Immensens Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn: "Junge Familien finden in Immensen ein gutes Angebot"

Immensens Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn (Foto: Heidrun Bleckwenn)

Heidrun Bleckwenn ist Immensens Ortsbürgermeisterin und Ratsfrau der Stadt Lehrte. Im myheimat E-Mail-Interview verrät sie, was den 2500-Einwohner-Ort lebenswert macht und welche Ecken von Immensen Sie Touristen zeigen würde.



Frau Bleckwenn, Sie sind Immensens Ortsbürgermeisterin. Wenn jemand überlegt, ob er mit seiner Familie nach Immensen ziehen soll: Mit welchen Argumenten würden Sie für Immensen werben? Was macht Immensen lebenswert?

Wer überlegt, nach Immensen zu kommen, hat sich ja bereits damit auseinandergesetzt, ob er „auf dem Dorf“ wohnen möchte oder doch mehr wert auf die Vorzüge einer Wohnung in der Stadt legt. Trotzdem haben wir mit der guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und der Autobahnanschlussstelle Lehrte-Ost/Immensen den Vorteil der kurzen Wege, die Immensen mit der Region Hannover vernetzen. Mit der Grundschule, der Kita und dem Angebot an Kinderbetreuung durch qualifizierte Tagesmütter finden junge Familien in Immensen ein gutes Angebot zur privaten und beruflichen Lebensgestaltung. Darüber hinaus bietet das umfangreiche Angebot unserer vielen Vereine die unterschiedlichsten Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Wer sich für das Wohnen im Dorf entschieden hat, für den ist Immensen die beste Adresse.

Was könnte in Immensen noch besser werden, damit die Wohnqualität steigt?

Wie in jeder Kommune gibt es in Immensen auch Probleme. Mit der günstigen Verkehrsanbindung kommt sehr viel Verkehr ins Dorf, welcher die Durchgangsstraßen zeitweise erheblich belastet. Leider sind auch die Einkaufsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden. Die Nähe zu den Supermärkten in Arpke, Burgdorf und Lehrte hält andere Marktbetreiber davon ab, nach Immensen zu kommen. Dieses zu verbessern, hat erste Priorität.

Welche schönen Ecken von Immensen würden Sie Touristen zeigen?

In Immensen gibt es ganz viele Ecken, die wir unseren Besuchern zeigen möchten. Schon bei der Ankunft in Immensen fällt der Blick auf unsere schöne Kirche, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt (tagsüber geöffnet). Eine Besonderheit sind die „Langen Höfe“. Das sind Bauernhöfe, die sich von der Bauernstraße bis zur Straße Hinter den Langen Höfen erstrecken. Aber auch ein Spaziergang mit dem Wegweiser von „Baum zu Baum“ durch Immensen kann ein ganz besonderes Erlebnis sein.

Der MTV Immensen hat in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Was zeichnet den MTV in Ihren Augen aus?

Der MTV gehört zu den fünf Vereinen in Immensen, die vor mehr als 100 Jahren gegründet wurden und noch heute so aktiv wie zu ihrer Gründung sind. Den MTV zeichnet aus, dass er sein Angebot immer den Anforderungen der Zeit angepasst hat. So hat der MTV schon vor vielen Jahren neue Angebote wie z. B. für Gesundheitsmotivierte und nicht betont leistungsorientierte Menschen in sein Programm aufgenommen. Und wir alle wissen, wie wichtig die Kinder- und Jugendarbeit im Sport geworden ist. Dort leistet gerade der Sportverein eine hervorragende Arbeit.

Viele Vereine beklagen das fehlende Engagement des Nachwuchses. Welche Beobachtungen machen Sie bei den Immenser Vereinen?

Welcher Verein möchte nicht mehr und engagierten Nachwuchs haben? Ich glaube, da geht es uns in Immensen ebenso wie überall. Dabei müssen wir auch bedenken, dass es bei dem großen Angebot in der medialen Welt, sehr schwer ist, nicht nur für unseren Nachwuchs, sich zu orientieren, zu motivieren und selbst aktiv zu werden.

2007 hat Immensen bei „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen, dieses Jahr wurde beim MTV gefeiert. Welches ist das nächste Jubelfest? Oder kehrt in Immensen jetzt erst mal ein bisschen Ruhe ein?

Für das nächste Jahr stehen nach meinem Kenntnisstand keine großen Festivitäten an. Das heißt aber nicht, dass in Immensen nichts los ist. Unser Schützenfest ist jedes Jahr das große Highlight, an dem sich die gesamte Dorfgemeinschaft beteiligt, und auch zum Dreschefest im August kommen Besucher aus ganz Deutschland. Bei der Aufstellung des Veranstaltungskalenders wird es immer schwieriger, die Termine so zu koordinieren, damit sich keine Veranstaltungen überschneiden. Etwas Ruhe kann ja ganz schön sein, macht aber auch schläfrig und das Durchstarten kostet zusätzliche Energie – wir wollen wach und aktiv bleiben.

Hätte Immensen in diesem Jahr auch etwas erspart bleiben können?

Der große Scheunenbrand mitten im Dorf kurz vor dem Festumzug zum 100. Geburtstag des MTV. Dank des umsichtigen und engagierten Einsatzes unserer Freiwilligen Feuerwehr wurde Schlimmeres verhindert und der Umzug durchs Dorf mit einiger Verspätung dann doch starten.

Am 11. Dezember ist in Immensen wieder Weihnachtsmarkt. Warum lohnt sich ein Besuch auch für Nicht-Immenser?

In diesem Jahr findet zum zehnten Mal der Immenser Weihnachtsmarkt statt. Das Besondere daran ist, dass dieser Weihnachtsmarkt fast ausschließlich von den örtlichen Vereinen gestaltet und veranstaltet wird. Vor zehn Jahren hat die Feuerwehr die Initiative dazu ergriffen, und von Jahr zu Jahr haben sich immer mehr Vereine und Gruppierungen daran beteiligt. In jedem Jahr wurden die zunächst provisorisch aufgestellten Zelte durch neue Holzbuden ersetzt, so dass heute ein richtiges „Budenrund“ entstanden ist. In der Kirche findet ein offenes Singen statt, und Kaffee und Kuchen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Zum Zehnjährigen wird es eine Überraschung geben. Ich kann nur alle einladen, am Sonnabend, 11. Dezember, ab 12 Uhr nach Immensen zu kommen.

Seit mehr als zwei Jahren schreiben Bürgerreporter aus Immensen auf myheimat.de, dem Mitmachportal des Anzeigers. Was halten Sie von dem Projekt?

Die Idee des Mitmachportals, mehr Informationen aus dem näheren Umkreis der Leser zu bringen, finde ich grundsätzlich gut. Ist es aber nicht Aufgabe der Redakteure, diese Arbeit zu machen? Ich persönlich schätze die Berichterstattung durch einen unabhängigen Redakteur schon wegen seiner differenzierten Sichtweise.
Mit dem Portal „Mein Verein“ ist dagegen der richtige Weg eingeschlagen. Die Vereine können für sich werben und dadurch vielleicht auch neue Mitglieder gewinnen.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Magazin Lehrte | Erschienen am 10.12.2010
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Werner Szramka aus Lehrte am 10.12.2010 um 17:51 Uhr  
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