Fünf heitere Tage mit den LSV-Senioren

Senioren des Lehrter SV auf dem Lübecker Marktplatz
Erster Tag – Es regnet. Der Busfahrer verstaut die nassen Koffer, und unsere Senioren-Sommerreise beginnt. Eine erste kleine Rast mit einem vorbereiteten Frühstück – ohne Regen. Wieder im Bus: Es regnet … und das bis kurz vor Travemünde, unserem nächsten Zwischenstopp. Dort wo die Trave in die Lübecker Bucht mündet, fahren wir eine Stunde lang mit dem Schiff und freuen uns über den heller werdenden Himmel. Nach der Schiffsfahrt bummeln wir noch ein wenig die Uferstraßen entlang, dann geht’s weiter zum Weissenhäuser Strand, unserem Ziel.

Zweiter Tag – Wir besichtigen (im Sonnenschein!) das Wallmuseum in Oldenburg i. H. Weil wir mit 44 Besuchern zu viele für nur eine Gruppe sind, teilen wir uns auf. Eine Gruppe geht mit einem „normal“ gekleideten Museumsführer, die andere mit einer Museumsführerin, die – nicht verkleidet, sondern in ein „Gewand“ gekleidet – mit uns über das Gelände geht und viel zu erzählen weiß. Es ist die Geschichte der Slawen, einer indogermanischen Völkergruppe, die hier vor rund 1300 Jahren lebten. Die kleinen Holzhäuschen wurden als Freilichtmuseum nach archäologischen Funden nachgebaut, so wie sie im 7. Jahrhundert ausgesehen haben könnten. Schriftliche Aufzeichnungen der Slawen gibt es nicht. Die Anlage selbst ist sehr lebendig. In frühmittelalterliche Gewänder gekleidete Ehrenamtliche arbeiten in ihrer Freizeit daran, einen Eindruck damaliger Zeit und seiner Handwerkskunst zu erschaffen.
Nach gut zwei Stunden treffen wir uns wieder am Bus. Unser Reiseplan sieht für heute noch den Besuch von Heiligenhafen vor, aber aus Heiligenhafen wird kurzentschlossen Burg auf Fehmarn. Auch gut. Doch diese Idee müssen andere auch gehabt haben: Burgs Straßen sind voller Touristen. Wir mischen uns darunter, bummeln durch die Straßen und über den Markt, stöbern durch die Geschäfte, essen Fischbrötchen oder Eis oder beides und fahren schließlich zurück zum Hotel.
Den Abend verbringt jeder nach Lust und Laune bei Karaoke-„Gesängen“ auf dem Dorfplatz, mit Strandspaziergängen und/oder an der Hotelbar.

Dritter Tag – Der Weissenhäuser Strand ist eine Ferienanlage mit entsprechend vollgestellten Parkplätzen und engen Straßen – eine besondere Herausforderung für Busse. Heute steht Lübeck auf dem Sommerreiseplan. Bevor der Bus unser Hotel erreicht, muss er sich mit einigen Schwierigkeiten zentimeterweise zwischen den Autos hindurchmanövrieren. Dann starten wir Richtung Lübeck. In Lübeck steigt ein Stadtführer zu uns in den Bus; wir fahren durch die Altstadt und der Stadtführer erklärt, was wir sehen und erzählt einiges über Lübecks Geschichte, auch dass das berühmte Holstentor im 19. Jahrhundert abgerissen werden sollte, um Platz für moderne Infrastruktur zu schaffen. Mit nur einer Stimme Mehrheit verhinderte dies die Lübecker Bürgerschaft. Auf dem Marktplatz, den wir samt Umgebung zu Fuß erkunden, rät uns der Stadtführer: „Lassen Sie sich bloß nicht erzählen, die Lübecker hätten das Marzipan erfunden. Das stimmt nicht. Das war ein persischer Arzt.“
Nach der Führung teilen wir uns wieder in kleinere Grüppchen auf und sehen uns das an, was uns interessiert und gefällt. Am späten Nachmittag sind wir wieder im Hotel. Der Abend endet mit Shantys in der Ferienanlage, Spaziergängen auf dem Deich, in der Strand-Disco oder mit einem Gläschen an der Bar. Jeder wie er mag.

Vierter Tag – Der Höhepunkt unserer Sommerreise steht bevor: der Besuch der Karl-May-Festspiele. Seit 1952 werden in Bad Segeberg Geschichten „frei nach Karl May“ in der großen Freilichtbühne aufgeführt. In diesem Sommer ist es „Im Tal des Todes“, das bereits über 300 000 Besucher gesehen haben. Und nun wir. Wir reiten mit Winnetou, bangen mit Old Firehand, hintergehen mit Señorita Miranda, witzeln mit Sam Hawkens und lachen mit Heinz-Egon Winzigmann, einem Ebenbild Heinz Erhardts. In der Pause werden Schirme aufgespannt. Nein – es regnet nicht, die Schirme sind ein willkommener Sonnenschutz, bevor es im Tal des Todes wieder weitergeht, dem glücklichen Ende entgegen.

Fünfter Tag – Die gepackten Koffer sind wieder verstaut, und wir reisen heimwärts aus dem hohen Norden durch das hügelige Gelände der Holsteinischen Schweiz, das seine Hügel, Wälle und Seen der letzten Eiszeit verdankt.
Der erste Zwischenstopp ist das Schloss Eutin. Leider reicht die Zeit nicht für die vorgesehene Führung. So bleiben uns die verborgenen Zimmer des Schlosses auch verborgen. Aber auch ohne Führung beeindruckt uns die barocke Ausstattung der Räume, durch die wir dann allein gehen.
Von Eutin fahren wir mit unserem Bus nach Malente, fahren von dort mit einem Schiff über fünf Seen bis nach Plön, wo der Bus wieder zuverlässig auf uns wartet und uns endgültig nach Lehrte bringt.

Fazit – Es waren fünf sonnige, ereignisreiche und heitere Tage mit interessanten Zielen und Erlebnissen und auch genug Zeit zum Innehalten. Veronika und Jürgen, die nach endlosen Diskussionen über die Planung die Senioren-Sommerreise ausgearbeitet haben, dürfen sich jetzt zufrieden zurücklehnen – es hat allen gefallen.
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