Tierisch warm - Rudi-Rotbein-Gruppe ist Winterfellen auf der Spur

Aufmerksam lauschten die Kinder der Rudi-Rotbein-Gruppe der Betreuerin Silke Brodersen, die verschiedene Tierfelle vorstellte. (Foto: Katja Woidtke)
 
Der Hermelin ist gut an seiner schwarzen Schwanzspitze zu erkennen. Im Winter färbt sich das Fell des Hermelins im Norden weiß. (Foto: Katja Woidtke)
Langenhagen: NIL |

"Ist das weich!" staunen die Kinder der Rudi-Rotbein-Gruppe bei ihrem letzten Treffen im Natur-Informations-Zentrum (NIL) im Wasserturm und streicheln dabei über das Winterfell eines Rehs. Betreuerin Silke Brodersen hatte extra für dieses Treffen verschiedene Tierfelle und Präparate von Nagern und Räubern im Schulbiologie-zentrum Hannover ausgeliehen, um den Kindern hautnah zeigen zu können, wie sich Dachs, Fuchs und Wildschwein im Winter vor der Kälte schützen.

Doch unsere im Winter aktiven, heimischen Säugetiere tragen ihr Winterfell nicht nur, weil es wärmer ist. Arne kann den anderen Kindern erklären, dass die Tiere ihr Fell auch zur Tarnung wechseln. Besonders gut kann man das am Beispiel des Hermelins sehen. Der Räuber, der zur Familie der Marder gehört, ist an seiner schwarzen Schwanzspitze leicht zu erkennen. Hermeline, die weit im Norden leben, wechseln im Winter ihr bräunliches Fell gegen weißes Fell und sind so im Schnee gut getarnt. Vorsichtig streichen die Finger der Kinder über die Borsten des Wildschweinfells. Wer genau fühlt, entdeckt zwischen den langen Borsten des Winterfells kurze Wollhaare, die die Tiere im Winter zur Wärmeregulierung benötigen. Silke Brodersen zeigt dem interessierten Naturschützernachwuchs, warum die Wildschweine zur Familie der Paarhufer gehören. Bei diesen Säugetieren ist der dritte und vierte Zeh besonders stark entwickelt. Das Fell gleich neben der Wildschweinschale, wie der Huf in der Fachsprache genannt wird, ist viel weicher als das des Wildschweins und Kirsa weiß, dass es zu einem Fuchs gehört. Im Winter trägt der Fuchs ein dichteres und dunkler gefärbtes Fell als im Sommer. Auch das Reh wechselt im Winter sein Fell. Im Sommer trägt es ein dünnes, rotbraunes Fell, das im Winter dichter, weicher und bräunlich gefärbt ist. Im Winter ist auch der Spiegel am Hinterteil des Rehs deutlicher zu erkennen. Die helle Fellzeichnung dient den Tieren untereinander als Signal, wann das Rudel flüchten muss.

Die Fellfarbe der Eichhörnchen ist abhängig von ihrem Lebensraum, da sie zur Tarnung dient. Schnell erkennen die Kinder die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterfell und entdecken die langen Puschel an den Ohren des Eichhörnchens und seine behaarten Pfoten, die es nur im Winter trägt. "Was machen Eichhörnchen eigentlich im Winter?" fragt Silke Brodersen und Ricarda weiß, dass die Tiere viel in ihrem Kobel schlafen, da sie Winterruhe halten. Ab und zu werden sie wach und suchen nach ihren Vorräten. Aber Eichhörnchen sind wahnsinnig vergesslich und so bleiben oft ihre Vorräte im Boden liegen und aus den Nüssen können neue Bäume wachsen.

Auch die Hausmaus gehört wie das Eichhörnchen zu den Nagetieren und Leif möchte wissen, was Mäuse eigentlich im Winter fressen. Mäuse sammeln Körner und legen sich für den Winter Vorräte an. Oft sind sie in der Nähe der Menschen zu finden und Arne erzählt lachend von der Maus, die in der Gitarre seines Vaters im Keller gewohnt hat. Neben Biber und Bisamratte lernen die Kinder auch den Siebenschläfer kennen, der wegen seiner Nachtaktivität auch "Eichhörnchen der Nacht" genannt wird. Siebenschläfer fressen sich mit Nüssen und Beeren viel Fett an und verschlafen die meiste Zeit des Jahres in ihrem Nest. "Der Siebenschläfer schläft sieben Monate lang, von Oktober bis Mai." erklärt Arne B. den anderen Kindern. Nicht ganz so lange hält der Igel seinen Winterschlaf. Der dämmerungsaktive Insektenfresser frisst sich im Sommer Speck an und ist laut schmatzend und grunzend in den Gärten anzutreffen. Wenn Gefahr droht, dreht er sich zu einer Kugel und stellt seine Stacheln auf. "Der hat seine Haare ordentlich gegelt!" lacht Arne B. über die piksenden Stacheln des Igels. Die Kinder der Gruppe erzählen, dass sie schon Igelhäuser für ihren Garten gebaut und mit Stroh und Laub gefüllt haben, um den Igeln ein gemütliches Winterquartier anzubieten.

Auf Tuchfühlung mit dem König der Löwen


Eine besondere Überraschung haben die Betreuerinnen Christine Pracht und Silke Brodersen mit einem echten Löwenfell für die Kinder parat. Auch wenn Löwen nicht zu unseren heimischen Säugetieren gehören, ist sein Fell sicher der Höhepunkt des Nachmittags. Wann hat man auch schon die Gelegenheit, dem König der Löwen so nah zu kommen? Da ist es auch egal, dass der Löwe gar kein Winterfell trägt.

Nach so viel spannenden Informationen rund um die verschiedenen Felle geht es mit der ganzen Gruppe an die frische Luft, um das Treffen mit tierisch lustigen Spielen abzuschließen. Die Mädchen und Jungen haben mit Betreuerin Christine Pracht beim Lauschspiel und Fangen ihren Spaß und freuen sich schon auf das nächste Treffen der Rudi-Rotbein-Gruppe. Weitere Informationen zur Rudi-Rotbein-Gruppe Langenhagen erhalten Sie unter http://www.nabu-langenhagen.de/index.htm auf der Homepage des NABU Langenhagen.

Vielen Dank an das Schulbiologiezentrum Hannover, das diesen interessanten Nachmittag möglich gemacht hat.
8
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
19.537
Katja Woidtke aus Langenhagen | 22.02.2014 | 12:45  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.