Medizin (1): Ohne Brille verliert man Ansehen und Intelligenz. Aber der Durchblick kommt zurück!

Drei Brillen pro Tag waren Standard. Zwei auf dem Kopf und mindestens eine am Hintern.
 

Hannover: Lister Krankenhaus | Seit einiger Zeit hat auch Godshorn einen wunderbaren, großstädtisch anmutenden, Kreisverkehr. Das war auch notwendig, da der Stadtteil Langenhagens durch einen neuen Bahnhof an die Stadtmitte heran gerückt war. Da dieser Kreisel sehr weit außerhalb, am Ortsrand, liegt, wird er sehr wenig befahren. Es drängt sich die Frage an die Stadtväter auf, warum ein solch aufwändiger und teurer gemauerter Kreisel hier installiert wurde. Die Frage hätte sich so wie so erübrigt. Es gab keine vernünftige Antwort. Warum auch? Das Geld war verbaut und weg!

Einzig und allein aus diesem Grund nutzte ich den Kreisverkehr. Manches Mal um bis zu drei mal um ihn herum zu fahren und dem "Ding" den eigentlichen Sinn zu verleihen.

Es ist noch nicht all zu lange her: Ich war gerade bei der zweiten Umrundung, als mir von der falschen Seite her, eine Mutter mit Kleinkind im Mini entgegenkam. Ich konnte gerade noch ausweichen. Meine Erfahrungen mit Müttern und in kleinen Flitzern ohne Kindersitz einsitzenden Kleinkindern (Minis in Minis sozusagen) waren entsprechend! Die falsche Seite nutzend, nicht angeschnallt, oft rauchend und mit einem Handy am Ohr, sahen mich geschleuderte Jungen oder Mädchen an, die man allein in eine Geisterbahn verfrachtet hatte. Auf Grund meiner Aufgeregtheit über diese Zustände und mitten drin, in einer meiner Karussellbewegungen um den Kreisel, sah ich links - ja eigentlich nichts. Ich hörte nur das Kreischen und Kwietschen von Bremsen. Ich hielt am Straßenrand an und überprüfte meine Gliedmaßen auf Vollständigkeit. O.B. wie der Mediziner zu sagen pflegt (Ohne Befund).

Ich putzte mir die Brille, um meiner Fahrtüchtigkeit den i-Punkt aufzusetzen. Und da war es. Wie ein schwerer Schleier auf dem linken Auge. Wie Milchglas. Wie starker Nebel. Wie eine unsichtbare Hand, die mein linkes Auge abdeckte!

Am gleichen Tag der Anruf beim Augenarzt mit der Bitte um einen Termin! Am anderen Ende eine freundliche aber bestimmte weibliche Stimme: "Wir haben November! Im Januar oder Februar 010? Oder sind Sie privat?" "Mein Gott das ist ein Notfall! Ich hab kein Licht mehr auf der linken Seite!" "Warum sagen Sie das nicht gleich! Können Sie sofort? Es könnte aber etwas dauern, ja?! "Ja! Ich komnme sofort! Bin in 10 Minuten da. Danke!"

Gesicht waschen, Zahne putzen! Neue Unterwäsche. Brauchste nich! Rasieren? Ne! Neues Hemd? Schnüffel! Geht noch! Ab zum Augenarzt.

"Tach Herr Dr. Ich sehe links nichts mehr!" "Na! Da wollen wir doch mal sehen . . . Sie haben einen Grauen Star! Links und rechts! Aber das kann man heute operativ behandeln."

Wer so unfreiwillig zum Vogelhändler gemacht wird, leidet als Hypochonder besonders. Ich sah im Geiste schon die eingemeißelte Inschrift auf meinem Grabstein: Hier liegt der Blinde . . . Kann man vorher noch Blindengeld beantragen oder ist das in niedersachsen auch schon abgeschafft? Doch bevor sich mir weitere Horrorgeschichten "vor mein geistiges Auge" drängten, hatte ich bereits einen Termin bei einem "Operateur" und einen Termin zur Operation im Krankenhaus. Schön, dass meine Krankenkasse noch Geld (so kurz vor dem Jahreswechsel) hat und die Ärzte und Krankenhäuser noch Geld verdienen müssen! Ich konnte und durfte übrigens selbst wählen: Ambulant oder stationär mit Vollnarkose. Ich wählte Letzteres! Man will ja schließlich auch in der heutigen Zeit was für sein Geld haben oder gerade deshalb?!

Ich mache hier mal vorerst Schluß. Erstens hat die Geschichte eine Fortsetzung und zweitens: So viel Text liest kein Mensch in eins durch! Mit Medizin 2 gehts weiter und mit tollen, geilen Erfahrungen, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Sieben Uhr. Antritt im Krankenhaus. Es hatte geschneit und gefroren. -18 ° und ich ging wie auf Eiern. Und geschlafen hab ich die ganze Nacht nicht! "Machen Sie nur das was auf dem Zettel steht! Und dann legen Sie sich ins Bett!" Aus hygienischen Gründen müssen Sie alles ausziehen. Auf dem Bett lag ein nach hinten offenes Kurz-Nachthemd und ein "Netzschlüpfer". Nein! Nicht in schwarz. Wir sind hier im Krankenhaus! Weiß wie die Wand und das Nachthemd.

In Medizin (2) gehts weiter, wenn ihr interessiert sein. Da gibt es auch einen Ratgeber. austrianer

Und hier noch einmal eine Warnung vor dem Weihnachtsmarkt: Wenn noch nicht gelesen:
http://www.myheimat.de/DE--langenhagen--718/kultur...

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Tine Kumpel aus Ronnenberg am 25.12.2009 um 00:52 Uhr  
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wolfgang krentscher aus Isernhagen am 31.12.2009 um 08:20 Uhr  
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