„Unser Hospiz ist ein Haus voller Leben“
Kinderhospizreferentin des Sankt Nikolaus besucht das Albertus
Am 15.10.2009 referierte Frau Stefanie Herbst, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeiten des Kinderhospiz Sankt Nikolaus im Allgäuer Bad Grönenbach, am Albertus Gymnasium Lauingen. Schüler der neunten bis zur dreizehnten Klasse haben sich im Theatrekeller zu diesem Vortrag zusammengefunden. Viele von ihnen sind Mitglied im „Arbeitskreis Solidarität“, der unter Herrn Bauers Leitung neben vielen weiteren Projekten, auch das Kinderhospiz „Sankt Nikolaus“ unterstützt. Mit der Aktion „Grüne Pause“, die alle zwei Wochen am AGL stattfindet und Restgeldern der Benefizgala des AKS im Oktober 2008 wird die Mitgliedschaft zum Kinderhospiz finanziert.
Für dieses Engagement der Schüler bedankte sich Frau Herbst und betonte, wie wichtig es sei, dass „Jugendliche und Kinder, Jugnedlichen und Kindern helfen“. Kinderhospize gibt es in Deutschland seit 1998, das Vorgestellte seit 2007. Insgesamt steht das Hospiz 150 sterbenden Kindern zur Seite, die mit ihren Familien maximal drei Monate im Jahr kommen dürfen, sodass sich phasenweise immer acht Familien im Haus befinden. „Wir haben einen großen Luxus im Kinderhospiz – und der heißt Zeit!“, betonte Frau Herbst. So werden die Eltern während ihres Aufenthalts vom schwierigen Alltag entlastet, können Kraft für eine bedrückte Zukunft tanken, und sich intensiv mit ihren todkranken Kind/ern beschäftigen. Nach dem Motto „die Eltern sind die Fachleute“, wird das Pflegeprogramm für die betroffenen Kinder mit den Eltern abgesprochen, wobei jede Pflegekraft allerhöchstens zwei Kinder betreut. Obwohl häufig sterbende Menschen am Rande der Gesellschaft ihren Platz einnehmen, steht das Hospiz bewusst mitten im Ort Bad Grönenbach. Noch mehr: Überzeugt bezeichnet Frau Herbst das Hospiz als „ein Haus voller Leben“, sodass das Gebäude heitere, helle Farben besitzt. Außerdem ist, wie Faru Herbst hervorhebt, im Hospiz „jeder Tag ein Geschenk“ und wird auch so mit den Kindern verbracht.
Vor allem durch die Kosten aufgrund der begleitenden Familienmitglieder der Sterbenskranken ist das Hospiz hauptsächlich auf Privatspenden angewiesen. Dennoch will das Projekt ihr Konzept beibehalten, da die Kinder nur mit ihren Eltern und Geschwistern eine glückliche Zeit verbringen können.
Als am Ende des Vortrags die Frage gestellt wird, wie denn die Betreuer mit der psychischen Belastung angesichts der Todkranken klar kämen, antwortet Frau Herbst: „Es ist natürlich sehr bedrückend, wenn unsere behandelten Kinder versterben. Aber Leben gehört zum Sterben, sowie Sterben zum Leben gehört. Irgendwann muss sich jeder damit auseinandersetzen, die einen früher, die anderen später. Ich selber hatte am Anfang Bedenken, mich diesem Projekt anzuschließen. Doch jetzt empfinde ich es als Geschenk, mich mit derartigen Kindern beschäftigen zu dürfen, die trotz ihrer schweren Bürde versuchen, ihr kurzes Leben zu genießen und mehr vom Leben verstehen als wir denken.“
Mehr Infos über das Kinderhospiz "Sankt Nikolaus" gibt es auf der Inernetseite www.kinderhospiz-allgaeu.de.


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