SängerInnen fahren Ford

Das Schweineschnäuzchen kutschiert gleich das „ensemble vis-à-vis“ und Begleitung (Foto: Christian Schumann)
Lehrte: ensemble vis-à-vis |

Ensemble vis-à-vis testet ein Schweineschnäuzchen namens Maus

Singen macht glücklich. Aber das allein ist nun auch wieder nicht das ganze Leben. Deshalb probt das „ensemble vis-à-vis“ nicht nur für Auftritte, wie die jüngste Konzertreihe „Musik für Freunde“, oder den Schlußauftritt beim Wandelkonzert der „Woche der Stimme“, sondern stärkt die aus dem Singen entstandene Freundschaft auch anderweitig. In diesem Jahr führte der Jahresausflug das Ensemble fort zu zwei Zielen nordwestlich der Region Hannover.
Dass eine Fahrt auf der Bundesstraße 6 sich selbst ohne nennenswerten Verkehr hinziehen kann, weiß fast jeder; und so trafen die Ausflügler gerade noch pünktlich am Bahnhof von Bruchhausen-Vilsen ein. Der allerdings dient nicht dem Regelverkehr der Deutschen Bahn. Nein, am Gleis 1, dem einzigen Personenbahnsteig wartete ein historisches Fahrzeug auf die Fahrgäste der Sonderfahrt nach Asendorf und zurück. Auch wenn draußen 3. Klasse dranstand, so waren selbst die Polster des blitzblank geputzten Triebwagens von 1939 in neuwertig erscheinendem Zustand. Der zweiachsige Leichtbautriebwagen wiegt ganze 5,8 Tonnen und wurde seinerzeit zur Kostensenkung auf Kleinbahnen entwickelt, da für jeden Dampfzug mindestens 5 Mann erforderlich waren, der Triebwagen aber nur einen brauchte. Dafür bekam er zwei Motoren, einen für jede Richtung. In diesem Fahrzeug arbeiten immer noch Motoren der LKW-Version des Ford-Modells A mit 5 Litern Hubraum und 50 PS. Die Verwendung solcher Motoren machte Schnauzen erforderlich, die diesem Triebwagen schließlich den Spitznamen „Schweineschnäuzchen“ einbrachte, in Bruchhausen-Vilsen wird er auch „Maus“ genannt.
Bei einer idyllischen Fahrt durch Wald und Feld mit Tempo 20 gab es viele Eindrücke und, man glaube es nun oder nicht, Erlebnisse. Da war zum Beispiel die glücklicherweise leere Mülltonne, die jemand zu nah am Gleis abgestellt hatte, oder das Blinklicht, das vom Fahrzeugführer erst scharf gestellt werden muss, ehe er die Straße passieren kann, oder der Fotostop, nach dem der Motor nicht mehr ansprang. Glücklicherweise kann man den Triebwagen mit dem zweiten Motor gewissermaßen „anschieben“, was auch gelang. Sonst wäre der Zeitplan wohl arg durcheinander gekommen und ein später am Tag zugesagter Auftritt in Liebenau in Gefahr. Aber der Fahrzeugführer war nur ein bisschen weniger locker und dessen „Schnauze“ lässt die ganze Fahrt in die Kiste mit den schönen Erinnerungen gleiten.
Nach gutem Essen im Bahnhof und einem Spaziergang über das Gelände des Bahnhofs ging es nach Liebenau. Dort gaben die Sängerinnen und Sänger einem Geburtstagskind ein Überraschungsständchen und wurden mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen belohnt. Die Besichtigung der örtlichen Kirche, in der das Ensemble auf Einladung des Pastors im Februar singen wird, beendete einen wirklich goldenen Tag im Oktober.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 23.10.2014
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