Die Kircheneule Gertrud erzählt eine Weihnachtsgeschichte
Laucha an der Unstrut: Kirche | Die Kinder vom Lauchaer Kindergarten besuchten in den vergangenen Tagen die Marienkirche. Damit allen schnell warm wurde, erzählte die Eule Gertrud den Kindern eine spannende Weihnachtsgeschichte.
Sie erzählte von ihrer Kindheit als sie noch in einem kleinen Dorf mit einer entzückenden Kirche gewohnt hat. Um die Weihnachtszeit war es dort kalt. Aber die Eule hat sich aufgewärmt und in der kleinen Kirche mit ausgeholfen. Sie hat dafür gesorgt, dass keine Kerzenstummel herumlagen, sie hat mit ihrem Geflatter geholfen, die Spinnweben von den Orgelpfeifen zu befreien. Gertrud hat beim Suchen geholfen, wenn die Pfarrerin wieder einmal ihre Brille verlegt hatte. Aber am liebsten lauschte sie der wunderbaren Chormusik der Chorsänger bei ihren Proben. Immer fleißiger übten sie für den Heiligabend. Ohje, sie wünschte sich so sehr mitzusingen. Aber das ging natürlich nicht, denn die Stimme der Eule passte so ganz und gar nicht zu den Stimmen der Chorsänger. Trotzdem summte sie heimlich und leise mit und bald konnte sie alle Lieder auswendig. Aber dann, eines Tages, genau einen Tag vor Heiligabend passierte etwas ganz merkwürdiges. Die Probe ging früher zu Ende als sonst, denn einer nach den anderen verlor seine Stimme und wurde heiser. Es ging nichts mehr. Die Probe wurde abgebrochen. Was nun? Ein Weihnachtsabend ohne Chorgesang? Ohje.
Und die Eule Gertrud überlegte und überlegte und hatte eine ganz tolle Idee. Denn ihr fiel plötzlich ein, dass alle Menschen und Tiere einander verstehen können in einer ganz besonderen Nacht – nämlich der Weihnacht. Da dachte sie sich, wie wäre es denn, wenn die Tiere singen.
So machte sie sich am anderen Tag auf den Weg und fragte zuerst das Rotkehlchen Robin. Es wohnte in dem großen Busch gleich neben der Kirche und war begeistert von dem Plan und es sagte gleich zu, weil es ganz besonders gern singe und ganz besonders zu Weihnachten. So fragte sie noch die Maus Molly, ihren Freund Rupert den Igel, Frau Eichhörnchen mit ihren Jungen Billy und Willy, die genau über dem Igel wohnten.
Alle freuten sich, dass sie singen werden. So trafen sie sich im gemütlichen Bau des Igels und begannen mit den Proben bei reichlich Tee, Plätzchen und Kuchen. In der Kirche wäre es einfach zu kalt gewesen. Dann, als die Kirchenuhr endlich Abend schlug, blickten sich alle zufrieden an, und meinten, dass sie wirklich gut klingen würden und das verdanken sie nur der Eule Gertrud. Dann wurde es allmählich Mitternacht, das kleine Dorf war in Bewegung und machte sich auf den Weg in die Kirche. Sie waren traurig, denn es hatte sich herumgesprochen, dass die Chorsänger unglücklicherweise nicht singen konnten. Aber die Tiere waren ganz gespannt. Sie hatten sich auf der Empore oben versteckt und beobachteten, wie sich die Kirche langsam füllte. Dann, als die Pfarrerin die Begrüßungsworte gesprochen hatte, standen die Tiere auf und begannen zu singen. Die Leute drehten sich um, wo wohl dieser wunderbare zarte Gesang herkäme und erkannten die Tiere. Sie tuschelten, dass das ja ein richtiges kleines Wunder sei. Alle waren so glücklich und niemand hatte diese Weihnacht vergessen. Die Eule natürlich auch nicht, sonst hätte sie die Geschichte nicht erzählen können.
Danach waren die Kindergartenkinder eingeladen, die riesengroße Orgel in der Lauchaer Kirche ganz aus der Nähe zu betrachten. Zur Erinnerung gab es für jedes Kind noch ein Mandala-Malblatt mit einer Kirche. Heike Kohn





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