Jusos lehnen Hühnermaststall ab
Lehrte: SPD-Bürgerbüro Lehrte | Nachdem bereits die Lehrter Sozialdemokraten und Grünen den Hühnermaststall ablehnen, fordert nun auch die SPD-Jugend, das Projekt zu überprüfen. Neben den bereits genannten Problemen führen die Jusos als wesentliches Argument auch die moralische Fragwürdigkeit von "Hühnerlagern" dieser Art an. Grundsätzlich seien die jungen Sozialdemokraten gegen jede Art von Massentierhaltung. Diese verhindere nicht nur einen angemessenen ökologischen Standart, sondern zeige auch wenig Respekt vor dem tierischen Leben. Die Jusos sehen hierbei auch die Bürger in der Verantwortung. Wer stets darauf bedacht ist, immer den günstigsten Preis für den Hähnchenschenkel zu bekommen, dürfe sich nicht wundern, wenn dann auf einmal ein riesiger Maststall vor der Haustür entstünde.
Die Lehrter Jusos wollen nun die zuständigen Peiner Parteifreunde auf das Thema aufmerksam machen. Vielleicht könne man so das geplante Projekt noch verhindern, so die Jusos.
Wehret den Anfängen!
Wer schon einmal im Vechta und Umland Urlaub gemacht hat, weiß wie es dort "riecht"!
Auch hier sind in den letzten Jahren Kot- und Gülleabfälle auf den Feldern gelandet, die wochen - manchmal sogar monatelang - dort vor sich hinstinken.
@Beate Rühmann
Genau dies befürchten die Lehrter Jusos auch für Hämelerwald. Wir hoffen, dass wir wenigstens noch Verbesserungen in der Planung (z.B. bessere Filter und/oder größere Entfernung zu Wohngebieten) herbeiführen können, auch wenn die Mastanlage wohl nicht mehr aufzuhalten sein wird.
In Steinwedel stinkt es auch oft schrecklich. Im Ort müßte es doch auch Pflicht sein, Filter einzubauen, oder? Und die Frage ist doch, wird es auch immer gemacht, auch wenn die Pflicht dafür besteht. Sollen ziemlich teuer sein, diese Filterwechsel!
@Beate Rühmann
Mir ist nur bekannt, dass Filter abhängig von der Anzahl der Tiere verpflichtend eingebaut werden müssen.
Ich komme aus der Kernstadt von Lehrte und kenne mich in Sievershausen nicht so gut aus. Welche Ursache hat denn der Gestank dort?
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte)
In Steinwedel - nach dem Geruch nach - Schweine!
@Beate Rühmann
Vielen Dank, wir werden das in zwei Wochen auf unserer Sitzung ansprechen, eventuell lässt sich da ja etwas machen.
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte)
@Frank Karl Tenbrink
Wir denken nicht, das es richtig ist, Tiere auf engstem Raum einzupferchen. Und selbstverständlich ist es auch nicht richtig, Kinder aus sozial schwachen und vom Staat geförderten Familien keine Möglichkeit der freien Entfaltung (auch im räumlichen Sinne) zu bieten. Es besteht hier sicherlich Handlungsbedarf und viele Mitglieder der SPD haben das mittlerweile erkannt. Hier gilt: Besser spät, als nie. Die Jusos stritten - und streiten - für eine reformierte und gerechte Sozialpolitik. Sie können sicher sein, dass wir die Familien- und Sozialpolitik sehr ernst nehmen. Allerdings ist unser obiger Beitrag anlässlich einer geplanten Hühnermastanlage entstanden und enthält daher verständlicherweise keine Ausführungen über SPD-Politik im Sozialbereich. Die war durchaus in vielen Fällen höchst unsozial. Nicht zuletzt die Jusos versuchen die künftige Politik positiv zu beeinflussen, das kann ich Ihnen versichern. Ich persönlich engagiere mich im Bereich der Arbeits- und Wirtschaftspolitik, kann aber gerne Ihre konkreten Anregungen an Genossinnen und Genossen weiterleiten, deren Schwerpunkt Sozialpolitik ist. Dann können wir anhand Ihrer Kritik zumindest die Juso-Standpunkte überarbeiten. Sie können sich gerne mit mir in Verbindung setzen.
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte, christoph.lokotsch@googlemail.com)
@ Frank Karl Tenbrink
Ich kenne mich in juristischen Fragen diesbezüglich nicht aus, werde jedoch die Braunschweiger Genossinnen und Genossen informieren und außerdem in Hannover den Juso-AK Soziales anregen, sich damit schnellstmöglich zu beschäftigen, soweit dies noch nicht geschehen ist, und Ihnen anschließend eine Stellungnahme zuzuschicken.
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte)
Ich finde es auch merkwürdig, dass ausgerechnet die Hartz-Partei, die dafür gesorgt hat, dass es dem Tier Mensch dreckig geht, hier Einsatz zeigt, damit es dem Tier Huhn besser geht.
> "Wer stets darauf bedacht ist, immer den günstigsten Preis für den Hähnchenschenkel zu bekommen, dürfe sich nicht wundern, wenn dann auf einmal ein riesiger Maststall vor der Haustür entstünde"
Millionen Menschen sind dazu gezwungen, dank der Hartz-Partei nach den günstigsten Preisen zu fahnden - und viele von denen können sich nicht einmal die billigen Massenhähnchen leisten.
Und was Kot, Gülle und Grüche betrifft - da setzt die Hartz-Partei doch auch auf Ökostrom aus Biomasse (der eh der einzig brauchbare Ökostrom ist).
Warum dann die Gegenwehr gegen Biomasse-Quellen?
Irgendwoher muss man das Zeug doch bekommen...
@Andreas
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die Jusos nicht mit der Partei zu verwechseln sind. Wir waren und sind gegen den Großteil der Maßnahmen der Agenda 2010, so auch gegen die Hartz-Reformen.
Außerdem stellt der Maststall meines Wissens keine "Biomasse-Quelle" dar, denn anfallende biologische Abfälle sollen zum Düngen umliegender Felder verwendet werden. Dies ist durchaus legitim, aber ein ausreichender Abstand zu Wohngebieten und das schnelle Unterpflügen sollten gewährleistet sein. Dies ist aktuell nicht der Fall.
Auch wäre ein Filter, der den Geruch wenigstens abmildert, wünschenswert, allerdings wird die Anzahl der Tiere, die dies gesetzlich erforderlich machen würde, vom Investor knapp unterschritten.
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte)
> "Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die Jusos nicht mit der Partei zu verwechseln sind"
Aber sie sind die Jugendorganisation der Partei.
> "Wir waren und sind gegen den Großteil der Maßnahmen der Agenda 2010, so auch gegen die Hartz-Reformen"
*abwink* Ja. Habe ich ständig hören müssen - von Jusos wie von SPDlern. Ich hatte auch Mitleid mit denen, die in eine so schlimme Partei/Orga gezwungen wurden ;)
> "Außerdem stellt der Maststall meines Wissens keine "Biomasse-Quelle" dar, denn anfallende biologische Abfälle sollen zum Düngen umliegender Felder verwendet werden"
Welche Verschwendung, wo doch Rotgrün Biomasseenergie propagieren!
> "Wenn ihr Eier esst die aus Massentierhaltung kommen, dann akeptiert, dass ihr für die Tierquälerei dieser Lebewesen verantwortlich seid"
Man weiß es - und nun? Soll man sich erhängen, damit ein Huhn leben kann?
Irgendwas muss man essen - und man kann nur das konsumieren, was man erwerben kann. Und das hängt vom erreichbaren Angebot und dem Einkommen ab.
@Andreas
Natürlich sind die Jusos die Jugendorganisation der Partei. Aber wir stehen dieser kritisch gegenüber und sind ständig bemüht, Positionen zu korrigieren.
Ich bin nicht immer auf Parteilinie, aber ich glaube, dass man über Parteien am ehesten Veränderungen bewirken kann. Als Mitglied habe ich die Möglichkeit, das politische Programm aktiv zu gestalten. Das ist mühsam und die Jusos können sich nicht immer durchsetzen. Das darf uns nicht entmutigen. Also kämpfen wir weiter.
(Christoph Lokotsch, Juso-AG Lehrte)
Das ist ja völlig ok - aber dann muss man auch die Verantwortung für die Taten des eigenen Vereins übernehmen und kann sich nicht mit einem "Was die da oben machen, passt uns hier unten ja auch nicht" heraussegeln.
Wer unterstützend und sogar zahlend im Verein ist, der Hartz verzapft hat, ist halt mitverantwortlich und hat beim Verzapfen mitgeholfen ;)
Wohl wahr - obwohl ich eher der Ansicht bin, dass es ausreichend Wissen gibt, aber genau deshalb gern Selbstbetrug per Heile Welt praktiziert wird.
Hat wohl auch mit Resignieren zu tun... was soll man als Otto Normal auch ändern können? Irgendwas futtern müssen ja alle.
..das ist ja mal ne starke Debatte...
..aber denkt immer dran 3 Bier sind auch ein Schnitzel....


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