Vorankündigung Jutta Fleck Die Frau vom Checkpoint Charlie 07. Oktober 2011 in Lauingen

Lauingen (Donau): Stadeltheater | Jutta Fleck (Geb.:19.10.46 in Dresden) geborene Kessel, geschiedene Gallus, wurde international bekannt
als
Frau vom
„Checkpoint Charlie“

Jutta Gallus sorgte in den 80er Jahren für internationales Aufsehen in den Medien.
Nach 12 abgelehnten Ausreiseanträgen versuchte die Dresdnerin 1982 mit Hilfe einer Fluchthilfeorganisation mit ihren Töchtern und ihrem Lebensgefährten über Rumänien und Jugoslawien die Flucht aus der DDR. Der Fluchtversuch scheiterte und Jutta Gallus wurde in Untersuchungshaft in der Zentrale der Staatssicherheit an der Bautzenerstraße, die Töchter für ein halbes Jahr in ein Kinderheim (später dem leiblichen Vater, einem loyalen DDR Bürger) gebracht.
Am 03.Januar 1983 wurde sie wegen schwerer Republikflucht zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Noch vor Haftende wurde sie von der Bundesregierung zusammen mit weiteren Häftlingen freigekauft. Eine der Ausreisebedingung war der schriftliche Verzicht auf das Erziehungsrecht der beiden Töchter. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten wurde sie nach Gießen überstellt.
Nachdem die Familienzusammenführung von der Regierung in Ost-Berlin abgelehnt wurde, machte sie durch verschiedene Aktionen wie einem Hungerstreik und einem Papst Besuch bei Johannes Paul II. auf sich aufmerksam.1985 kettete sie sich während des Festaktes zum 10-jährigen Bestehen der KSZE Konferenz an ein Geländer und erwirkte so ein Gespräch mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Mit Flugblatt Aktionen und Medienauftritten machte sie die Bevölkerung auf ihr Anliegen aufmerksam. Am 13.10.86 gelang es ihr, bei einer offiziellen Gedenkveranstaltung im Reichstag vom Rednerpult aus ein Appell an Helmut Kohl und Willy Brandt zu richten. Legendär wurde die Dresdnerin, nachdem sie sich mit der Int. Gesellschaft für Menschenrechte in Verbindung gesetzt hatte und ab Oktober 1984 am Checkpoint Charlie wiederholt mehrere Tage auch bei schlechten Witterungsbedingungen mit einem Schild auf dem sie die Freiheit für Ihre Kinder forderte demonstrierte.1986 zerbrach die Beziehung von Jutta Gallus mit ihrem Lebensgefährten.
Im Alter von 17 und 15 Jahren stellten die beiden Töchter einen Ausreise Antrag, der von der DDR Regierung, obwohl die beiden noch minderjährig waren, statt gegeben wurde. Mit Hilfe des DDR Rechtsanwalts Vogel gelang die Übertragung des Erziehungsrechtes auf die in der BRD lebende Mutter. Am 26. August 1988 brachte Wolfgang Vogel die beiden Schwestern nach West-Berlin.
Am 07.10.2011 erwarten wir Frau Jutta Fleck, die mittlerweile in Wiesbaden lebt, in Lauingen. Sie wird an diesem Tag als Zeitzeugin im Albertus Magnus Gymnasium im Rahmen einer schulischen Veranstaltung mit den Schülern diskutieren. Anschließend wird sie gerne im Rahmen einer Lesung ihres Buches den Lauingern Rede und Antwort stehen.

Eine Veranstaltung der Lauinger Wirtschaftsinitiative

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