Singen beim „ensemble vis-à-vis“ in Lehrte – Ein sehr persönlicher Einstieg, Teil 2
Zweiter Teil (von zweien)
Erster Teil siehe: http://www.myheimat.de/lehrte/kultur/singen-beim-e...
Da saß ich nun, stellte mich kurz vor und eine völlig reguläre Probe begann, als wäre ich schon immer dabei gewesen, herzlich, offen und kritikfreie Korrekturen, wenn ich was nicht konnte – und das kam am Anfang natürlich öfter mal vor. Aber: ich habe auch einen Anspruch an mich selbst, wie vielleicht schon klar geworden ist. Nur so Singen will ich nicht. Ich will gefordert sein, und dafür auch etwas tun. Da wir nur alle zwei Wochen gemeinsam proben können, ist für mich das heimische Proben und Erarbeiten von Neuem unabdingbar. Erfahrenere werden das auch mit weniger Aufwand schaffen.
Nach meiner Erfahrung ist es bei Chören oft so, dass der Fortschritt mehr oder weniger dramatisch durch solche Mitglieder aufgehalten wird, die eben nur mal singen wollen. Beim Ensemble ist das anders, die einen sind sehr gut, die anderen erfahren, und Leute wie ich singen gern zuhause.
Und so probten wir so wunderbare Lieder wie „Es zog manch Lied ins Herz mir ein“ von Antonin Dvorak oder die herzzerreißende Psalmvertonung (91. Psalm) „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Auch ein altes, englisches Spottlied war dabei (Thomas Morley: It was a lover and his lass) und auch weitere geistliche Musik, z.B. von Heinrich Schütz – alles in gesunder Mischung. Jürgen Tippe, als Chorleiter, der auch noch mitsingen muss, versteht es dabei, auf wohltuende Art anzuleiten und voran zu bringen. So konnten wir einen kleinen Auftritt im Sommer absolvieren und uns dann ganz auf das Konzert in der Nikolauskirche konzentrieren. Es wurde verfeinert und an Einsätzen und Betonungen gefeilt, und ich glaube, nicht nur ich war ganz von unserem Gesang, dem Klang und der Qualität fasziniert. Immerhin sind wir, in Anführungsstrichen, „nur“ ein Laienchor.
Aber vor dem Konzert gab es noch etwas Besonderes: Ein ganztägiger Ausflug mit der ganzen Truppe, samt Familien. Wohlorganisiert und gemütlich ging es mit dem Rad von Laatzen zur Marienburg. Bei idealem Wetter konnte nur der abschließende Anstieg zur Burg die umfassende Zufriedenheit einschränken. Derlei ist man halt in der Gegend um Lehrte nicht gewöhnt. Nach derart wirkungsvollem „Teambuilding“ war schließlich auch das Großereignis des Jahres fast ein Klacks und für mich weniger Aufregung und Zweifel als viel mehr Freude und Glück. Freude und Glück über eine erfolgreiche Vorbereitung, über ein volles Haus und einen sehr gelungenen Auftritt von „Doppelterz“ und dem Ensemble. Das Erfolgserlebnis wurde noch gesteigert, als das Konzert vor ebenfalls ausverkauftem Haus wiederholt wurde, diesmal nicht für die Vereinskasse sondern als Benefizkonzert für das Rosemarie-Nieschlag-Haus. Auch das tut gut, wenn man mit seinem Hobby sich selbst und anderen nicht nur Freude machen sondern auch noch helfen kann.
Und nun geht mein erstes Jahr beim Ensemble zu Ende. Jetzt kommt noch das Adventssingen am 11. Dezember und ab Januar ein neues Programm. Die reine Freude wird lediglich dadurch getrübt, dass uns doch einige Sängerinnen und Sänger fehlen. Durch Studium und Beruf kommen uns hin und wieder Mitglieder abhanden. Jetzt sind wir zehn. Das reicht zwar eigentlich, aber es darf nie einer fehlen, schon können wir einzelne Stücke nicht mehr proben.
Momentan suchen wir vor allem Soprane und Tenöre, jeweils Mehrzahl. Man kann wesentlich besser Proben, wenn der Chorleiter nicht mitsingen muss.
Wenn Sie also etwas Chor-Erfahrung haben, Freude am Singen und Lust auf etwas Neues, dann kommen Sie zu uns. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.doppelterz.de oder bei der nächsten Probe, voraussichtlich am 13. Januar 2012, 20:00 Uhr im Haus der Vereine, Marktstraße. Sie können uns auch direkt nach dem Adventssingen persönlich ansprechen.
Falls Sie das Konzert besuchen, wünsche ich Ihnen, auch im Namen des gesamten Ensembles, ein paar schöne Stunden.
Nächster geplanter Auftritt am 22.4.12 im Kurt-Hirschfeld-Forum
ENDE




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