Lehrte: Arpke | ...ich jetzt mal laut lach, wenn es nicht so traurig wär!
Anlass: Ein Artikel im heutigen Landkreisteil der HAZ von Alexandra Jaeger.
GEMA WILL GELD FÜR DAS SINGEN VON KINDERLIEDERN
Kindergärten im Leinetal sollen künftig Gebühren zahlen - Erzieherinnen sind wütend und empört
Ich zitiere auszugsweise: "Singe, wem Gesang gegeben...., denn Volkslieder sind gebührenfrei. Aber was ist ein Volkslied? Diese Frage müssen sich Erzieherinnen jedes Mal stellen, wenn sie mit ihren Schützlingen eine Melodie anstimmen. Denn es geht nach dem Willen der Musikrechte-Gesellschaft, so heißt es künftig frei nach Ludwig Uhland: "Zahle, wer den Text kopiert."
Gezahlt werden muss für Liedtexte, deren Urheber noch leben oder die vor weniger als 70 Jahren gestorben sind. Sollte im Leinetal also Rolf Zuckowskis "Weihnachtsbäckerei" erklingen....zahlen! Frei von Urheberrechten sind die traditionellen Volkslieder wie "Zeigt her Eure Füßchen, zeigt her......"
Na dann zurück zur Urzeit: Auf die Bäume ihr Affen!
Ach, zum Thema "zahlen" fällt mir noch etwas ein.... wir sitzen am Kaffeetisch und ein Sonnenstrahl fällt zum Fenster herein. Meine Freundin ganz trocken: Müssen wir da jetzt auch für bezahlen?
Das Thema GEMA ist eine Sache für sich. Ob ein Friseurstudio oder ein Café, welche Musik im Hintergrund laufen lassen, ob öffentliche Veranstaltung im Vereinsheim oder die Dienstleistung von CD Vervielfältigungen als Selbstbrenner. Selbst das simple Midifile, welches auf einer privaten Homepage zur Untermalung dient. Diese sind nur einige Beispiele, für die gezahlt werden müssen. Dabei wird nicht immer titelbezogen abgerechnet und in einiegen Fällen eine Pauschale bezahlte, welche in den GEMA Topf fließt und auf alle GEMA-Mitglieder umverteilt wird.
Das was ein Komponist oder Texter am Ende an Tantiemen erhält, ist kein Scherz. Ganze 50 Cent durfte ich auf meinem Kontoauszug mehr zählen. Dabei handelte es sich um die Vergütung eines MP3 Downloads, was sich aber durchaus summieren kann.
Kollegengespräche ergaben ein Für und Wider zum Thema GEMA. Andererseits würde ich aber ohne GEMA auch kein Geld verdienen.
....Files zur Untermalung auf privaten Homepages - da gibt es gottseidank ausreichend GEMA-freie Stücke daß diese Abzocker nicht überall ihre Pfoten in unsere Taschen stecken...
Ok, die Institution GEMA ist vor allem bei Musikern ein Begriff )-: !
Darüber möchte ich mich jetzt nicht weiter auslassen....und das jedes Ding zwei Seiten hat, ist auch für mich nicht neu!
Meine Vorstellungen waren ganz schlichter Natur: z.B. Weihnachten, eine Kindergartengruppe besucht ein Altenheim, um dort mit ihren zeitgemäßen Liedern den Bewohnern ein wenig Freude zu bereiten....und dafür sollen Kindergärten noch zahlen????
Wo leben wir eigentlich?
Gestern im Anzeiger für Lehrte & Sehnde folgender Bericht.
["Gema will Geld für das Singen von Kinderliedern. (Fett gedruckt)
Kindergärten im Leinetal sollen künftig Gebühren bezahlen-
Erzieherinnen sind wütend und empört. Ratlosigkeit und Wut,
breitet sich aus. Das macht mich sprachlos, so die Leiterin des DRK- Kindergarten Pattensen. Die Erzieherinnen müssen jetzt vor jeder Aufführung,
den Titel, den Komponisten und den Verleger der gesungenen Lieder dokumentieren, damit das Geld jedes Liedes bei den richtigen Verlagen
landet"]. Wieviel der Autor dann erhält, ist unbekannt.
Schlimm ist auch die Mehrarbeit der 33.000 Kindergärten, die recherchieren,
nachsehen und ausrechnen müssen, bevor gesungen werden darf.
Zu den Gebühren, die auch ermäßigt werden können, kommt noch die Mehrwertsteuer. "Singe wem Gesang gegeben", die Gema wird schon
fleißig Geld einnehmen. Am Sichersten ist die Erzieherin die keine Lieder mehr singen läßt, dann hat sie keinen Ärger und die Kinder bleiben dumm.
Teilweise wissen auch Zeitungen nicht, was in Deutschland, Recht und Unrecht ist. Besonderst gut und informativ, finde ich das hier gezeigte Video
aus Bayern.
Ich habe es heute in der HAZ gelesen.
Ich habe es fast nicht geglaubt. Vor der GEMA sind alle gleich, Hauptsache es wird gezahlt.
Abzocke für arme Künstler. Nicht zu fassen, aber leider wahr.
Gruß
HR
Eine Ergänzung dazu: Nicht das Singen von Liedern ist gebührenpflichtig (bei öffentlichen Aufführungen mag das anders sein), sondern das Kopieren der Texte und Noten. Verwenden sie gekaufte Liederbücher, zahlen die Kindergärten nichts. Das ist ja auch in sich stimmig - denn vom Verkaufspreis der Bücher bekommen die Komponisten und Texter ihren Anteil.
Ich kenne die konkreten Bedingungen, Preise und den Verwaltungsaufwand nicht. Aber prinzipiell finde ich es schon richtig, dass Autoren Geld dafür bekommen, wenn Ihre Werke öffentlich genutzt werden. Und der Einsatz in der (professionellen) Kinderbetreuung ist ja auch eine öffentliche Nutzung. Dass die Kindergärten schmale Etats haben, kann kein Argument sein, deswegen Künstler nicht zu bezahlen. Dem Dachdecker würde man ja auch nicht sagen: Danke für das neue Kindergartendach, aber wir machen eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, deshalb bezahlen wir Dich nicht.
Interessant ist allerdings, dass die Kindergärten seit Jahrzehnten einzelne Lieder aus den Liederbüchern kopieren und bis jetzt keinen Cent bzw. Pfennig zahlen mußten...
Teilweise sind es auch die Arrangements, für die bezahlt werden muss. In der Weihnachtszeit wurde schon einmal Wirbel darum gemacht und folgendes (von der Piratenpartei angestoßenes) Projekt kam daraus hervor:
Alle dort aufgelisteten Lieder können runtergeladen und ausgedruckt werden, völlig legal und kostenlos. Das sollte sich rumsprechen unter Kindergärten, vielleicht kommen dann ja auch noch einige schöne Lieder dazu.
ja das stand bei uns schon in der letzten Woche in der Zeitung
es ist eine Schweinerei ob es nun "nur" um das Kopieren der Texte geht oder nicht Kindergärten sollten für solche Art von Abzocke einfach Tabu bleiben
Es wird schon lange Zeit, dass sich ein paar engagierte Musiker, Kindergärtner und Lehrer zusammentun und endlich ein "Open Source" Liederbuch erstellen.
Freie Texte, freie Noten und freie Akkorde.
Dann kann sich jeder sein eigenes Liederbuch ausdrucken, verändern oder sonstwie verwenden ohne gleich mit einem Bein im Knast zu stehen.
Selbst ein Text mit Akkorden drüber um Gitarre zu lernen fällt unter das Copyright. Sowas darf doch nicht sein.
Ich respektiere wenn Berufsmusiker mit Ihrer Musik Geld verdienen wollen, aber irgendwo muss dann auch mal ein Punkt sein.
Privater Musikunterricht ist ohnehin meist schon sehr teuer. Und man sollte doch froh sein, wenn sich Kinder heutzutage überhaupt noch mit Musik und Gesang beschäftigen.
Immerhin steckt auch eine Menge Kultur und Geschichte in den Liedern.
Wir in der KITA sollen sogar Fernsehgebühren bezahlen, obwohl wir keinen angeschlossen haben. Lächerlich. Texte dürfen nur ohne Noten rausgegeben werden, sonst kostet es.
Interessanter Beitrag. Besser noch die unzähligen Kommentare.
Frage: wie kann man erkennen ob das Musikstück noch dem Urheberrecht unterliegt? Habe ich etwas nicht richtig verstanden??
Manuela, meine Gedichte und Geschichten in my heimat darf jeder lesen ,
kopieren und aufsagen sofern er mich als Verfasser nennt.
Nie würde ich auf die Idee kommen dafür Geld zu verlangen.
@Manuela: Der letzte Satz ist nicht richtig. Natürlich sind auch bei myheimat veröffentlichte Texte und Bilder urheberrechtlich geschützt. Keinesfalls darf sich jeder hier einfach bedienen. Man räumt lediglich einem auf http://www.myheimat.de/partner/ genannten Kreis von myheimat-Partnern bestimmte, in den AGB (http://www.myheimat.de/agb/) definierte Nutzungsrechte ein. Und das auch nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. Nennung des Autors).
Herzlichen Dank für Euer reges Interesse und die zahlreichen Kommentare.
Wie ich feststelle, ist das Thema "Gema und was sich dahinter verbirgt" ein breites Feld und längst noch nicht für alle klar definiert.
Dass Noten nicht kopiert werden dürfen, ist ein alter Hut, war m.E. aber hier nicht das Thema.
Was mich zu diesem "Tipp" veranlasste, war eigentlich der Titel in der HAZ
GEMA WILL GELD FÜR DAS SINGEN VON KINDERLIEDERN
Trage ich ein Lied, auch auswendig, in der Öffentlichkeit vor, ist das als eine Kopie anzusehen.
Ich denke, dass sich die Verfasserin dieses Artikels genauestens informiert hat......oder?
Lehrte: Garten | ...endlich Sonne...und wie sie blendete, zukneifen musste ich meine Augen.
Ein märchenhafter Anblick bot sich draußen, das musste ich doch festhalten.
Eigentlich hatte ich so für mich beschlossen, Winterbilder mal in s/w zu fotografieren (Licht und Schatten). Doch bei diesem Anblick unterließ ich es, meine Cam umzustellen.
Aber schaut selbst.....
Lehrte: Dietmar Dreger | Wenn zwei Frauen einen "small talk" halten, dann reden sie über "Hinz" und auch "Kunz", über die Wetterlage, modische Belange dürfen auch nicht fehlen, über den braven Nachwuchs, na klar, aber manchmal auch über unsere "Herrlichkeit"!
Wie sagte meine Bekannte zu mir: "Du, mein Mann hat uns zu Weihnachten eine Krippe gebaut, ich bin hellauf begeistert!"
Neugierig geworden - denn für Kreativität bin ich immer zu haben - bat...
Lehrte: Privatwohnung | ..nein, spielen wollte ich mit Euch nicht, doch ein weiteres Produkt meines kürzlich kennengelernten Künstlers, Herrn Dietmar Dreger, vorstellen.
Ich denke, Schachfiguren gibt es "en masse". Simple, kunstvolle, edle....Adjektive ohne Ende. Doch bei Eigenproduktionen schaue ich schon etwas genauer hin.......wie es hier der Fall war.
Figuren, im Durchschnitt so etwa 6 cm groß, in Gold und Altsilber zierten sein...
Meitingen: Gasthof Neue Post | Seit Dezember 2012 lebt eine Aktion der Musikpiraten wieder auf.
Die Mitglieder der Piratenpartei verteilen in Kindergärten der Region kleine Liederbücher mit "gemeinfreien" Liedern.
In diesem durch Spenden finanzierten Büchlein wurden Lieder gesammelt, die frei verfügbar und nutzbar sind (gemeinfrei). Hierfür fallen keine Lizenzgebühren an die GEMA an.
In Langweid und Meitingen mit Umgebung erfolgt die Verteilung...
Nach heftigen Protesten auch von der Piratenpartei Deutschland hat die GEMA ihre geplante Gebührenerhöhung für Clubs, Discotheken und Musikkneipen zurückziehen müssen. Somit bleiben die bisherigen Tarife für Gastronomie, Stadtfeste und Musikbetriebe bestehen. Die befürchteten Insolvenzen aufgrund der von der GEMA ursprünglich geplanten, drastischen Tariferhöhung bleiben aus. Auch wenn die Tarifreform offiziell nur verschoben...
Nach heftiger Kritik seitens der sogenannten "Netzaktivisten" und der Politik setzt die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte", kurz GEMA, nun die umstrittene Tarifreform für 2013 aus. Wie die FAZ-Online berichtet [1], wird vor 2014 keine Reform der Tarife kommen, jedoch wird die GEMA gemeinsam mit dem Bundesverband der Musikveranstalter e.V. in ein Schiedsverfahren gehen, um...