13 Chöre zeigen sängerische Vielfalt beim Kreischorkonzert in Lauingen

Verbandschorleiter Anton Kapfer (ganz links), daneben die Leiterin des jubilierenden Gesangvereins "Frohsinn" Lauingen Sibylle Mathia, der das Kreischorkonzert eröffnete
 
Daniela Musselmann nahm den verdienten Beifall des Publuikums entgegen für die temperamentvollen Beiträge der Gemeinschaftschöre aus Glött, Holzheim und Weisingen

Lauingen: Stadthalle | Über die Bedeutung des Chorsingens in einer Kommune sprach Bürgermeister Wolfgang Schenk bei seinem Grußwort anlässlich des Kreischorkonzertes. Er meinte dabei zunächst den örtlichen Gesangverein "Frohsinn", dem er zu seinem 130 jährigen Bestehen gratulierte. "Disziplin und Harmonie sind die Eckpfeiler, getragen von einer fachlichen Leitung, auf denen alle singenden Gemeinschaften aufbauen", betonte der Bürgermeister. Schenk dankte den 13 Chören für ihr Kommen und den gebotenen Querschnitt aus ihrer Liedarbeit. Der 1. Vorsitzende des Kreischorverbandes Günther Durner lobte den großen Einsatz der 370 Sängerinnen und Sänger, die sich am vergangenen Samstagabend in der Stadthalle eingefunden hatten. "Mit Ihrer Pflege des tradierten Liedgutes und dem Beschreiten neuer Wege leisten Sie einen wesentlichen kulturellen Beitrag in Ihren Gemeinden", erklärte Durner. Davon konnten sich prominente Gäste (unter ihnen Landrat Leo Schrell und die Bürgermeister Franz Jall und Roland Hörl), interessierte Zuhörer, vor allem aber die Aktiven selbst überzeugen. Aus Zeitgründen trugen die vier Männerchöre, die acht gemischten Chöre und der Frauenchor jeweils zwei Lieder vor. So war mit Verbandschorleiter Anton Kapfer vereinbart worden. Dies garantierte eine straffe Organisation, erhöhte die Spannung und belebte das Zuhören. Mit seiner geschickten Moderation leitet Anton Kapfer die Interpretationen stimmig ein und gab mit dem Männerensemble Höchstädt-Binswangen unter seiner Leitung das passende Vorbild. Dei 18 Männerstimmen waren gut aufeinander eingestimmt, beeindruckten in zwei fröhlichen Chorsätzen von Lorenz Meierhofer durch sehr gute Aussprache und Pianokultur. Auch die 32 Männer der Chorgemeinschaft aus Aislingen (Ludwig Reißner) und Eppisburg (Jürgen Maier) gefielen durch Homogenität in Klang und Rhythmus im dynamischen Mezzobereich. Wert auf saubere Tongebung legte Hans Ambrosi bei seinen 23 Männern vom "Frohsinn" Syrgenstein. Sowohl im beschwingt und frisch vorgetragenen "Wohlauf in Gottes schöne Welt" als auch im traditionellen "Oh wie schön ist deine Welt" zeigte der Chor harmoniebewussten Schönklang. Personell genauso stark traten die Bissinger Männer (Roman Bauer) auf. In einem lebendigen Chorsatz von Hans Lang sprang bei "Horch, was kommt von draußen rein" die Melodie gekonnt, ausdrucksvoll und ausgewogen durch die Stimmregister; spitzfindig und schlagerrhythmisch beschwingt stellten die Sänger die "Geht es dir gut"-Frage. Großer Beifall wurde dem Frauenchor aus Bissingen (Magdalena Polzer) zu Teil. Der lyrische Grundton des Vokalensembles mit 16 jugendlich frischen Stimmen passte wunderbar zur "Letzten Rose", im "Spiel, Zigeuner" - Lied konnten die Sängerinnen sehr gut artikulierend ihren temperamentvollen Anteil beherzt ausleben. Aufhorchen ließ die Chorgemeinschaft aus Wittislingen (Wilfried Häußler), die die Ballade "Der Fischer" nach einem Gedicht von Goethe anregend interpretierte, den Charakter der verschiedenen Stilbereiche sprachlich exakt, klangrein, mit vorzüglichen Unisonostellen bis zum Pianissimoschluss offen legte. Die lockeren Frauenstimmen und die rhythmisch sicheren Männer sorgten zusätzlich für den heiteren Vortrag eines estnischen Volksliedes. Der Gesangverein Bächingen (Erika Moosdiele) nahm in ungewohnter Blockaufstellung durch seine gepflegte feine homophone Ausrichtung für sich ein ("Musik kennt keine Grenzen") und ließ es in "Weit weg" besinnlich, getragen, im Piano mit Summchor angehen. Ebenfalls mit Summchor und Klavierbegleitung adaptierten die vereinigten Aschbergchöre aus Glött, Holzheim und Weisingen (Daniela Musselmann) gekonnt vierstimmig und kultiviert die eingängige Melodie des englischen Instrumentaltitels von "Hör mein Lied, Elisabeth". Mit den "Schwefelhölzle" hatte sie auf schwäbisch erfrischend natürlich und klangsicher ein liebenswertes Volkslied dargeboten. Premiere gab es für die Chorgemeinschaft Buttenwiesen und den Gesangverein Roggden, die erstmals unter der Leitung von Margaretha Liepert auftraten. Die 25 Chormitglieder boten gut einstudierte Lieder in heiterer Grundstimmung, aufgeweckt und sicher im Zusammenklingen. Der gemischte Chor aus Dillingen (Xaver Käser) erfreute durch zwei italienische Beiträge. Reizende Volksmusik, elegant und beschwingt vorgetragen ("Bella Bimba") und ein transparentes Madrigal ("An hellen Tagen"), bei der Dirigent die Terrassendynamik schlüssig einsetzte. Angenehm überrascht zeigten sich die Zuhörer von den elektrisierenden Rhythmen afrikanischer Weisen, mit denen die "Liedertafel" Haunsheim (verstärkt durch Uli Weber an Keyboard und Trommel) aufwartete. Pulsierend und emotional erklangen "Malaika" und "Sing Yesu Singa". Der Liederkranz Landshausen brachte Wiener Stimmung in den Saal mit dem Johann Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau". Von Julia Schmid am Keyboard begleitet entfalteten die 40 Sängerinnen und Sänger in der Originaltonart gekonnt den Charme der unterschiedlichen Walzerklänge, von Edgar Bürger engagiert gesteuert. Schließlich besang der gastgebende Lauinger "Frohsinn" (Sibylle Mathia) den Optimismus der Musikanten. Sie taten das auch fröhlich bewegt, erfreulich locker und transparent im schwedischen Volkslied "Uns locken die sonnigen Tage".

Eine machtvolle Demonstration gemeinschaftlichen chorischen Singens waren Auftakt und Schlusslied, als Anton Kapfer beim vierstimmigen Kanon "Fröhlich fangt an" und im Bach-Choral "Nun ruhen alle Wälder" die gesamten Chormitglieder zum mehrstimmigen Wohlklang vereinte.

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