Nachkriegserinnerungen von Eberhard Kurz
Meine Erinnerungen,damals als 6 jähriger Junge,sind von schweren aber auch von schönen Zeiten geprägt.Unsere Flucht,Mutter mit 4 Kindern,von Posen über Guben,endete Nov. 1944,in dem kleinen Dorf Immensen,25 Km.östlich von Hannover.Mein Vater mußte in Posen bleiben und dort als Volkssturmmann gefangengenommen und nach Rußland verschleppt. Unser erstes Weihnachtsfest in Immensen fiel sehr traurig aus. Kein Lebenszeichen von meinem Vater. Wir mußten zur Schule gehen.Bei Fliegeralarm schickten uns die Lehrer sofort nach Hause.Am Himmel sahen wir die großen Fliegerverbände und hörten die Bomben in Hannover und Umgebung fallen.Als dann die amerikanischen Soldaten,im spätem Früjahr 1945,Immensen besetzten,war für uns endlich der Krieg vorbei.Gefangene und versteckte deutsche Soldaten wurden zusammengetrieben und ins Gefangenenlager gebracht. Wie freuten wir Kinder uns,wenn die Amerikaner uns Kaugummi und Schokolade schenkten.Weggeworfene und versteckte Waffen lagen überall in den Wäldern um Immensen. Privater Besitz von Waffen war streng verboten und mußte gemeldet werden. Unser Spielzeug war ein alter Fußball,eine Zwille,Murmeln und ein Klipspiel.Fußball mußten wir überwiegend barfuß spielen,wir mußten ja unsere Schuhe schonen. Aus den Gummireifen eines abgeschossenen Jagdflugzeuges,wurden dann Sandalen und Schuhsohlen gemacht. Für die Arbeiten auf dem Rübenfeld bekamen wir von dem Bauern kein Geld,sondern ein Ferkel geschenkt,welches wir auch dort füttern und schlachten durften. Sirup kochen war für uns Kinder immer etwas Besonderes.
Nach so langer Zeit verblassen meine Erinnerungen immer mehr,aber vergessen möchte ich sie nicht.
Hoffentlich bleiben folgenden Generationen solche Erlebnisse erspart!



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .