Im Waldkindergarten der Hämi-Waldwichtel in Hämelerwald wird Natur "be-greifbar" gemacht

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Jeden Tag der Natur auf der Spur im Waldkindergarten bei den Hämi-Waldwichteln

Seit 2 Monaten ist mein Sohn ein kleiner Waldwichtel und das voller Begeisterung. Wenn ich ihn mittags am Waldesrand empfange, um ihn abzuholen und er mir mit einem Strahlen entgegen kommt, Neuigkeiten aus dem Wald aus ihm heraussprudeln und er diverse Stöcker im Gepäck hat, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, ihn in den Waldkindergarten zu schicken. Die Kinder erleben hier ein sehr liebevolles Miteinander von Mensch und Natur. Um Ihnen einen kleinen Einblick in das Leben eines Waldwichtels zu geben, habe ich diesen Artikel geschrieben, denn viel zu wenig Eltern und Großeltern kennen den Waldkindergarten und wissen was dahinter steckt.

Gerade gestern hat mein Sohn seiner Tante erzählt, dass er in den Waldkindergarten geht. Sie war erstaunt, da sie ihren Enkeln gerne ein Buch von den Kindern aus dem Waldkindergarten vorliest, in dem es einen Bauwagen gibt und die Kinder zu jeder Jahreszeit im Freien spielen. Sie war begeistert, denn sie dachte, dass es diese Art von Kindergarten nur im Kinderbuch gibt!

Doch weit gefehlt. Es gibt mittlerweile immer mehr Waldkindergärten, die entstehen und sehr gut von den Eltern und Kindern angenommen werden. Eine wirkliche Alternative zu einem Regelkindergarten! Auch der Betreuungsschlüssel ist ein echter Pluspunkt. 15 Kinder im Alter von 3-6 Jahren werden von 2 Erzieherinnen betreut. Im Regelkindergarten wird gerade dieser Betreuungsschlüssel gefordert, da für 25 Kinder momentan nur 2 Erzieher zur Verfügung stehen.

Am Anfang sind viele Eltern skeptisch. Wie – die Kinder sind das ganze Jahr draußen? Bei Wind und Wetter? Richtig, die Kinder sind das ganze Jahr draußen im Wald unterwegs, zu jeder Jahreszeit, eigentlich toll, oder? Natürlich ziehen sich die Kinder und Erzieher bei starkem Regen in den Bauwagen zurück oder bei Sturm weicht die Gruppe in das Jugendhaus aus. Der Jahreszeit entsprechend werden die Kinder nach dem Zwiebelprinzip warm eingepackt, und das Wetter macht ihnen nichts aus.

Der Ausgangspunkt der max. 15 Kinder und Erzieher ist immer der Bauwagen.
Im Morgenkreis werden die Kinder begrüßt und auch genau hingehört, wer um diese Uhrzeit schon im Wald unterwegs ist. Sei es der Eichelhäher, der oben in den Baumkronen krächzt, oder der Treckerfahrer. Allen wird herzlich guten Morgen gesagt. Die Kinder zählen gemeinsam die Kinder, die heute im Wald sind und überlegen, wer fehlt. Es ist wunderbar, diese Stille im Wald zu erleben – im Vergleich zu einem überdachten Kindergarten in denen es mit 50 – 100 Kindern wesentlich lauter zugeht. Auch wir Erwachsenen kommen ganz schnell „runter“ im Wald. Keine Autos, keine Telefone, der Natur ganz nahe.

In unserer heutigen Zeit kommt es immer wieder vor, dass Kinder, deren Kinderzimmer eigentlich voll sind mit tollen Spielsachen, Langeweile haben und nichts mit sich anzufangen wissen. Im Waldkindergarten lernen die Kinder sehr schnell, sich mit den Dingen die vorhanden sind zu beschäftigen. Kleine Stöcker mit denen gebuddelt wird, Baumstämme die zu Schiffen werden, kleine Behälter mit denen Regentropfen aufgefangen werden und und und. Ich bin jedes Mal begeistert, welche Kreativität die Kinder an den Tag legen und wieviel Zeit sie sich nehmen, um Samen oder Eicheln vom Waldboden aufzulesen.

In der Zeit, in der unsere Eltern und Großeltern aufgewachsen sind, war es nicht anders. Es wurde mit den Dingen gespielt die vorhanden waren. Geld für Spielzeug war quasi nicht vorhanden und auch eine solche Fülle an Spielzeug. Die Kinder wurden kreativ und entwickelten eigene Ideen und Fantasien. Im Waldkindergarten ist es nicht anders.

Im Morgenkreis wird gemeinsam mit den Kindern entschieden, welcher Platz im Wald im Laufe des Vormittags besucht wird. Getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ zieht die Gruppe los und der Weg bietet viel Raum für Entdeckungen: Blumen, Tierspuren, Käfer, Vögel, Hunde und Spaziergänger auf die die Gruppe trifft.

In ihrem Anhänger verstauen die Erzieherinnen für ihre Tour in den Wald auch weitere Bastelangebote für die Kinder. Die Kinder freuen sich darauf, Stöcker zu suchen und zu schnitzen, mit Wolle Kordeln zu drehen oder Löcher in Eicheln oder Kastanien zu bohren. Sie lieben es, Geschichten vorgelesen zu bekommen oder gemeinsam Lieder zu singen. Musik spielt auch eine große Rolle bei den Waldwichteln. Die Kinder lernen Instrumente kennen, dürfen sie ausprobieren oder selber nachbauen.

Zur Frühstückszeit wird eine große Plane auf den Waldboden gelegt und Sitzkissen für alle verteilt. Natürlich spielt auch in einem Waldkindergarten die Hygiene eine große Rolle. Beispielsweise dürfen Pilze angeschaut werden, aber nicht angefasst werden. Vor dem Frühstück waschen sich die Waldwichtel gründlich mit Seife und mitgebrachtem Wasser die Hände bevor es an die Mahlzeit geht. Gemeinsam wird ein Tischspruch aufgesagt und anschließend gegessen. Ein gemütliches Picknick im Wald, umgeben von vielen großen Bäumen, Blättern, Tieren und den typischen Geräuschen des Waldes.

Dientags ist übrigens immer Probiertag. Hier wird aus dem zuvor gepflückten Holunder mit den Kindern Holundersaft hergestellt, Maronen geröstet oder die Blüten der Kapuzinerkresse probiert. Und wir Eltern lernen auch hier immer wieder dazu.

Übrigens gibt es auch eine Schulvorbereitung für die angehenden Schulkinder. Eine Erzieherin zieht sich am Morgen mit den „Schulkindern“ in den Bauwagen zurück und bereitet sie auf spielerische Art und Weise auf die Schule vor.
Der Waldkindergarten steht einem Regelkindergarten in nichts nach und ist meiner Meinung nach mehr als eine Alternative.

Das hört sich gut an, oder? Ich finde das ist es auch. Und ein Tag im Wald gibt mir Recht. Die Kinder lieben es, auf gefällte Bäume zu klettern, durch Matschpfützen zu hüpfen, Regentropfen aufzufangen oder wieder auf eine neue Raupe zu treffen.
Machen Sie sich doch auch ein Bild von den Hämi-Waldwichteln. Besucher sind herzlich willkommen und abenteuerlustige Kinder ebenfalls. Es gibt übrigens noch wenige freie Plätze! Rufen Sie uns an: der Heiße Draht in den Wald: 0160-45 89 938. Sibylla Hinze und Bettina Reimer-Kühnast freuen sich über Ihren Anruf
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1 Kommentar
18.317
Katja Woidtke aus Langenhagen | 12.11.2012 | 09:09  
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