Kultur im Park und Oldtimerrallye in Neusäss: Doppelt hält besser und doppelt feiert es sich gleich noch besser
Endlich wieder den Geruch von ungereinigten Abgasen in der Nase und das Röhren von Motoren ab den Baujahr 1928 in den Ohren, dazu eine reiche Auswahl an Getränken und Essen. Der Sonntag in Neusäss lies für das unternehmungslustige Publikum keine Wünsche offen. Die Veranstaltung Kultur im Park bot den perfekten Rahmen für die Mittagspause der Oldtimerrallye.
Die Musikkapelle Neusäss spielte auf der Bühne im Park in großer Formation während die zahlreich erschienen Besucher ihr Mittagessen genossen. Die Versorgung des Publikums übernahmen zahlreiche Vereine, die aus Neusäss und Umgebung stammten. Das Angebot reichte von der klassischen Bratwurst bis zum Caipirinha.
Verschiedene gemeinnützige Organisationen nutzen ebenfalls die Gelegenheit, sich an Ständen zu präsentieren und ihre Arbeit vorzustellen. So war der Förderverein der Klinik für Kinder und Jugendliche, schwäbisches Mutter-Kind Zentrum Augsburg e.V. vor Ort. Mit Faltblättern und Informationsbroschüren gaben die Mitarbeiter kompetent Auskunft über die Arbeit des Vereins. Auch das „freiwilligen Zentrum Neusäß“, das seit Oktober 2009 eine Kontakt- und Informationsstelle für freiwilliges Engagement darstellt, war vertreten. Zu guter Letzt und passend zur Rallye präsentierte sich der ACO e.V. Die gemeinnützige Hilfsorganisation stellt sich den Aufgaben in den Bereichen Verkehrssicherung, Unfallfolgehilfe, Ordnungsdienst und Zivildienst.
Pünktlich ab elf Uhr passierten die ersten Teilnehmer der Rallye die Zeitmessung. Die Organisatorin Brigitte Mayrock statte die Fahrer mit den Unterlagen für den zweiten Rennabschnitt aus. Das Publikum, das die Zieleinfahrt säumte, jubelte jedem Fahrzeug begeistert zu. Als alle Fahrer die Zeitnahme passiert hatten, bot sich die Gelegenheit zur eingehenden Betrachtung der Fahrzeuge.
Unter den Teilnehmern waren neben den Klassikern wie dem Jaguar E, Baujahr 1964, gefahren von Maximilian Bader sen., und einem Mercedes Benz 300 SL Roadster, Baujahr 1975, gefahren von Andreas Griesmann, auch Fahrzeuge mit einmaligen technischen Besonderheiten, wie das Amphicar 770 aus dem Jahr 1962. Bei der Zieleinfahrt demonstrierte der Fahrer Rudolf Holland die Schiffsschrauben, mit denen der Antrieb im Wasser gewährleistet ist. Ein weiteres Highlight bildete der Opel GT-A-L aus dem Jahr 1973. Der Fahrer Michael Scherer führte die seitlich schwenkenden Scheinwerfer an der Zieleinfahrt vor. Nur auf dem Hänger zu sehen war der BMW Dixi Rennwagen aus dem Jahr 1928 von Peter Hecht und steht für die teilnehmenden Vertreter der Frühphase des Automobilbaus in Deutschland.
Die Mittagspause bis zur Weiterfahrt war wie jede Pause viel zu kurz. Für die eingehende Betrachtung der über zweihundert teilnehmenden Fahrzeuge müssten diese mehrere Wochen ausgestellt sein. Doch an diesem Sonntag stand das Fahren im Vordergrund, für das die Zeugen der Technikgeschichte schließlich auch bestimmt sind. Dem Betrachter bleibt die Erinnerung an den Geruch des Benzins und an das Röhren in den Ohren. Und natürlich mehrere Speicherkarten voller Bilder.



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