Frieden geht. Anders! - Internationales Workcamp im Antikriegshaus Sievershausen

  Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen | Vom 30.7. - 13.8. fand in Sievershausen das diesjährige Internationale Workcamp statt, diesmal mit 18 TeilnehmerInnen aus 11 Ländern von Mexiko bis Südkorea. Gleich zu Beginn halfen die jungen Leute beim Umpacken und Verstauen der Friedensbausteine des Denk-mals „Aktion Völkerrecht“, die aus Heidelberg in einem Lastwagen zum Antikriegs­haus gebracht worden waren. Schon diese Muskelarbeit schweißte das erste Mal zusammen. Die ersten Tage des Workcamps sind dann immer dem Gruppenaufbau und der Völkerverständigung gewidmet, es geht um Konflikte und Konfliktlösungen, um Vorurteile und Diskriminierung, um Gruppendynamik und ein friedliches Miteinander. Eine solche Vielfalt an Personen als Gruppe zusammenzubringen, ist jedesmal spannend. Dazu trägt auch die gemeinsame Arbeit bei. Zum einen müssen die TeilnehmerInnen ihren Alltag mit allem Drum und Dran selbst organisieren und dabei auf die unterschiedlichen Befindlichkeiten und Gewohnheiten Rücksicht nehmen, zum anderen arbeiten sie an vom Team des Antikriegshauses vorgegebenen Aufgaben. Dieses Mal musste der Weg vom Dankmal zum Eingang des Antikriegshauses erneuert werden, zum Teil körperlich sehr schwere Arbeit, weil schwere Steinplatten verlegt werden mussten; zum anderen sollte das Friedens-Wandbild an der Hauptstraße restauriert und zum Teil neu gestaltet werden. Eine ständige Einschränkung war dabei das kalte und regnerische Wetter, das die Arbeiten immer wieder verzögerte. Aber die jungen Leute waren mit Eifer bei der Sache und wollten in der zweiten Woche die Arbeiten auch unbedingt fertigstellen. Das Ergebnis kann sich – auf beiden Baustellen – wirklich sehen lassen. Zwischendurch gab es mit der entsprechenden Vor- und Nachbereitung die gewohnte Fahrt zur Gedenkstätte Bergen-Belsen, um Machtmissbrauch und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu thematisieren. Aber es gab auch Freizeitaktivitäten, das Kennenlernen von Hannover, die Einladungen zum Familienabend bei Freunden des Antikriegshauses und den Gegenbesuch beim Abend der Begegnung, an dem sich die TeilnehmerInnen mit Speisen aus ihren Heimatregionen und auch persönlich vorstellten. Denn das Internationale Workcamp ist auch ein Beitrag, um Jung und Alt, Einheimische und Gäste einander näher zu bringen. Viele waren angetan von den Sprachkenntnissen der jungen Menschen, die oft mehrere Sprachen beherrschen und so viel leichter miteinander kommunizieren können, eine Grundlage für Völkerverständigung. Ein Hoffnungsschimmer in einer Welt, in der heute so sehr auf Trennung und Abschottung gesetzt wird. Die TeilnehmerInnen des diesjährigen Workcamps sind jedenfalls mit neuen Freundschaften wieder nach Hause gefahren. Und das Team des Antikriegshauses sagt einen herzlichen Dank für die engagierte Arbeit und die netten Tage miteinander. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, über den neuen Weg zum Antikriegshaus gehen oder an das Scheune das Wandbild betrachten, denken Sie an die jungen Menschen aus aller Welt, die mit ihrem unkomplizierten Zusammensein im Workcamp auch einen wichtigen Beitrag zum Frieden leisten.
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