Frühjahrsputz im Spätsommer - NVL und NABU reinigen Nistkästen

Chrstine Pracht vom NABU Langenhagen ist schwindelfrei... (Foto: Katja Woidtke)
Langenhagen: NIL |

Wenn die Naturkundliche Vereinigung (NVL) und der Naturschutzbund (NABU) zum Frühjahrsputz im Spätsommer aufrufen, wird der Eichenpark nicht mit Putzlappen und Wischmop geputzt. Stattdessen geht es mit langen Leitern, Spachtel und Drahtbürste von Nistkasten zu Nistkasten, um dort altes Nistmaterial zu entfernen. NVL und NABU haben in den letzten Jahren etliche Nisthilfen für Fledermäuse und heimische Vogelarten im Eichenpark und Stadtwald angebracht und numeriert. Einmal im Jahr treffen sich die ehrenamtlichen Helfer zur Reinigungsaktion. In diesem Spätsommer machten sich zwei Teams auf den Weg, schulterten ihre Leitern und erlebten bei der Nistkastenreinigung die eine oder andere Überraschung.

Neben Meisenkästen und anderen Nisthilfen hängen auch Kästen für Baumläufer hoch oben in den Bäumen. Diese sind gut an den seitlichen Eingängen zu erkennen. „Schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man auf die Leiter steigt“, lacht Katja Woidtke vom NABU und bewundert Christine Pracht und Horst Wiechers, die abwechselnd auf der Leiter stehen und mit dem Spachtel das alte Nistmaterial entfernen. „Hier hat ein Kleber genistet“, erkennen die Helfer an dem Nistmaterial, das überwiegend aus Rindenstückchen von Nadelbäumen besteht. Schon rieselt es neben Oliver Woidtke, der die Leiter unten sichert und den Helfern oben festen Halt gibt, aus den Bäumen herab. Andere Nester sind mit Moos und Federn ausgepolstert. Damit sich Milben und Flöhe darin nicht vermehren und die Brut im nächsten Jahr stören können, wird dieses alte Nistmaterial aus den Kästen entfernt. Doch die Nistkästen werden nicht nur von Vögeln genutzt und so schauen den Helfern aus einem Kasten auch prompt zwei braune Knopfaugen einer Waldmaus entgegen.

„Wo ist denn die Nummer 28?“ tönt es durch den Park. Durch die gut sichtbaren Hausnummern sind die Nistkästen schnell gefunden. In Listen wird vermerkt, welche der Kästen belegt waren und welche ausgetauscht werden müssen. Christa Donath, die gemeinsam mit Ricky Stankewitz, Kerstin Musche und Karsten Nicolay im Stadtwald unterwegs ist, hilft seit Jahren bei der Nistkastenreinigung und hat die Aufgabe der Kartierung in diesem Team übernommen. In einem Kasten entdecken die Naturschützer ein altes Hornissennest und auch einige der Fledermauskästen im Stadtwald werden an diesem Tag als Schlafplatz von den Akrobaten der Lüfte genutzt. Nach 60 gereinigten Nistkästen und rund zwei Stunden an der frischen Luft treffen sich die beiden Teams wieder am Wasserturm, wo Edeltraud und Hagen Richter bereits mit belegten Brötchen, Kaffee und Blaubeerkuchen auf die Helfer von NVL und NABU warten. Kaum steht das Milchkännchen auf dem Tisch, flattert ein Waldbrettspiel heran und lässt sich an dem Kännchen nieder. Schmetterlinge werden umgangssprachlich auch „Milchdiebe“ genannt, da manche Arten vom Rahm der Milch angelockt werden. So wird auch der abschließende Kaffeeklatsch zu einem schönen Naturerlebnis.
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2 Kommentare
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Gaby Floer aus Garbsen | 22.09.2014 | 07:17  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 22.09.2014 | 15:24  
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