Lampedusa-Lesung im Antikriegshaus Sievershausen

Wann? 08.11.2015 16:00 Uhr

Wo? Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4A, 31275 Lehrte DE
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Ein Morgen vor Lampedusa

Vor der italienischen Insel Lampedusa, zwischen Sizilien und Tunesien gelegen, versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit über 500 Flüchtlingen völlig überladener Kutter, 366 Menschen ertrinken. Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien, geflohen vor Krieg, Entrechtung und Armut, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.
Was geschah an jenem Morgen? Was erlebten die Flüchtlinge? Wie reagierten die Einwohner, Touristen und Behörden? Hätte man das Unglück verhindern können?
In Hannover gründet sich aufgrund dieses Unglücks noch im Oktober 2013 eine Projektgruppe, die sich den Namen „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ gibt und über die Auswirkungen der europäischen Flüchtlingspolitik aufklären will. Die Toten vom 3. Oktober 2013 sind ja nicht die ersten und – trotz der großen Medienaufmerksamkeit damals – leider auch nicht die letzten. Bis heute wird das Mittelmeer immer wieder zum Grab für Flüchtlinge.
Die Projektgruppe versucht, mit einer szenischen Lesung diese Geschichte zu erzählen, indem sie sie mit den Stimmen der Zeugen (Flüchtlinge, Einwohner von Lampedusa, Touristen, Beamte der Küstenwache und der Finanzpolizei) rekonstruiert. Ohne Anspruch auf die “eine” Wahrheit, aber doch mit dem Ziel, möglichst alle erreichbaren Informationen verfügbar zu machen. Antonio Umberto Riccò hat aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material einen erschütternden Text entwickelt, der unterschiedliche Perspektiven auf die Katastrophe eröffnet und insbesondere die Einwohner von Lampedusa eindringlich zu Wort kommen lässt. Der italienische Text wurde von Francesca De Iuliis, Hartwig Heine und Marcella Heine ins Deutsche übersetzt. Der italienische Musiker Francesco Impastato hat eigens für dieses Projekt sechs Lieder komponiert.
Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, sagte:
“Wir (die Lampedusaner) sehen die Flüchtlinge, wie sie ankommen, wie sie aus den Booten steigen. Wir erkennen und wissen: Es sind Menschen wie wir. Diese Perspektive fehlt dem Rest des Landes, weil die Flüchtlinge allzu oft als Unpersonen dargestellt wurden, als ob sie nur Zahlen seien. Diese Entpersonalisierung prägt die Medien und das Aufnahmesystem bis heute. Nach einer Logik, die besagt, man soll sie ergreifen, zusammenpferchen, wegsperren. Weil sie als Unpersonen angesehen werden.”

Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden für die Flüchtlingshilfe des Diakonieverbands Hannover-Land in Burgdorf gebeten.
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2 Kommentare
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Klaus Anton aus Burgwedel | 25.10.2015 | 19:12  
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Arnim Wegner aus Langenhagen | 25.10.2015 | 20:51  
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