Blickwinkel

Dr. Heinz Schneider
Die Autobiographie über sein Leben vor und nach der Deutschen Wende als Diabetologe mit dem Titel „Normalität des Absurden“, weckte mein Interesse und den Wunsch, Herrn Dr. Heinz Schneider persönlich kennen zu lernen.

Über meinen Beitrag, eine kurze Rezession über sein Buch hier in myHeimat vor gut einem Jahr, ging mein Wunsch in Erfüllung.

Heute nun, nach einigen persönlichen Treffen und regelmäßigen Mail-Austausch, sind wir Freunde geworden und wir tauschen uns zu aktuellen Themen gerne aus. Seine Ansicht z. B. über Dr. Helmut Kohl, der Kanzler der deutschen Einheit, überrascht mich nicht wirklich.
Mit seinem ausdrücklichen Einverständnis darf ich diese seine Ansicht hier wiedergeben:
Als politisch interessierter Bürger der einstigen DDR habe ich mich als annähernd Gleichaltriger seit der Wahl von Dr. Helmut Kohl zum Bundeskanzler (1982) immer für seine politischen Auffassungen interessiert, zumal er mit Hannelore Kohl verheiratet war, die ja die Kriegs- und unmittelbare Nahkriegszeit im Osten Deutschlands erlebt hatte. Damit nahm ich an, dass er die Befindlichkeiten der Deutschen aus der DDR besser verstehen konnte als solche Politiker, die in ihrem Leben keine persönlichen Berührungen zu Landsleuten aus dem Osten Deutschlands erlebt hatten. Eine Privatreise mit seiner Familie in die DDR (1988) bezeichnete Helmut Kohl als „eine der bewegendsten Reisen seines Lebens“. Und es war ein wahrer Glücksfall für uns, dass er 1989 den Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, kennenlernte, der als einzigartiger Reformer des Ostblocks die Wünsche und Entscheidungen der Ostdeutschen auf Einheit in Freiheit respektierte. Helmut Kohl setzte 1990 die Währungsunion – entgegen dem Widerstand des damaligen Präsidenten der Bundesbank- im Bundestag durch und entsprach damit den Wünschen der meisten Ostdeutschen. Inzwischen gibt es im Osten Deutschlands die versprochenen „blühenden Landschaften“ längst. Der wirtschaftliche Aufschwung hat seinen Lauf genommen und gab dem neuentstehenden gesamtdeutschen Wirtschaftsgefüge Halt und Stabilität. Der Lebensstandard hat sich ebenso positiv entwickelt wie die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung – verbunden mit einer deutlichen Erhöhung des Lebensstandards und einer steigenden Lebenserwartung der hiesigen Bevölkerung. Umso mehr verwundert mich die vergleichsweise geringe Anerkennung der einmaligen politischen Verdienste Dr. Kohls in der Öffentlichkeit anlässlich seines 85. Geburtstages. Als Kanzler der deutschen Einheit und als einer der Gründungsväter des gemeinsamen Hauses Europa hätte Dr. Helmut Kohl, dem wir Deutschen im Osten und Westen viel zu verdanken haben, eigentlich längst den Friedensnobelpreis verdient.“

Da fällt mir wieder Dr. Schneiders Buchtitel ein ...

... oder auch Konrad Adenauer, dem folgender Satz zuzuordnen ist:

„Geistige Auseinandersetzungen gehören zum Leben; und sie sind notwendig zu jedem Fortschritt.“
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