Ein Blick in Heinrich Könekes Haushaltsbuch offenbart es

Abfindung der Geschwister kostete Ackerland und viel Geld

Von Lothar Rolf Luhm


Ebenso interessant wie historische Fachwerkbauten sind auch alte Wirtschaftsbücher, die manchmal offenbaren, dass man auch in der guten alten Zeit kräftig in die Hände spuken musste, wenn man es zu etwas bringen wollte.
Die Kötner auf dem rund 500 Jahre alten Bauernhof an der Lüneburger Straße 11, der heute dem 47jährigen Heiner Zieseniß gehört, müssen stets gut gewirtschaftet haben, wie ein Blick in ein rund 150 Jahre altes Verteilungsregister es beweist.

Anno 1870 besaß Heinrich Köneke damals 67 ½ Morgen Acker, 24 Morgen Wiesen und 59 ½ Morgen Heide. Allerdings musste der letzte Köneke später Land verkaufen, um seine Geschwister abzufinden. Er verkaufte zunächst 1 2/3 Morgen Wiesenland an den an den Abbauer Heinrich Braukmann in Steinwedel für 332 Taler. Später verkaufte er nochmals zwei Morgen Ackerland im Fleiht an Abbauer Heinrich Christoph Buchholz (heute Theodor Beinsen) für 400 Taler und rund zehn Morgen Acker und Heide an den Kötner Heinrich Buchholz (Bauernstraße 10) für 590 Taler.
Der ehemalige Immenser Schulrektor Adolf Meier hat im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv entdeckt, dass der erste Zieseniß auf dem Großen Kothof Nr. 26 aus Arpke kam, obwohl auch eine Verbindung nach Aligse hinweist. In einer Obligation aus dem Jahr 1759 heißt es, Hennig Zieseniß und Heineke Wehrs aus Aligse hätten Lüdeke Baxmann aus Lehrte zweihundert Taler geliehen.
Allerdings sah es auf dem Hof in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf dem Hof nicht aus, dass man Geld verleihen konnte. Trotzdem konnte Zieseniß die Umsiedlung des Hofes um etwa 100 m an den Ortsrand gut verkraften.
Zwei Höfe hatte der Großkötner Heinrich Zieseniß aus eigener Kraft aufgebaut, einen in Arpke und den heutigen Hof 26 an der jetzigen Lüneburger Straße. Aus dem Übergabevertrag ist ersichtlich, dass der Immenser Hof damals fünf Pferde, 25 Stück Rindvieh, 50 Schafe und Lämmer sowie 12 Schweine in den Stallungen hatte. Der Altbauer zog dann (1908) auf seinen Hof nach Arpke. Da er auf einen Natural-Altenteil nicht angewiesen war, ließ er sich stattdessen vierteljährlich eine Rente von 300 Mark auszahlen. Vom Immenser Hof erhielt zudem Tochter Martha 15.000 Mark als Abfindung und Von ihrem Bruder, der den Arpker Hof geerbt hatte, bekam sie später auch noch einmal 15.000 Mark. Und trotzdem blühen und gedeihen Haus und Hof bis in die heutige Zeit auf dem Reiterhof, denn auch jedes Pferd macht einen Haufen Mist, wie ein altes Sprichwort besagt
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