Unserer Bericht vom Jugendhilfeausschuss, 11.10.2012
Innerhalb der knappen Tagesordnung nahm das Thema „Abenteuerspielplatz am Silbersee“ einen auch von uns nicht erwarteten großen Raum ein. Es zeigte sich eine klare Front zwischen der ablehnenden Haltung von Rot/Grün und dem Rest des Ausschusses.
Und es ging ums Geld.
Ausschließlich.
Sachargumente, die eine Ablehnung möglicherweise hätten nachvollziehbar machen können, wurden seitens der Verwaltung und der Ratsmehrheit nicht vorgetragen.
Weil es keine gibt.
Es fehlt einfach am Willen.
Es handelt sich hierbei um ein Projekt, dass der „Abenteuerland-Langenhagen e.V.“, dessen Gemeinnützigkeit bereits am 30.07.2010 anerkannt wurde, auf den Weg gebracht hat.
Während das Gelände am Silbersee, das die Stadt pachtfrei stellt, vom Verein durch einen hohen Einsatz ehrenamtlicher Eigenleistungen und selbst eingeworbener Spenden in jeder Beziehung nutzbar gemacht und ausgerüstet wird, reduzierte sich die Diskussion auf die Kosten, die die sozialpädagogische Betreuung der Kinder und Jugendlichen innerhalb eines solchen Projektes auslöst.
Das Projekt, das einmütig von allen Ausschussmitgliedern als eine tolle Sache angesehen wird, kann sozialpädagogische Fachkräfte nicht selbst finanzieren.
Das schlüssige „Pädagogische Zielkonzept, Ist-Analyse und Zielkonzept “, das der Verein bereits im November 2010 vorgelegt hat, wird allgemein und unisono begrüßt.
Der „Zuschussantrag Abenteuerspielplatz am Silbersee“ wurde am 13.04.2012 vom Verein gestellt.
Er wurde mehrfach behandelt und vertagt und jetzt schlussendlich von der Verwaltung abgelehnt.
Der Ausschuss hat in intensiver Diskussion nicht zu einer Gesamtzustimmung finden können.
Rot/Grün hat den Antrag zweigeteilt und den Zuschuss in Höhe von jährlich 20.579,60 EUR für sozialpädagogische Unterstützung abgelehnt.
Der ebenfalls im Antrag enthaltene einmalige Zuschuss von 5.200 EUR für Sachkosten wurde einstimmig genehmigt.
Da der Vereinsvorsitz von Herrn Heuer und, als Stellvertreter, von Herrn Behrens gestellt wird, die beide nicht zur Mehrheitskoalition Rot/Grün gehören, musste unweigerlich der Eindruck entstehen, dass es sich bei dem Verhalten von Koalition und Verwaltung nicht um Sachargumente handelt, sondern um ein reines Politikum.
Wir Piraten halten es für völlig abstrus, mit dem Argument „kein Geld“ dieses tolle Projekt nicht nachhaltig zu fördern zu wollen.
Wenn wir bedenken, dass ein neues „Spassbad“ im Kostenbereich zweistelliger Millionenbeträge locker vom Hocker aus der Hüfte finanziert werden soll, die Unterstützung eines pädagogisch begleiteten „Abenteuerspielplatzes“, der bisher in Langenhagen völlig fehlt, an diesen Kosten scheitern soll, dann haben wir keinerlei Verständnis für das Abstimmungsverhalten der dominierenden Ratsfraktionen.
Die Rot/Grüne Mehrheit hat dem Namen dieses Ausschusses, nämlich „Jugendhilfeausschuss“, einen schlechten Dienst erwiesen.
Und damit sich selbst.




