästner schrieb über Tucholsky:
„Der Mann, der da im Dachstübchen schwitzte, tippte und Pfeife rauchte, schuftete ja für fünf – für Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser und Kurt Tucholsky in einer Person! Er teilte an der kleinen Schreibmaschine Florettstiche aus, Säbelhiebe, Faustschläge. Die Männer des Dritten Reiches, Arm in Arm mit den Herren der Reichswehr und der Schwerindustrie, klopften ja damals schon recht vernehmlich an Deutschlands Tür. Er zupfte sie an der Nase, er trat sie gegen das Schienbein, einzelne schlug er k.o. - ein kleiner dicker Berliner wollte mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten.“
Und Tucholsky bemerkte 1928 in der Weltbühne zu seiner Arbeit:
„Wir halten den Krieg der Nationalstaaten für ein Verbrechen, und wir bekämpfen ihn, wo wir können, wann wir können, mit welchen Mitteln wir können. Wir sind Landesverräter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa.“
Die Nationalsozialisten setzten seinen Namen auf die erste, 33 Personen umfassende Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches vom 25.8.1933, verboten und verbrannten seine Schriften. Ende 1935 ist er aus freien Stücken „noch einmal emigriert. Dorthin, von wo man nicht wieder zurückkehren kann“ (Kästner). Dem Militarismus aber tritt er noch heute gegen das Schienbein.
1
1
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.